Bodenradar eröffnet neue Einblicke in Guteneck

Bodenradar eröffnet neue Einblicke in Guteneck
Forschung in Guteneck-Weidenthal: Bodenradar im Praxistest
Was verbirgt sich eigentlich unter der Oberfläche landwirtschaftlicher Flächen? Dies ist die zentrale Frage einer Bachelorarbeit, die im Rahmen der Flurneuordnung und Dorferneuerung Guteneck-Weidenthal (Landkreis Schwandorf) entsteht. Die beiden dualen Studenten Lukas König und Jonas Müller von der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Amberg-Weiden untersuchen dabei, ob modernste Messtechnik künftig eine wichtige Rolle bei der Bewertung von Böden spielen könnte.
Projektstart und Ziele der Bachelorarbeit
Der Startschuss für das Projekt fiel Anfang Februar: In einer Vorstandssitzung der Teilnehmergemeinschaft stellten die beiden Studenten der Fachrichtung Geoinformatik und Landmanagement ihr Forschungsvorhaben erstmals vor. Sie erläuterten Zielsetzung, wissenschaftlichen Hintergrund und geplanten Ablauf der Untersuchungen. Hauptsächlich soll ergründet werden, ob Bodenradar – ein bislang vor allem in Bauwesen, Geologie oder Archäologie eingesetztes Verfahren – auch für die Bodenwertermittlung geeignet ist.
Klassische Bodenstiche versus moderne Radarmessung
In der landwirtschaftlichen Praxis erfolgt die Bewertung von Böden bislang häufig über sogenannte Bodenstiche. Dabei werden mit Bohrgeräten punktuell Bodenproben entnommen, um Informationen über Bodenaufbau, Struktur oder Feuchtigkeit zu gewinnen. Dieses Verfahren liefert zwar verlässliche Ergebnisse, ist jedoch zeitaufwendig.
Genau hier setzt die Bachelorarbeit an: Mithilfe eines Bodenradars, dem LMX150™ GPR, sollen die Flächen zerstörungsfrei und rasterhaft untersucht werden. Das Gerät sendet elektromagnetische Impulse in den Boden und kann so Veränderungen im Untergrund sichtbar machen, etwa unterschiedliche Bodenschichten, Feuchteunterschiede oder verborgene Strukturen.
Datenvergleich und wissenschaftlicher Mehrwert
Die gewonnenen Daten werden anschließend mit bereits vorhandenen Ergebnissen aus Bodenstichuntersuchungen verglichen. Ziel ist es herauszufinden, ob das Radarverfahren zusätzliche Informationen liefern kann oder möglicherweise künftig als Ergänzung zu klassischen Methoden eingesetzt werden könnte.
Untersuchungsflächen und Bedingungen vor Ort
Nach der Vorstellung des Projekts folgte der nächste Schritt: Die Studierenden verschafften sich vor Ort einen Überblick über mögliche Untersuchungsflächen im Gebiet Guteneck-Weidenthal. Dabei wurden mehrere landwirtschaftliche Flächen begangen und auf ihre Eignung für die geplanten Messungen geprüft. Das Gebiet eignet sich besonders gut für die Untersuchung, da hier sehr unterschiedliche Bodenverhältnisse vorkommen, von steinigen Böden über feuchtere Bereiche bis hin zu Hanglagen. Zudem liegen aus dem laufenden Flurneuordnungsverfahren bereits umfangreiche Bodenstichdaten vor, die sich für einen wissenschaftlichen Vergleich eignen.
Zusammenarbeit mit Flächeneigentümern
Wesentlich für das Projekt ist die Zusammenarbeit mit den Flächeneigentümern: Sie wurden bereits schriftlich über das Vorhaben informiert und um Zustimmung gebeten, ihre Grundstücke für die Messungen betreten zu dürfen. „Sämtliche Untersuchungen dienen ausschließlich wissenschaftlichen Zwecken und haben keinerlei Einfluss auf das laufende Flurneuordnungsverfahren“, betonen die beiden Studierenden.
Außerdem werden alle Arbeiten mit größter Sorgfalt durchgeführt, um mögliche Beeinträchtigungen der Flächen zu vermeiden.
Feldarbeiten und Auswertung
Die eigentlichen Feldarbeiten beginnen bald: Die Datenerhebung ist für den Zeitraum zwischen 23. März und 8. April vorgesehen. In dieser Phase werden die Studierenden mit dem Messgerät die Flächen in Rasterlinien abgehen und dabei kontinuierlich Daten aus dem Untergrund erfassen.
Die Auswertung erfolgt anschließend an der OTH in Amberg. Dort werden die Radaraufnahmen analysiert und den vorhandenen Bodenstichdaten gegenübergestellt.




