Ausbildung im Handwerk: Aufwärtstrend hält an

Ausbildung im Handwerk: Aufwärtstrend hält an
Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim in Regensburg stellte Hans Schmidt, stellvertretender HWK-Hauptgeschäftsführer, die aktuellen Daten vor. Demnach schloss das ostbayerische Handwerk 5.386 neue Ausbildungsverträge ab; in Niederbayern registriert die Kammer 2.707 Verträge (plus 4,80 Prozent), in der Oberpfalz 2.679 (plus 10,16 Prozent).
Schmidt führt den Aufwärtstrend auf kontinuierliche Nachwuchsarbeit in Betrieben und Kammer zurück. „Wir haben lange dafür gekämpft, das Handwerk von völlig veralteten Klischees zu befreien“, sagte er. „Handwerk steht für Stabilität und Regionalität und verbindet Tradition und Innovation. Es bietet vielfältige Aufstiegschancen und spannende Perspektiven – heute mehr denn je.“
Handwerk als attraktive Perspektive
Auch HWK-Präsident Dr. Georg Haber betont die Rolle des Handwerks für zentrale Zukunftsaufgaben. „Ohne Handwerkerinnen und Handwerker sind die großen Zukunftsaufgaben nicht zu bewältigen“, erklärte er und verwies auf Klima- und Energiewende sowie technologischen Wandel. „Kein Handwerker und keine Handwerkerin wird in absehbarer Zeit durch Künstliche Intelligenz ersetzt werden. Handwerker sind individuelle Problemlöser. Sie verbinden Erfahrungswissen und handwerkliche Tradition mit modernster Technik und digitalen Möglichkeiten.“
Die Kammer stellt zudem die Bedeutung internationaler Fachkräfte in den Mittelpunkt. Schmidt verweist auf den demografischen Druck, da in den kommenden zehn Jahren etwa ein Drittel der heutigen Erwerbsbevölkerung altersbedingt ausscheidet. „Wir sind auf gesteuerte Zuwanderung angewiesen, um unseren Arbeitsmarkt zu stabilisieren – auch im Handwerk“, so Schmidt. Die HWK engagiert sich als Kooperationspartner in Projekten zur Gewinnung von Auszubildenden und Fachkräften aus Drittstaaten; der Anteil der Auszubildenden ohne deutschen Pass liegt 2026 bei 18,5 Prozent.
Viele offene Stellen – Bewerbermarkt hält an
Trotz positiver Entwicklung bleibt der Ausbildungsmarkt in Ostbayern aus Sicht der Kammer ein Feld mit mehr offenen Plätzen als Bewerbern. „Trotz der positiven Entwicklung bleibt der Ausbildungsmarkt in Ostbayern ein Bewerbermarkt“, so Schmidt. In Niederbayern kommen nach Angaben der Arbeitsagentur auf 100 betriebliche Ausbildungsstellen 69 Bewerberinnen und Bewerber, in der Oberpfalz 47.
Zusätzliche Chancen bietet die Lehrstellenbörse der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, in der derzeit 692 Ausbildungsplätze gelistet sind, davon 304 in Niederbayern und 388 in der Oberpfalz. Ein Start in die Ausbildung ist auch nach dem 1. September möglich. Besonders gefragt sind aktuell die Berufe Kfz-Mechatroniker, Elektroniker und Anlagenmechaniker SHK; die meisten freien Plätze finden sich in den Berufen Elektroniker, Anlagenmechaniker SHK, Kfz-Mechatroniker und Maurer.
Bedeutung für die Nordoberpfalz
Für Betriebe in der Nordoberpfalz signalisiert der Zuwachs an Lehrverträgen eine stabile Nachfrage nach handwerklicher Ausbildung, gleichzeitig zeigen 388 offene Stellen in der Oberpfalz den anhaltenden Personalbedarf. Unternehmen sichern sich mit Ausbildung Fachkräfte für Energie- und Klimaprojekte ebenso wie für klassische Gewerke, während Jugendliche und Quereinsteiger auch nach Ausbildungsbeginn Chancen auf einen Einstieg finden. Zuwanderung und Berufsorientierung bleiben zentrale Hebel, um die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage in der Region zu verringern.
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