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Projekt mit Strahlkraft: Kassecker ertüchtigt historische Giebelwand der Glashütte Lamberts für Künstlerfenster

Waldsassen. Kassecker hat bei der Glashütte Lamberts die historische Giebelwand für drei Künstlerfenster ertüchtigt – ein Präzisionsprojekt im laufenden Betrieb. Die Fenster zeigen ein Motiv des Kölner Doms von Gerhard Richter.

Projekt mit Strahlkraft: Kassecker ertüchtigt historische Giebelwand der Glashütte Lamberts für Künstlerfenster

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Foto: Tanja Schedl, Kassecker

Selbst über 40 Jahre Bauerfahrung stellt das jüngst fertiggestellte Bauprojekt bei der Glashütte Lamberts in Waldsassen in den Schatten. Peter Michl, seit 43 Jahren bei Kassecker, leitete als Polier des Bauunternehmens Kassecker den handwerklichen Umbau der historischen Giebelwand, in die drei besondere Fenster eingesetzt wurden: der Originalausschnitt des Südquerhausfensters des Kölner Doms nach Entwurf von Gerhard Richter. Ehe es an die Glasarbeit ging, war jede Menge Handarbeit von ihm und seinem Team gefordert.

Unwägbarkeiten des Bestands und Umbau bei laufender Glasfertigung

„Wir arbeiteten an historischem Bestand – da galt es von Beginn an, mit Umsicht und Gefühl zu arbeiten“, bestätigt Michl eine der zentralen Herausforderungen. Es herrschte keine absolute Klarheit, wie stabil die nur 11,5 cm starke Giebelwand aus Klinker und Stahlgefache für sich wirklich war. Verstärkt wurde sie bis dato von einer zweiten Mauerschale – 24 cm stark und direkt an die historische Wand gesetzt. Im Zuge der Ertüchtigung und Vorbereitung für die Fenstereinsätze – auch diese gab es historisch bereits, ehe die Öffnungen vor Jahrzehnten verschlossen wurden – musste Michls Trupp die vorgesetzte Mauerschale rückbauen.

„Eine Zeit lang stand die schmale historische Mauer allein und für sich selbst. Erstaunlich gerade gemauert – und: Sie hielt“, so Michl weiter. Vorher bereits wurde die Last des Dachs auf ein Spezialgerüst verlagert. Dass der Umbau bei laufendem Betrieb der Glashütte stattfand, erschwerte die Arbeiten zusätzlich: Staub wurde durch eine Einhausung des Arbeitsgerüsts dort gehalten, wo er entstand, und der anfallende Schutt wurde in Handarbeit per Kübel und Schuttrutsche nach außen befördert.

Foto: Peter Michl, Kassecker
Foto: Peter Michl, Kassecker
Foto: Robert Christ, Glashütte Lamberts
Foto: Peter Michl, Kassecker
Foto: Andreas Schicker, Kassecker

Ausgeklügeltes Handwerk und Logistik durchs Dach

Nach dem Rückbau der alten Wand begann ein erneut statisch ausgeklügeltes Zusammenspiel: Fast 400 Spezialdübel wurden in die historische Wand geklebt – diese verbinden inzwischen die von außen sichtbare Giebelwand mit der neu betonierten Wandscheibe im Inneren der Ofenhalle. Weil die Fenster aus Lamberts-Glas in einen vorgefertigten Rahmen passen mussten, richtete sich die Betonwand nach den Maßen ebendieser. Das verlangte nach Feinarbeit mit erfahrenen Betonbauern: exakte Radien per Hand aus Holz, Stück für Stück und immer wieder nachmessen, damit am Ende auch sicher alles passt. Auf den Bildern lässt sich unterdessen erahnen, mit welcher Akribie und Sorgfalt hier gearbeitet wurde.

Damit die historische Wand dem Druck des Betonierens der neuen Wandscheibe standhielt, wurde von außen ebenso eine Schalung montiert und mit der Innenschalung verspannt. Abschnittsweise gelangte dann der Beton mittels Kran und Betonbombe sowie eines bis zu elf Meter langen Schlauchs ins Innere. Wie auch beim Rückbau führte die Baustellenlogistik durch schmale Öffnungen, diesmal im Dach, wo einzelne Elemente wie ein Deckel abgehoben wurden, um beispielsweise mit Schalungsteilen oder dem Betonschlauch an den Ort des Geschehens zu kommen.

Passgenaues Ergebnis begeistert bei Einweihung

Erleichternd sei es gewesen, zu sehen, dass am Ende alles hielt und passgenau zusammenstimmte. „Im Bestand, vor allem im historischen, hast du bis zuletzt immer Unwägbarkeiten, mit denen du umgehen musst“, so nochmals Michl. Eines ist gewiss: Das Ergebnis samt gesetztem Fenster – ausgeführt durch die Derix Glasstudios Taunusstein mit mundgeblasenem Lamberts-Glas – begeisterte bei der feierlichen Einweihung durch die Glashütte Lamberts Waldsassen nicht nur das Kassecker-Team.

WITRON – Last call Ausbildung
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