Immer auf der Sonnenseite: Sommerhitze? Die Sonne liefert die Kühlung gleich mit
Immer auf der Sonnenseite: Sommerhitze? Die Sonne liefert die Kühlung gleich mit
Eine Kolumne von Siegfried Schröpf
Die ersten heißen Tage verlaufen meist nach dem gleichen Muster: Morgens wird kräftig gelüftet, anschließend bleiben Fenster und Rollläden möglichst geschlossen. Irgendwann wird ein Ventilator hervorgeholt, der senkt zwar nicht die Raumtemperatur, lässt die Wärme durch die Luftbewegung aber deutlich erträglicher erscheinen.
Trotzdem reicht das heute oft nicht mehr aus: Die Temperatur im Haus steigt von Tag zu Tag weiter an und vor allem die Nächte werden zunehmend belastend. Und so fragen sich auch viele Menschen in der Oberpfalz: Lohnt sich die Anschaffung eines Kühlgeräts – und welche Technik ist die richtige?
Eigenen Solarstrom fürs Kühlen nutzen
Für Besitzer einer Photovoltaikanlage – und für alle, die über eine Anschaffung nachdenken – bietet der Sommer einen entscheidenden Vorteil: Gerade dann, wenn der Kühlbedarf am höchsten ist, liefert die Photovoltaikanlage besonders viel Strom.
Mobile Klimageräte mit Abluftschlauch: Nachteile im Überblick
Als einfachste Lösung erscheint zunächst ein mobiles Klimagerät mit Abluftschlauch. Solche Geräte sind schnell aufgestellt, arbeiten aber häufig wenig effizient. Sie blasen warme Raumluft nach draußen. Durch den dabei entstehenden Unterdruck strömt gleichzeitig warme Außenluft durch Fensterfugen oder geöffnete Türen wieder nach innen. Das Gerät arbeitet damit teilweise gegen sich selbst und benötigt dennoch vergleichsweise viel Strom.
Monoblock-Klimageräte: Kühlen und heizen mit Invertertechnik
Eine interessante Alternative sind fest installierte Monoblock-Klimageräte mit Invertertechnik und integrierter Wärmepumpenfunktion. Sie können im Sommer kühlen und in der Übergangszeit oder im Winter auch heizen.
Anders als bei einer Split-Anlage ist die gesamte Technik einschließlich des Kompressors in einem einzigen, im Raum aufgestellten Gerät untergebracht, eine separate Außeneinheit ist deshalb nicht erforderlich. Für den Luftaustausch sind lediglich zwei Öffnungen durch die Außenwand erforderlich. Von außen bleiben meist nur zwei vergleichsweise unauffällige Lüftungsgitter sichtbar. Ganz ohne Nachteile ist diese Bauweise allerdings nicht: Da sich auch der Kompressor im Raum befindet, sollte beim Kauf besonders auf die Geräuschentwicklung geachtet werden.
Effizient kühlen: Invertertechnik und Tagesverlauf
Dank der Invertertechnik passt das Gerät seine Leistung dem tatsächlichen Kühlbedarf an. Ist die gewünschte Raumtemperatur erreicht, schaltet es nicht ständig vollständig ab, sondern arbeitet mit verringerter Leistung weiter. Dadurch bleibt die Temperatur gleichmäßiger und der Strom wird bedarfsgerechter eingesetzt.
Das passt besonders gut zu einer Photovoltaikanlage. Bereits am späten Vormittag kann das Gerät mit dem selbst erzeugten Solarstrom anlaufen und verhindern, dass sich die Räume überhaupt stark aufheizen. Anstatt am Abend ein überhitztes Zimmer mit Netz- oder Batteriestrom mühsam herunterzukühlen, wird die Temperatur tagsüber mit vergleichsweise geringer Leistung gehalten.
Gebäude als Kältespeicher clever nutzen
Dabei kann sogar das Gebäude selbst als eine Art Kältespeicher dienen. Wände, Böden und Möbel nehmen die niedrigere Temperatur auf und geben die gespeicherte Kühle nur langsam wieder ab. Dadurch bleibt das Haus am Abend länger angenehm temperiert, obwohl das Kühlgerät dann nur noch wenig oder gar nicht mehr arbeiten muss.
Wer heute eine Photovoltaikanlage besitzt oder plant, kann deshalb ohne schlechtes Gewissen auch das Thema Raumkühlung offensiv angehen.
Fazit: Komfortabel kühlen und Eigenverbrauch erhöhen
Lange galten Klimageräte vor allem als Stromfresser. Heute lässt sich das differenzierter betrachten: Wer zunächst die Hitze aussperrt, dann die passende Technik wählt und möglichst den eigenen Solarstrom nutzt, kann sein Zuhause komfortabel kühlen und zugleich den Eigenverbrauch seiner Photovoltaikanlage erhöhen. So liefert die Sonne im Sommer nicht nur die Hitze, sondern auch einen Teil der Lösung.
2. August 2026
Siegfried Schröpf
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