Wohnstudie: Wie stehts um den Immobilienmarkt Weiden/Landkreis Neustadt?
Wohnstudie: Wie stehts um den Immobilienmarkt Weiden/Landkreis Neustadt?
Die Gruppe der Sparda-Banken hat die diesjährige Ausgabe der Studie „Wohnen in Deutschland“ veröffentlicht. Schwerpunkte der umfassenden Untersuchung des Wohnimmobilienmarktes, die erneut in Kooperation mit dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW), seiner Beratungstochter (IW Consult) sowie dem Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) erstellt wurde, sind unter anderem die Preisentwicklungen in Deutschland, die Erschwinglichkeit von Immobilien in den einzelnen Regionen sowie die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Wohnimmobilienmarkt, wie die Sparda-Bank Ostbayern mitteilt.
Außerdem werden Wanderungs- und Pendlerbewegungen sowie die zukünftige Entwicklung des Immobilienmarktes betrachtet. Hier die Ergebnisse der Regionalstudie der Sparda-Bank Ostbayern eG für die Region Ostbayern.
Immobilienmarkt boomt
„Die Studie gibt gerade mit Blick auf die Corona-Krise wichtige Anhaltspunkte für Kaufinteressenten und Eigentümer hinsichtlich Wert und Wertentwicklung von Immobilien sowie wichtige Informationen zu den wesentlichen Faktoren für die Attraktivität von Wohneigentum. Sie zeigt vor allem jedoch: Der Immobilienmarkt kommt gut durch die Krise, ein Einbruch ist nicht zu erwarten“, so Michael Gruber, Vorstandsvorsitzender der Sparda-Bank Ostbayern eG.
Wie siehts in der Stadt Weiden und im Landkreis Neustadt/WN aus?
In Ostbayern müssen für ein Eigenheim durchschnittlich 2.475 Euro/Quadratmeter investiert werden (Bundesdurchschnitt: 2.686 Euro/Quadratmeter/Landesdurchschnitt Bayern: 3.796 Euro/Quadratmeter). In Weiden ist der Quadratmeterpreis mit 2.305 Euro/Quadratmeter unter den günstigeren in der Region. Der Landkreis Neustadt/WN befindet sich mit 1.670 Euro/Quadratmeter unter den günstigsten in Ostbayern. Insgesamt zeichnet sich laut der Studienergebnisse in Ostbayern ein heterogenes Bild der Preise ab: Die teuerste Region mit der Stadt Regensburg ist mehr als dreimal so teuer wie die Region mit den niedrigsten Preisen, der Landkreis Hof (1.381 Euro/Quadratmeter).
Preissteigerung um bis zu 66 Prozent
Im Vergleich zum Jahr 2005 befindet sich die Stadt Weiden im unteren Mittelfeld bei den Preissteigerungen in der Region. Hier stiegen die Preise bis 2020 um 65,8 Prozent, im Landkreis Neustadt/WN stiegen die Preise im gleichen Zeitraum um 52,5 Prozent, wie es in der Studie heißt.
Deutschlandweit betragen die Kosten für eine Immobilie im Schnitt 354.000 Euro. Das entspricht 7,4 Netto-Jahreshaushaltseinkommen. Für diesen Preis ist dabei eine durchschnittliche Wohnfläche von 132 Quadratmetern erhältlich. In Ostbayern muss in der Stadt Regensburg am meisten investiert werden. 14,2 Netto-Jahreshaushaltseinkommen müssen für die durchschnittliche Wohnfläche von 132 Quadratmetern investiert werden.
In Weiden müssen durchschnittlich 6,8 Netto-Jahreshaushaltseinkommen investiert werden, im Landkreis Neustadt/WN hingegen nur 4,8. Im Umkehrschluss gilt: Für die durchschnittliche Investitionssumme von 354.000 Euro erhält man in Weiden 154 Quadratmeter Wohnfläche, im Landkreis dagegen satte 212 Quadratmeter.
Stadt Weiden gewinnt Junge – Landkreis Neustadt/WN entwickelt sich bei 30- bis 50-Jährigen positiv
Zudem zeigt die Wohnstudie die Wanderungsbewegungen in Ostbayern: Die Stadt Regensburg verzeichnet den stärksten Zuzug unter den 18 bis 30-Jährigen mit 49,9/1.000 Einwohner. Auch die Stadt Weiden gewinnt in dieser Altersgruppe 26,7/1.000 Einwohner und befindet sich damit auf Platz 4 in Ostbayern. In dieser Altersgruppe nimmt der Landkreis Neustadt/WN hingegen um 21,2/1.000 Einwohner ab und findet sich auf dem vorletzten Platz der Region wieder.
Ein anderes Bild ergibt sich, wenn man die Gruppe der 30 bis 50-Jährigen betrachtet: Der Landkreis Neustadt/WN gehört mit einem Zuzug von 10,5/1.000 Einwohner zu den überdurchschnittlichen Regionen in Ostbayern. Auch die Stadt Weiden gewinnt in dieser Altersgruppe 6,0/1.000 Einwohner.
