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Pokalsensation in der Hitzeschlacht: Weiden wirft Regionalligist Ansbach mit 3:2 aus dem Wettbewerb

Weiden. Die SpVgg SV Weiden bleibt ein echter Pokalschreck. Der Fußball-Bayernligist sorgte am Dienstagabend bei hochsommerlichen Temperaturen für eine faustdicke Überraschung und bezwang den Regionalligisten SpVgg Ansbach nach einer leidenschaftlichen Vorstellung mit 3:2 (1:2).

Pokalsensation in der Hitzeschlacht: Weiden wirft Regionalligist Ansbach mit 3:2 aus dem Wettbewerb

Die jubelnde SpVgg SV Weiden nach ihrem Sieg über den Regionalligisten Spvgg Ansbach. Foto: D. Nachtigall

Vor heimischer Kulisse stemmten sich die Oberpfälzer mit enormer Moral gegen den Klassenhöheren Favoriten und wurden dafür mit dem Einzug in die nächste Runde sowie einem Siegerscheck über 650 Euro belohnt.

Paul Brand erzielte die 1:0 Führung für Weiden

Weiden erwischte den besseren Start und ging bereits in der 17. Minute in Führung. Nach einem mustergültig ausgespielten Konter von Jahi Sylemani, der drei Ansbacher stehen ließ und den mitgelaufenen Paul Brand perfekt den Ball zuspielte. Brand blieb eiskalt und schob überlegt zum 1:0 ein. Die Gastgeber verteidigten diszipliniert, mussten vor der Pause aber dennoch den Doppelschlag von Dino Nuhanovic hinnehmen. Mit Treffern in der 37. und 45. Minute drehte der Regionalligist die Partie und ging mit einer 2:1-Führung in die Halbzeitpause.

Ansbachs Trainer zeigte sich von seiner Mannschaft enttäuscht

Ansbachs Trainer Niklas Reutelhuber war trotz des Erfolgs vor der Pause alles andere als zufrieden: „Wir haben 17 Minuten hervorragend gespielt und hätten da schon 3:0 führen müssen. Auch als wir durch Dino Nuhanovic den Doppelschlag zum 2:1 erzielt haben, hat uns in der zweiten Halbzeit die Passgenauigkeit gefehlt. Wir hatten Chancen für acht Treffer – es war einfach nur noch eine Katastrophe.“ Besonders ärgerte ihn die mangelnde Konsequenz in der Defensive: „Drei Tore gegen solch einen Gegner zu kassieren, das darf nicht sein.“

Christoph Fenninger machte den Ausgleich

Nach dem Seitenwechsel übernahm Weiden wieder mehr und mehr die Initiative. Der überragende Christoph Fenninger leitete die Wende ein. Nach einer sehenswerten Kombination setzte sich Patryk Bytomski stark durch und legte mustergültig für Fenninger auf, der in der 66. Minute überlegt zum 2:2 einschob.

Goldrichtige Einwechslung von Stefan Pühler

Cheftrainer Michael Riester brachte in der 78. Minute Hoffnungsträger Stefan Pühler für Adrian Hoti. Wenig später sollte sich dieser Wechsel als goldrichtig erweisen. Während Ansbach mit zahlreichen Chancen und Eckbällen auf den erneuten Führungstreffer drängte, setzte Weiden den entscheidenden Konter. Fenninger schickte Pühler mit einem perfekten Pass auf die Reise. Der Angreifer behauptete sich stark gegen zwei Gegenspieler, überwand Torhüter Nils Leidenberger und schob überlegt zum viel umjubelten 3:2 ein.

Weiden verteidigte mit Mann und Maus

In den Schlussminuten warfen die Gäste noch einmal alles nach vorne. Doch Weiden verteidigte mit Mann und Maus. Die Abwehr um Felix Behnke und Paul Gebhard sowie Torhüter Eldin Becic überstand auch die letzten beiden Ansbacher Eckbälle. Als Schiedsrichter Andreas Dinger, der die intensive Partie souverän leitete, schließlich abpfiff, kannte der Jubel im Spardabank-Stadion keine Grenzen mehr.

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Tolle Fans haben die Mannschaft mitgetragen

Matchwinner Stefan Pühler strahlte nach dem Schlusspfiff: „So tolle Fans – besser kann ich mir so einen Abend nicht vorstellen. Und dann schieße ich auch noch den Siegtreffer. Das ist einfach überragend. Jetzt wollen wir natürlich auch in der nächsten Runde weiterkommen.“ Auch Vereinsvorsitzender Michael Kurz sprach von einem besonderen Fußballabend: „Das war ein echter Kraftakt und eine fantastische Willensleistung unserer Mannschaft. Der Sieg ist hochverdient und hart erarbeitet. Jetzt dürfen wir auf einen attraktiven Gegner hoffen – vielleicht Jahn Regensburg oder den TSV 1860 München.“

Ein tolles Beispiel von Mentalität und Teamgeist

Für Weidens Cheftrainer Michael Riester war die Partie ein Paradebeispiel für Mentalität und Teamgeist: „Pokalsensation perfekt! Aber vor allem die Art und Weise, nach einem 1:2-Rückstand noch einmal zurückzukommen, war schon sehr stark. Wir mussten wie erwartet viel leiden, waren aber auch sehr diszipliniert in unserem Vorhaben – mit und ohne Ball – und haben unser Spiel konsequent durchgezogen. Der Sieg hat viel Kraft und Energie gekostet, jeder ist an seine Grenze gegangen. Da wir bereits am Freitag das nächste Spiel haben, sehe ich aber vor allem die Leidenschaft und das Selbstvertrauen, das wir aus diesem Erfolg mitnehmen – und nicht die schweren Beine.“

Jetzt wartet am Freitag zu Hause auf Weiden die DJK Ammerthal

Mit einer Mischung aus Kampfgeist, Cleverness und unbändigem Willen gelang der SpVgg SV Weiden eine der größten Pokalüberraschungen der vergangenen Jahre. Der Bayernligist darf nun von der nächsten Sensation träumen. Trotzdem muss sie sich auch auf die Bayernliga konzentrieren, denn Freitag um 19 Uhr ist die DJK ammerthal im Spardabank Stadion zu Gast.

Kapitän Felix Behnke nimmt den Scheck von Lotto Toto gerne an. Foto: D. Nachtigall
Christoph Fenninger hat viel für den Erfolg beigetragen (rechts blaues Tirkot) Foto D. Nachtigall
Keeper Eldin Becic war 90 Minuten gefordert und seine Abwehr. Foto. D. Nachtigall
Der Regionalligsist aus Ansbach dominierte die erten 20 Minuten. Foto: D. Nachtigall
Jahi Sylemani war der Vorbereiter zur 1:0 Führung. Foto: D. Nachtigall