Haltung und klare Ziele treiben Reger Bau in Vohenstrauß an

Haltung und klare Ziele treiben Reger Bau in Vohenstrauß an
Wie bleiben Unternehmen beweglich, wenn Märkte sich verändern, Anforderungen steigen und Wachstum neue Strukturen verlangt? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Diskussionsrunde zum Thema „Growth Mindset“ der Wirtschaftsförderung des Landkreises Neustadt/WN. Eine der drei Diskutanten war Michaela Reger von Reger Bau aus Vohenstrauß. Sie machte deutlich, wie wichtig Haltung, Veränderungsbereitschaft und klare Entscheidungen für die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens sind.
Familienunternehmen: Kurze Wege, klare Entscheidungen
Für Reger liegt ein besonderer Vorteil von Familienunternehmen in den kurzen Entscheidungswegen. Während große Konzerne oft lange Abstimmungsprozesse durchlaufen müssen, kann ein familiengeführtes Unternehmen schneller reagieren, wenn sich neue Chancen ergeben oder sich der Markt verändert. Geschwindigkeit allein ist dabei aber nicht entscheidend. „Wir entscheiden nicht schneller, um schneller zu sein. Wir entscheiden schneller, weil wir etwas bewegen und unser Ziel konsequent umsetzen wollen“, sagt Reger.
Bei Reger Bau geht es deshalb immer auch darum, ob eine Idee zu den eigenen Werten und langfristigen Zielen passt. Wenn die Überzeugung da ist, dass ein Schritt den Betrieb, die Mitarbeitenden oder die Kunden weiterbringt, wird entschieden und konsequent umgesetzt. Diese Haltung zeigt sich etwa bei Themen wie Digitalisierung, nachhaltigem Bauen oder der Weiterentwicklung des Unternehmens.
Wachstum braucht neue Strukturen
Dass Wachstum nicht nur mehr Aufträge bedeutet, sondern auch neue Verantwortung und andere Führungsstrukturen, zeigt die Entwicklung von Reger Bau besonders deutlich. Aus ursprünglich fünf Mitarbeitenden sind inzwischen rund 160 geworden. Damit hat sich auch die Rolle der Geschäftsführung stark verändert.
Früher hat Geschäftsführer Josef Reger vieles selbst gemacht. Ein persönlicher Wendepunkt war ein Schlaganfall vor 14 Jahren. Dadurch wurde deutlich, dass Verantwortung breiter verteilt werden muss. In der Folge wurde eine zweite Führungsebene aufgebaut, Mitarbeitende übernahmen mehr Verantwortung und die Geschäftsführung konnte stärker strategisch arbeiten.
„Eine der wichtigsten Erkenntnisse aus dieser Zeit war: Als Geschäftsleitung sollte man nicht nur im Unternehmen arbeiten, sondern vor allem am Unternehmen“, erklärt Michaela Reger. Diese Veränderung hat dem Unternehmen neue Freiräume eröffnet. Die Geschäftsführung wurde vom Tagesgeschäft entlastet und konnte sich stärker auf die Zukunft des Betriebs konzentrieren.
Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der Unternehmensgeschichte wider. Anfangs baute Reger Bau vor allem Häuser. Später folgte der Schritt zum schlüsselfertigen Bauen, um Kunden ein Rundum-sorglos-Paket anbieten zu können. Ziel war und ist es, möglichst viele Gewerke selbst abzudecken und dadurch Qualität, Abläufe und Termine besser steuern zu können.
Es folgten der Ausbau des Wohnungsbaus und eigene Bauträgerprojekte. Im Jahr 2025 wurde die Römisch Industriebau Teil der Unternehmensgruppe. Ebenfalls 2025 kamen der Aufbau einer eigenen Zimmerei und die neue Massivholzbauweise „monoholz“ hinzu. Für Reger ist das ein Beispiel dafür, wie sich ein Unternehmen weiterentwickeln kann, ohne seine Grundwerte aus den Augen zu verlieren.
Durchhalten als persönliche Haltung
Growth Mindset zeigt sich für Michaela Reger aber nicht nur in unternehmerischen Entscheidungen, sondern auch im persönlichen Alltag. Von Februar bis November fährt sie jeden Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit – unabhängig davon, ob die Sonne scheint oder es regnet.
Für sie ist das mehr als nur der Arbeitsweg. Die Bewegung, die frische Luft und die Natur helfen ihr, den Kopf frei zu bekommen und den Tag bewusst zu beginnen. Während der Fahrt entstehen neue Ideen, gleichzeitig reflektiert sie den vergangenen Tag: Was ist gut gelaufen? Was kann verbessert werden? So kommt sie mental vorbereitet und gestärkt im Unternehmen an.
Entscheidend ist auch hier das gesetzte Ziel. „Wenn ich mir einmal ein Ziel gesetzt habe, dann ziehe ich es auch durch“, sagt Reger. Einfach abzubrechen, ist für sie keine Option. Dieses Durchhalten motiviert sie jeden Tag aufs Neue.
Genau diese Haltung passt zum Thema der Diskussionsrunde: Growth Mindset bedeutet, Veränderungen nicht als Hindernis zu sehen, sondern als Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln. Bei Reger Bau zeigt sich das im Zusammenspiel aus langfristigem Denken, kurzen Wegen, klaren Entscheidungen und der Bereitschaft, Verantwortung zu teilen.
So wird aus Wachstum nicht nur eine Frage der Größe, sondern vor allem eine Frage der Haltung.

Wirtschaftsforum Nordoberpfalz: Growth Mindset – echtes Wachstum beginnt im Kopf
Neustadt/WN. Beim Wirtschaftsforum Nordoberpfalz – Work-Life-Wow am 10. Juni 2026 drehte sich alles um das Growth Mindset. Ein Impulsvortrag von Dr. Pablo Neder und eine Podiumsrunde gaben Impulse für Unternehmen.
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