Langfristiger Aufwärtstrend bei Bio-Milcherzeugern
Langfristiger Aufwärtstrend bei Bio-Milcherzeugern
Die Zahl der Öko-Betriebe in der Oberpfalz ist seit 2019 von 899 auf 1.029 gestiegen. Demnach wirtschaften aktuell rund acht Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in der Oberpfalz nach den Vorgaben der EUÖko-Verordnung. Trotz dieses starken Anstiegs platziert sich die Oberpfalz aber nur auf dem sechsten Platz unter den Regierungsbezirken in Bayern. Die meisten Öko-Betriebe liegen in Südbayern. So finden sich in Oberbayern fast dreimal so viel, sowohl ökologisch wirtschaftende Betriebe als auch ökologisch bewirtschaftete Fläche.
Standort ist nicht gleich Standort, Betrieb nicht gleich Betrieb
Doch worauf lassen sich die unterschiedlichen Zahlen zurückführen? Ein wichtiger Grund für diesen Unterschied ist der hohe Grünlandanteil (Fachbegriff für Wiesen) der Betriebe in Schwaben und Oberbayern. Eine Umstellung auf Ökolandbau ist für diese Betriebe leichter durchzuführen. Der zuständige Berater für Ökolandbau am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Tirschenreuth-Weiden (AELF), Maximilian Hierl, nennt einen weiteren Grund:
„Ob eine Umstellung auf Ökolandbau überhaupt möglich ist, hängt von vielen Faktoren ab. Besonders wichtig sind dabei auch die Rahmenbedingungen vor Ort.“ Während im südlichen Bayern die Weidehaltung meist nie aufgegeben wurde, ist es in weiten Teilen der Oberpfalz so, dass hier die Weidehaltung zeitweise völlig abhandengekommen ist und die Ställe dementsprechend in der Dorfmitte entstanden sind. Dieser fehlende Zugang zu geeigneten Weideflächen macht es nun für viele Betriebe kompliziert, auf Ökolandbau umzustellen, denn der Zugang zu einer Weide ist praktisch Pflicht für Ökobetriebe mit Rinderhaltung.
Ökopreise sind langfristig stabiler
Ein Blick auf die Entwicklung beim Milchpreis zeigt für Ökomilch aktuell nur noch einen Preisvorteil von weniger als vier Cent pro Liter und der Trend der Annäherung von konventionell an Öko scheint noch nicht beendet. Zusammen mit strengeren Anforderungen bei der Weidehaltung und der im Vergleich zur konventionellen Milchproduktion schlechteren Wirtschaftlichkeit, befindet sich die Biomilchproduktion momentan in einer etwas schwierigeren Situation als in den sehr guten vergangenen Jahren. Im langfristigen Trend ist der Preis für Bio-Milch jedoch weitaus stabiler als der für konventionelle Milch.
Großes Interesse an Infoveranstaltung
Die wirtschaftliche Situation und die Weidehaltung waren natürlich auch wichtige Themen des Online-Einsteigerseminars Ökologischer Landbau am 13. Februar. Dieses veranstalteten die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und die Ökomodellregionen der Oberpfalz im Rahmen der Themenwochen „Ökolandbau“. Geladen waren auch Referenten der ÖkoVerbände Biokreis und Demeter.
Neben produktionstechnischen Besonderheiten, aktuellen gesetzlichen Vorgaben und den Fördermöglichkeiten im Ökolandbau, wurden die 75 Teilnehmer außerdem über die engagierte Arbeit der sechs Ökomodellregionen in der Oberpfalz informiert. Den gelungenen Abschluss bildete der Bericht einer Praktikerin, die begeistert von ihrem Milchviehbetrieb mit Direktvermarktung und den Höhen und Tiefen ihrer Öko-Umstellung berichtete. Eine wichtige Erkenntnis des Abends war somit, dass wenn das Gesamtkonzept des Betriebes stimmt, die tägliche Arbeit mit der Natur, den Tieren und den Menschen eine erfüllende Herzensangelegenheit ist.







