Jürgen Birner im Kurzinterview vor der ECHO-Netzwerkveranstaltung: Gold in Krisenzeiten – warum der Preis nicht immer steigt
Jürgen Birner im Kurzinterview vor der ECHO-Netzwerkveranstaltung: Gold in Krisenzeiten – warum der Preis nicht immer steigt
Gold gilt vielen Menschen als Sicherheit in unsicheren Zeiten. Doch schützt es tatsächlich vor jeder Krise? Und kann aus dem Wunsch nach Sicherheit sogar ein neues Anlagerisiko entstehen? Jürgen Birner von pro aurum München erklärt im Kurzinterview vor der ECHO-Netzwerkveranstaltung am 22. Oktober, warum der Goldpreis nicht jeder Krise folgt, welche Fehler Anleger häufig machen und weshalb auch jüngere Menschen das Edelmetall für sich entdecken.
Jürgen Birner leitet die Münchner Filiale des Edelmetallhändlers pro aurum im sogenannten Goldhaus in München-Riem. Seit mehr als 25 Jahren beschäftigt er sich mit Edelmetallen, seit fast 17 Jahren steht er an der Spitze des Münchner Standorts.
Experten diskutieren Anlageformen
Bei der ECHO-Netzwerkveranstaltung in Neustadt/WN vertritt er die Perspektive Gold. Gemeinsam mit Immobilienexperte Oliver Ludwig und Finanzexperte Dr. Matthias Bernhardt diskutiert er, welche Rolle unterschiedliche Anlageformen beim Vermögensaufbau spielen können.
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Gold in Krisenzeiten: Wie sicher ist der sichere Hafen?
Herr Birner, Gold gilt als sicherer Hafen. Gleichzeitig kann auch der Goldpreis deutlich schwanken. Wie passt das zusammen?
Der Begriff „sicherer Hafen“ bedeutet nicht, dass der Preis stabil bleibt, sondern dass Gold einen inneren, unzerstörbaren Wert besitzt. Dass der Goldpreis dennoch kurz- und mittelfristig deutlich schwankt (Volatilität), liegt an den typischen Marktmechanismen.
Ukraine, Nahost, Donald Trump, Handelskonflikte und politische Unsicherheit: Ist die einfache Formel „Krise gleich steigender Goldpreis“ zu kurz gedacht?
Ja – die Formel „Krise gleich steigender Goldpreis“ ist zu kurz gedacht. Eine Krise kann Gold attraktiver machen, sie garantiert aber keinen steigenden Goldpreis. Krisen können daher den Goldpreis kurzfristig deutlich beeinflussen. Langfristig spielen jedoch insbesondere die Entwicklung der Kaufkraft von Währungen, die Inflationserwartungen und das Verhältnis von Angebot und Nachfrage eine wichtige Rolle.
Junge Anleger, Gold und die Angst, etwas zu verpassen
Immer mehr jüngere Menschen interessieren sich für Gold. Was hat sich aus Ihrer Sicht bei dieser Generation verändert?
Gold ist schon seit Längerem nicht mehr ausschließlich für ältere Anleger oder im Rahmen klassischer Vermögensanlagen ein Thema. Vor allem jüngere Menschen informieren sich heute deutlich stärker über digitale Kanäle zu Finanzthemen und können Gold relativ unkompliziert erwerben.
Gerade wenn Gold stark steigt, entsteht schnell das Gefühl: Jetzt muss ich noch aufspringen. Wie gefährlich sind Angst, Gier und FOMO beim Goldkauf?
Angst, Gier und FOMO sind grundsätzlich schlechte Anlageberater. Gold ist ein sinnvoller Bestandteil eines diversifizierten Portfolios – der Kauf sollte jedoch nicht allein durch einen gerade steigenden Goldpreis motiviert sein.
Von der Sicherheit zum Risiko
Wann lohnt es sich, Gold ins eigene Vermögen aufzunehmen – und wann ist Zurückhaltung angebracht? Darüber diskutiert Jürgen Birner am 22. Oktober bei der ECHO-Netzwerkveranstaltung mit den Experten für Immobilien sowie Fonds & Aktien. Auch die Gäste können eigene Fragen einbringen.
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Wann wird aus Sicherheit ein Risiko?
Kann man auch zu viel Gold besitzen – also aus dem Wunsch nach Sicherheit heraus selbst ein neues Risiko schaffen?
Ja, auch bei Gold kann man überinvestiert sein. Entscheidend ist deshalb nicht, möglichst viel Gold zu besitzen, sondern es sinnvoll in eine insgesamt breit diversifizierte Vermögensstruktur einzubinden. Die passende Gewichtung hängt dabei stark von der persönlichen Situation, dem Anlagehorizont und der individuellen Risikobereitschaft ab.
Was ist aus Ihrer Sicht der größte Denkfehler, den Menschen beim Thema Gold machen?
Gold als kurzfristige Anlage betrachten. Wer zudem versucht, den perfekten Einstiegszeitpunkt zu finden, läuft Gefahr, am Ende gar nicht oder prozyklisch zu investieren – also erst dann, wenn die Kurse bereits deutlich gestiegen sind.
Und wann sollte man Gold wieder verkaufen?
Nicht nur der Kauf, auch der Verkauf will überlegt sein. Für Birner ist dabei nicht allein die Preisentwicklung ausschlaggebend:
„Für mich ist nicht entscheidend, ob der Goldpreis gerade einen bestimmten Stand erreicht hat, sondern ob Gold noch die Funktion erfüllt, für die ich es ursprünglich ins Portfolio aufgenommen habe.“
Drei Perspektiven, eine Diskussion – und anschließend Networking
Welche Rolle Gold im Vergleich zu Immobilien sowie Fonds & Aktien übernehmen kann, steht auch im Mittelpunkt der ECHO-Netzwerkveranstaltung.
Prof. Michael Hauer, Professor für Finanzmärkte und Financial Planning an der OTH Amberg-Weiden, moderiert die Diskussion und hinterfragt die unterschiedlichen Positionen der Experten.
Das Format verbindet kurze Impulsvorträge mit einer offenen Diskussion. Anschließend bleibt Zeit für Networking, persönliche Gespräche und den direkten Austausch mit den Referenten.
ECHO-Netzwerkveranstaltung „Vermögen intelligent investieren“
Wann: Donnerstag, 22. Oktober 2026
Einlass: ab 18 Uhr, Beginn: 18.30 Uhr
Ort: Café der Gärtnerei Steinhilber, Gärtnerweg 1 in Neustadt/WN
Programm: Drei Impulsvorträge à ca. 15 Minuten, anschließend moderierte Diskussionsrunde
Danach: Get-together, Networking und persönlicher Austausch mit Fingerfood von Catering Witt.
Veranstalter: Wirtschaftsbeirat Nordoberpfalz, Wirtschaftsclub Nordoberpfalz, Mittelstandsunion Nordoberpfalz und OberpfalzECHO.
Die Veranstaltung steht allen Interessierten offen. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.
Anmeldeschluss: Montag, 19. Oktober 2026. Eine verbindliche Anmeldung ist erforderlich.
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