Corona-Krise verstärkt Wunsch nach mehr Platz – Nähe zum Arbeitsplatz nicht mehr entscheidend
Die Corona-Krise habe die Sicht auf die eigene Wohnsituation und die Präferenzen hierbei erheblich verändert. Ungeachtet der wirtschaftlichen Unsicherheiten sei dies bei 45 Prozent der Befragten der Fall, bei den Mietern sein es sogar fast 60 Prozent. Immer mehr Mieter – beinahe jeder fünfte – hätten in Folge dessen noch während der Pandemie über einen Umzug nachgedacht, fast jeder zehnte habe sich sogar konkret nach einem neuen Zuhause umgeschaut. Bei den Eigentümern fand dies fast gar nicht statt, was für eine hohe Zufriedenheit spreche. Die häufigsten Gründe für die geänderten Vorstellungen seien der Wunsch nach mehr Platz (42 Prozent), einer schöneren Wohnumgebung (55 Prozent), einem (größeren) Garten oder Balkon oder schnellerem Internet (44 Prozent).
Bereitschaft, sich für eigene Immobilie finanziell stark einzuschränken, steigt – Eigentümer sind glücklicher als Mieter
Trotz aller finanziellen Unsicherheiten, die mit der Corona-Krise für den einzelnen und gesamtwirtschaftlich entstanden seien, bleibt der Wunsch nach Wohneigentum groß. Jeder vierte Mieter bis 50 Jahre plane in den nächsten zwei bis drei Jahren oder zu einem späteren Zeitpunkt einen Immobilienkauf. Dieser Wunsch nach einem „Häuschen im Grünen“ zeige sich auch in der Bereitschaft von 49 Prozent der Befragten, sich für den Erwerb stark oder sogar sehr stark einschränken zu wollen (2019: 40 Prozent). Offenbar nicht ohne Grund: Der Anteil der Befragten, die mit ihrer Wohnsituation sehr zufrieden sind, sei unter Wohneigentümern mit 62 Prozenz mehr als dreimal so hoch wie unter Mietern und ist gegenüber 2019 nochmals gestiegen.
Durch den Ausbau von mobilem Arbeiten bzw. Home-Office verliere die Wegstrecke zum Arbeitsplatz an Bedeutung. Die meisten Mieter mit Erwerbsplänen für Immobilieneigentum seien zwar nach wie vor nicht bereit, weiter als 30 Kilometer zum Arbeitsplatz zu pendeln (65 Prozent). Jeder vierte würde aber mehr als 30 Kilometer pendeln und jeder elfte sogar einen Arbeitsweg über 50 Kilometer in Kauf nehmen.
Niedrige Zinsen – hohe Baukosten
Die Studie kommt außerdem zu dem Ergebnis: Der stetige Anstieg der Immobilienpreise in den letzten Jahren führe zu einem Vermögenszuwachs der Immobilieneigentümer und bei fortgesetzter Entwicklung zu einer hohen Attraktivität für Mieter, ihrerseits eine Immobilie zu erwerben.
Insbesondere die auch weiterhin niedrigen Zinsen spielen potenziellen Käufern in die Karten: Im Vergleich zu 2008 liegt die Zinsersparnis bei einem Durchschnittsinvestment in Höhe von rund 350.000 Euro bei über 130.000 Euro. Gleichzeitig steigen aber die Kaufnebenkosten, weil diese sich relativ zu den Immobilienpreisen entwickeln, obwohl die damit einhergehenden Leistungen nicht komplexer werden: Grunderwerbsteuer, Makler- und Notarkosten liegen mittlerweile bei rund 44.000 Euro für eine durchschnittliche Immobilie, 2010 waren das nur gut 25.000 Euro.
Das bedeutet einen Anstieg um 72 Prozent. Zudem steigen die Baukosten weiter aufgrund hoher Anforderungen an Sicherheit und anderer Aspekte wie beispielsweise die Energieeffizienz oder auch die aktuell teilweise durchschlagende Rohstoffknappheit.
Das Online-Tool zur Studie ist unter www.sparda-wohnen2021.de verfügbar. Hier kann man detaillierte Informationen zur gewünschten Region interaktiv abrufen und vergleichen. Selbstverständlich steht die Sparda-Studie „Wohnen in Deutschland 2021“ dort auch zum Download bereit. Die regionalen Ergebnisse für Ostbayern findet man unter www.sparda-ostbayern.de/aktuelles-sparda-wohnstudie/.
Über die Studie
“Wohnen in Deutschland 2021” ist eine Studie des Verbandes der Sparda-Banken e.V., die mit dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) und seiner Beratungsgesellschaft (IW Consult) sowie dem Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) durchgeführt wurde. Sie stellt die mittlerweile fünfte Neuauflage der Sparda-Studienreihe “Wohnen in Deutschland” dar und betrachtet insbesondere die langfristige Preisentwicklung in den Regionen Deutschlands, sowie die Effekte der Corona-Pandemie auf den Immobilienmarkt.




