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SV Poppenreuth zieht sich aus der Kreisliga zurück und beschreitet neue Wege

Poppenreuth. Jahrelang spielte der SV Poppenreuth im Fußballkreis Hof-Marktredwitz eine führende Rolle, kickte eine Spielzeit sogar in der Landesliga Nord und zuletzt zehn Jahre in der Bezirksliga. Jetzt geht der aktuelle Kreisligist freiwillig mehr als einen Schritt zurück.

SV Poppenreuth zieht sich aus der Kreisliga zurück und beschreitet neue Wege

Der SV Poppenreuth geht mit seiner ersten Mannschaft freiwillig von der Kreisliga in die Kreisklasse zurück, obwohl er in der aktuellen Saison noch aussichtsreich im Titelrennen liegt. Foto: Anpfiff

Diese Nachricht überraschte nicht nur Fachleute und Beobachter im Fußballkreis Hof-Tirschenreuth-Wunsiedel: Der SV Poppenreuth, aktueller Tabellenzweiter der Kreisliga 2, geht zur neuen Saison einen Schritt zurück und spielt dann nur noch in der Kreisklasse. Die Neuausrichtung des Vereins ist auch mit dem Rückzug von Heribert Pickert verbunden, der den Sportverein im Steinwald fast 30 Jahre als Vorsitzender führte und ihn zu einer der ersten Adressen im Fußballkreis machte.

Freiwilliger Rückzug statt Aufstieg

Fünf Spieltage vor Saisonende hat der SV Poppenreuth in der Kreisliga 2 mit einem Punkt Rückstand auf Tabellenführer VfB Arzberg noch alle Chancen auf die Meisterschaft und den Aufstieg in die Bezirksliga, aus der man erst vor einem Jahr abgestiegen ist. Wie es jetzt aussieht, wird der Verein seine erste Mannschaft aber aus dieser Liga zurückziehen und als erster Absteiger feststehen. Grund dafür ist eine völlige Neuausrichtung, die die neue Führungscrew des Sportvereins verfolgt. Man will wieder zu einem „echten Dorfverein“ werden, wie der neue Vorsitzende Mario Bauer betont. Man wolle für alle da sein – für die Familien im Ort ebenso wie für die Spieler.

Zentraler Punkt sei die künftige sportliche Ausrichtung. Man verabschiede sich vom bezahlten Fußball und setze verstärkt auf den eigenen Nachwuchs. Dieser Schritt sei bereits im vergangenen Jahr diskutiert worden und werde jetzt vollzogen. Heribert Pickert war bei den Neuwahlen nicht mehr angetreten und unterstützt den neuen Kurs seiner Nachfolger: „Als ich gemerkt habe, dass die jungen Leute wirklich wollen und sie einen guten Job machen, war für mich der richtige Zeitpunkt gekommen, aufzuhören.“ Mit dem Vorsitzenden legte auch Reinhard Glatz, der 44 (!) Jahre als Spielleiter des SV fungierte, sein Amt nieder. Pickert wurde von der neuen Führung zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Heribert Pickert (rechts) zusammen mit Trainer Jürgen Hümmer. Foto: Archiv Peter Perzl

„Spieler immer privat finanziert“

Im Gespräch mit OberpfalzEcho betont Pickert, dass dem Verein in all den höherklassigen Jahren keinerlei finanzielle Belastung für die Spieler entstanden sei. „Das ist immer alles privat finanziert worden.“ Unabhängig davon hätten sich die auswärtigen Spieler beim SV immer wohlgefühlt. „Egal, ob die Akteure aus der Region, aus Tschechien, der Ukraine oder sonstwoher gekommen sind. Das war immer wie eine große Familie.“ Pickerts Intention hinter dieser oft von anderen Vereinen eifersüchtig und misstrauisch beäugten Strategie: „Ich wollte eben immer die großen Klubs in den größeren Städten der Umgebung ärgern“, sagt der 70-Jährige schmunzelnd.

Sportgelände, Vereinsheim, Bedingungen: alles top

Einhergehend mit dem sportlichen Erfolg hat sich der SV Poppenreuth aber auch die Rahmenbedingungen betreffend kontinuierlich weiterentwickelt. Neben dem Rasenspielfeld, einem der gepflegtesten weit und breit, wurde ein Nebenplatz angelegt und das Sportheim mit den Umkleidekabinen und Sanitäranlagen umfassend renoviert. „Auch das ist ein Grund, warum wir für auswärtige Spieler interessant waren.“

Mit seinem Rückzug aus der unmittelbaren Verantwortung wird sich Heribert Pickert aber nicht komplett vom SVP verabschieden. Viele Jahre war der pensionierte Lehrer nämlich der „Mann für alle Fälle“ im Verein. Pickert war nicht nur für die Spielerverhandlungen zuständig, er mähte auch den Rasen, strich Wände oder transportierte die Jugendmannschaften zu den Auswärtsspielen. „Mir liegen der Verein und das Sportgelände nach wie vor sehr am Herzen. Ich habe zwar jetzt keine Pflichten mehr, sehe meine Hilfe mehr als Hobby“, betont der Ehrenvorsitzende.

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