Gepuzzeltes Stadtmarketing für den guten Zweck: Weiden ist Bayerns erste Wimmelstadt

Weiden. Jetzt wimmelt auch Weiden. Zwischen Altstadtgassen, Marktplätzen und Wahrzeichen der Max-Reger-Stadt wimmeln historische Persönlichkeiten und Originale auf einer Hommage an das bunte Weiden. Im Puzzle-Gewinnspiel am Ende des Artikels könnt ihr eure Weiden-Expertise unter Beweis stellen.

„Das ist mein Weiden“, freut sich Oberbürgermeister Jens Meyer über das detailreiche Wimmelbild seiner Stadt. Bild: Jürgen Herda

Guckst du! Ist das dort neben dem Nachtclub nicht der legendäre …? Und der grimmige füllige Herr am Klavier, das muss doch … Der Mann im roten Pullunder … Wer spielt denn da auf seiner Glampfen? Dort hinten am nördlichen Horizont erhebt sich aber zweifellos … Pssst! Noch wird nichts verraten, was ihr als Heimatkenner auch ohne Lexikon erraten werdet – und dabei noch ein 1000er-Puzzle mit eben diesem „Weiden wimmelt“-Motiv gewinnen könnt.

Aber der Reihe nach: „Vor ein paar Monaten hat mich der Altenstädter Gemeinderat Christian Schramek, der auch Geschäftsführer unserer tschechischen Tochter ist, gefragt, ob wir nicht mal ein Puzzle von Altenstadt machen wollen“, erzählt PuzzleYou-Gründer Norbert Weig. Das erinnerte den Altenstädter Unternehmer daran, dass er seit Jahren für Mark Schober, Inhaber von Wimmelwerk.de, in kleinen Auflagen Puzzles mit Wimmelbildern von norddeutschen Städten produziert. „Wenn, dann machen wir eines von Weiden“, entschied Weig.

Geschenk an Stadt und Lichtblicke

Eine Idee war geboren: als Geschenk an Stadt und Heimatregion – und für einen guten Zweck. „Mir ist eingefallen, dass es bei der Hilfsaktion Lichtblicke e.V., von den Neustädter NT-Redakteuren Martin Staffe und Wolfgang Benkhardt vor fast 30 Jahren ins Leben gerufen, einen Stabwechsel zu Verlegerin Viola Vogelsang gab“, skizziert der Chef-Puzzler seinen Gedankengang. „Das schien mir ein schönes Einstandsgeschenk, um Menschen in Not zu helfen.“ 50 Prozent aus dem Verkauf gehen an Lichtblicke. „Damit decken wir die Herstellungskosten, einen Gewinn wollen wir nicht erzielen.“

Um die Idee Wimmelbild werden zu lassen, brauchte es jetzt noch eine Ideenwerkstatt, die Geschichten rund um Weiden ausgräbt und eine Grafikerin, die alles ins krumme und schiefe Bild setzt. Denn der Reiz eines solchen, ist ja keine fotorealistische Darstellung. „Es sollte kein steriles Luftbild werden, sondern ein Cartoon prallen Lebens“, schwärmt Weig von der Umsetzung der Weidener Grafikerin mit süditalienischen Wurzeln, Stefania Santoro, und des redaktionellen Masterminds Nina Lenfers.

Präsentation des Weidener Wimmelbildes im NOC: (von links) Grafikerin Stefania Santoro, Oberbürgermeister Jens Meyer und PuzzleYou-Produktionsleiterin Nina Lenfers und Center-Managerin Nicole Deckstein. Bild: Jürgen Herda

Ein buntes Weiden-Lexikon

„Das Schöne an diesem Kunstwerk“, freut sich der Auftraggeber über das Ergebnis, „man kann wunderbar von der Realität abweichen, Vergangenheit und Zukunft fließen ineinander, die Perspektive der Häuser sind so gestaltet, dass an hundert Plätzen gleichzeitig kleine Geschichten stattfinden.“ Der Charme des Wimmelbildes: „Ich finde, es ist ein kleines Weiden-Lexikon dabei herausgekommen, auch ein Städteführer als Souvenir für Touristen zum mit nach Hause nehmen.“

Seit vergangenem Wochenende gibt es das wimmelnde Weiden als Puzzle mit 48 bis zu 2000 Teilen. „Außerdem als Memospiel mit 36 Bildpaaren mit einzelnen Szenen und als Poster im A1-Format“, beschreibt Weig die Produktpalette. Zu erhalten ist das Kleinod in flexibler Ausführung im stationären Handel in der Regionalbibliothek, der Metzgerei Adam in Parkstein und in allen Filialen der Volks- und Raiffeisenbank Nordoberpfalz. Und ganz neu: „Auch die Max-Reger-Halle wird im Rahmen von Veranstaltungen mit Abendkasse den Verkauf übernehmen.“

PuzzleYou-Mitarbeiter Jens Simon vom Haisl-Verein Altenstadt hat beim Hobbykünstlermarkt auf einer Staffelei ein 1000-Teile-Puzzle aufgezogen. Bild: Norbert Weig

Testlauf am Altenstädter Hobbykünstlermarkt

„Bis heute früh haben wir schon 40 Stück verkauft“, erzählt Weig am Sonntag, „der Verkauf läuft noch bis mindestens zum Weihnachtsgeschäft nächsten Jahres.“ Seit Samstag hatten die Puzzler einen kleinen Test laufen. „Unser Mitarbeiter Jens Simon vom Haisl-Verein Altenstadt hat beim Hobbykünstlermarkt auf einer Staffelei ein 1000-Teile-Puzzle aufgezogen.“ Und auch der Weidener Weihnachtsmarkt bietet sich als Promotion-Location an. Und damit Weidens Wimmelbild auch wirklich niemand übersieht, planen die Profipuzzler ein Großformatbanner für den Innenbereich des NOC: „Das macht den Kindern bestimmt Spaß, davorzustehen und bekannte Orte und Figuren zu entdecken“, freut er sich. Und weil’s so schön ist, „hängen wir auch noch eines in der Max-Reger-Halle auf, sobald es geliefert wurde“.

Damit rundet sich die Idee: „Wir wollen als erfolgreiches regionales Unternehmen den Menschen in der Region ein Bild ihrer Stadt, ihres Oberzentrums schenken.“ Und wer weiß: „Ich habe da schon noch so ein paar Ideen“, will Weig nicht zu viel verraten. „Wir schauen, ob wir damit einen Nerv treffen – und wenn’s gut läuft, muss das nicht die letzte Fassung gewesen sein.“

Puzzle-Preisfrage: Wer ist der halbseidene Herr im grauen Anzug neben dem Nachtexpress? Grafik: Stefania Santoro

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