Neues Umspannwerk treibt Energiewende in Kirchenthumbach voran

Neues Umspannwerk treibt Energiewende in Kirchenthumbach voran
Schwergewicht für die Energiewende: An der Baustelle des neuen Umspannwerks der Bayernwerk Netz GmbH in Kirchenthumbach (Lkr. Neustadt/WN) ist jetzt ein Transformator angeliefert worden, der es auf ein Gewicht von rund 72 Tonnen bringt. Über ein Schienensystem wurde der Koloss millimetergenau auf das vorbereitete Fundament gezogen. Der Trafo sorgt künftig dafür, dass mehr Strom aus erneuerbaren Quellen ins Stromnetz eingespeist werden kann. Das Projekt wird von der Europäischen Union finanziell gefördert.
Umspannwerke als Knotenpunkte im Stromnetz
Umspannwerke sind die Dreh- und Angelpunkte im Stromnetz. Wenn wie im Raum Kirchenthumbach zahlreiche dezentrale Photovoltaik-Anlagen Sonnenstrom ins regionale Netz einspeisen, dann braucht es dafür ein leistungsstarkes Umspannwerk, das die Energie über die angeschlossenen Leitungen in die umliegenden Städte und Gemeinden bringt.
Spatenstich für das neue Umspannwerk der Bayernwerk Netz GmbH in Kirchenthumbach war im Mai 2025, in diesem Jahr sollen die Bauarbeiten nun abgeschlossen werden. Die Kosten für den wichtigen Knotenpunkt liegen bei rund 13,5 Millionen Euro. Die Hälfte der förderfähigen Kosten übernimmt die Europäische Union im Rahmen des Projekts Gabreta Smart Grids. Dabei arbeitet das Bayernwerk gemeinsam mit dem tschechischen Netzbetreiber EG.D an der grenzübergreifenden Digitalisierung des Verteilnetzes.
Schwerlasttransport und Leistung des neuen Umspannwerks
„Die Anlieferung des Transformators war ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Inbetriebnahme des Umspannwerks“, sagt Nina Sichler, die beim Bayernwerk das Projekt Gabreta Smart Grids leitet. Mit rund 72 Tonnen wiegt der Trafo in etwa so viel wie 14 ausgewachsene afrikanische Elefanten. Entsprechend knifflige, millimetergenaue Rangierarbeit war beim Schwerlasttransport gefragt, um den Koloss vom Lastwagen auf die vorbereiteten Schienen des Betonfundaments zu ziehen. „Das hat bestens geklappt und nur rund zwei Stunden gedauert“, sagt Maximilian Greger von der Bayernwerk Netz GmbH. Die Leistung des neuen Umspannwerks (150 Megavolt-Ampere) entspricht rechnerisch etwa 13.000 durchschnittlichen Photovoltaik-Anlagen auf Einfamilienhäusern mit einer Leistung von je zehn Kilowatt. Im Sommer wird die Anlieferung zweier weiterer Trafos erwartet.
Das Umspannwerk Kirchenthumbach ist eines von über neun Umspannwerken, die die Bayernwerk Netz im Rahmen des Projektes Gabreta Smart Grids baut. Die Europäische Union hat das Projekt als sogenanntes Vorhaben von gemeinsamem Interesse identifiziert. Solche Projekte sind große, wichtige Infrastrukturprojekte, die zum Ziel haben, die Energienetze und -systeme in ganz Europa zu modernisieren und zu verbinden. Mit dem Projekt treiben die E.ON-Gesellschaften Bayernwerk und E.ON Czech mit ihren jeweiligen Netztöchtern die Digitalisierung der Energienetze in Bayern und Böhmen voran.
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