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Förderung über 90.000 Euro stärkt Trinkwasserschutz im Oberpfälzer Jura

Beratzhausen. Mit einem Förderbescheid über 90.000 Euro ist am 22. Juli 2026 im Trinkwasserschutzgebiet der Startschuss für ein Projekt gefallen, das Grundwasser schützt und Bio-Landwirtschaft stärkt.

Beratzhausen. Mit einem Förderbescheid über 90.000 Euro ist am 22. Juli 2026 im Trinkwasserschutzgebiet der Startschuss für ein Projekt gefallen, das Grundwasser schützt und Bio-Landwirtschaft stärkt.
Trinkwasserschutz Oberpfälzer Jura. Von links: Roland Weiß (ÖMR Regensburg), Michael Böhm (Ecozept), Laura Braun (ÖMR Neumarkt), Pascal Bußmann (Paojektleiter TWS Oberpfälzer Jura), Kurt Hillinger (Amtsleiter, Amt für Ländliche Entwicklung), Martin Prey (Fachberater TWS Oberpfälzer-Jura), Franz Herrler (1. Vorsitzender TWS Oberpfälzer Jura), Theresa Blume (MZGN GmbH), Annika Reich (ÖMR Amberg-Sulzbach), Sonja Rieger (ÖMR Kelheim). Foto: Valentin Brandes

Förderung über 90.000 Euro stärkt Trinkwasserschutz im Oberpfälzer Jura

Mit einem offiziellen Förderbescheid ist am 22. Juli 2026 im Trinkwasserschutzgebiet Beratzhausen der öffentliche Kick-off für ein neues außergewöhnliches Projekt zum Schutz von Grund- und Trinkwasser durch Öko-Landbau gefallen. An der Veranstaltung nahmen rund 40 Personen teil. Amtsleiter Kurt Hillinger vom Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz (ALE) übergab die Förderzusage in Höhe von knapp 90.000 Euro an Franz Herrler, den 1. Vorsitzenden des Trinkwasserschutz Oberpfälzer Jura (TWS). Der Förderzeitraum läuft vom 1. Januar 2026 bis zum 20. September 2027.

Regionale Bio-Wertschöpfungsketten im Fokus

Der TWS Oberpfälzer Jura kooperiert mit den Öko-Modellregionen Stadt und Landkreis Regensburg, Amberg-Sulzbach und Stadt Amberg, Landkreis Kelheim sowie Neumarkt i.d.OPf. Das Projekt „Entwicklung von regionalen Bio-Wertschöpfungsketten für Druschfrüchte für den präventiven Grund- und Trinkwasserschutz im Oberpfälzer Jura“ verfolgt die gleichen Ziele wie die ÖMRs: die Produktion und Vermarktung heimischer Bio-Lebensmittel voranzubringen und die regionale Identität bewusst zu machen.

Förderung für außergewöhnliche Projekte des Öko-Landbaus

Mit der Förderung über „Außergewöhnliche Projekte“ setzt das Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung, Forsten und Tourismus ein klares Zeichen für den ökologischen Landbau und die regionale Entwicklung. Seit 2021 können die bayerischen Öko-Modellregionen die Begleitung außergewöhnlicher Projekte und Ideen, die die ökologische Landwirtschaft stärken und weiterentwickeln, mit bis zu 50 Prozent bezuschussen. Den restlichen Anteil tragen die Projektträger selbst. Damit soll in der Region Oberpfälzer Jura mit knapp 180.000 Euro der präventive Trinkwasserschutz durch den Öko-Landbau gestärkt werden. Treibende Kraft soll dabei der Aufbau neuer Absatzmöglichkeiten für Bio-Druschfrüchte sein. Über 400.000 Wasserkunden profitieren davon und können ihrerseits die Reinheit ihres Trinkwassers durch den Kauf heimischer Bioprodukte unterstützen.

Biologische Bewirtschaftung unterstützt Grundwasserneubildung

Eine besondere Rolle spielt die biologische Landbewirtschaftung. Sie weist tendenziell eine höhere Wasserhaltefähigkeit und höhere Infiltrationsraten auf. Dadurch kann mehr Wasser im Boden gespeichert werden und versickern, was die Grundwasserneubildung unterstützt. Gleichzeitig leistet sie aktiven Hochwasserschutz, weil Böden Niederschläge besser aufnehmen können. Ebenso bietet der im Ökolandbau verankerte vollständige Verzicht auf Herbizide beste Voraussetzungen für einen nachhaltigen Schutz der Grundwasservorkommen. Dadurch leistet die Arbeit der Biolandwirtinnen und Landwirte einen wichtigen Beitrag zum Gemeinwohl und soll durch das Projekt gezielt unterstützt und gewürdigt werden.

Befragung von Betrieben und Dialog in der Region

Ein weiterer Baustein ist eine Befragung der umstellungsinteressierten Betriebe. Sie soll zeigen, welche Herausforderungen, Unsicherheiten und Unterstützungsbedarfe es rund um Trinkwasserschutz, regionale Wertschöpfung und landwirtschaftliche Praxis gibt. So können die weiteren Maßnahmen gezielt an den Bedürfnissen der Landwirtschaft ausgerichtet werden. Damit verbindet das Projekt ökologische Verantwortung mit regionaler Entwicklung und dem Blick auf kommende Generationen. Trinkwasserschutz betrifft alle Menschen, sichert eine zentrale Lebensgrundlage und soll mehr Bewusstsein für regionale Öko-Landwirtschaft und Öko-Lebensmittel schaffen.

Die Förderung soll den Dialog zwischen Landwirtschaft, Wasserschutz, Verbraucherinnen und Verbrauchern sowie weiteren Partnern vertiefen und konkrete Schritte in der Region voranbringen.

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Hintergrund

Die Kooperation Trinkwasserschutz Oberpfälzer Jura ist ein Zusammenschluss aus elf Wasserversorgern. Sie betreut 26 Wasserschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 15 000 ha. Jährlich fördern ihre Mitglieder 22 000 000 Kubikmeter Wasser und versorgen damit rund 450 000 Einwohner. Zu ihren Mitgliedern zählen:

  • Rewag, Stadtwerke Burglengenfeld, Stadtwerke Maxhütte-Haidhof, Markt Regenstauf, Stadt Velburg, Zweckverband (ZV) Eichlberger Gruppe, ZV Hohenschambach, ZV Jachenhausener Gruppe, ZV Laber-Naab, ZV Naab-Donau-Regen, ZV Vils-Naab-Gruppe
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