Drogenhandel aus Klinik und Gefängnis: Vier Angeklagte vor dem Landgericht Weiden

Drogenhandel aus Klinik und Gefängnis: Vier Angeklagte vor dem Landgericht Weiden
Im Mittelpunkt des Verfahrens steht ein 32-Jähriger aus Franken. Er soll nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft zwischen Mai und Oktober 2024 einen schwunghaften Handel mit verschiedenen Drogen betrieben haben. Im größten angeklagten Fall geht es um 12 Kilogramm „Crystal Meth“ (Methamphetamin).
Bemerkenswert ist der Ort, von dem aus der Angeklagte die Geschäfte laut Anklage gesteuert haben soll: zunächst aus dem Maßregelvollzug im Bezirkskrankenhaus Regensburg, später aus der Justizvollzugsanstalt Straubing. Laut Anklage koordinierte er von dort aus die kompletten Geschäfte: von der Vermittlung der Lieferanten über die Auslieferung und den Weiterverkauf bis hin zum Eintreiben ausstehender Zahlungen.
Mehrere der angeklagten Drogenlieferungen sollen nach Pressath gegangen sein. Weitere Betäubungsmittel wurden laut Staatsanwaltschaft an Abnehmer in den Landkreisen Neustadt/WN und Tirschenreuth verkauft.
Größter Fall: 12 Kilo Methamphetamin
Mitangeklagt sind ein Maurer (45) aus Nürnberg, ein Bauzeichner (31) aus dem Landkreis Neustadt/WN, der zuletzt in Salzburg lebte, sowie eine Bürokauffrau (35) aus dem Landkreis Bamberg. Zwei von ihnen sollen laut Anklage seit Mai 2024 mit dem 32-Jährigen zusammengearbeitet haben. Ihnen wird vorgeworfen, Drogenlieferungen entgegengenommen und die Betäubungsmittel teils auf dessen, teils auf eigene Rechnung weiterverkauft zu haben. Auch der 31-Jährige befand sich während des Tatzeitraums teilweise ebenfalls im Maßregelvollzug.
Die Dimensionen, um die es in dem Verfahren geht, sind erheblich. Allein im Mai 2024 soll der 32-Jährige nach Darstellung der Staatsanwaltschaft zwölf Kilogramm Methamphetamin für 14,50 Euro pro Gramm gekauft und gewinnbringend weiterverkauft haben. Die Anklage geht von Einnahmen in Höhe von mindestens 66.000 Euro aus.
Ein Geschäft scheitert an Autopanne
Die Anklageschrift listet zahlreiche Geschäfte auf. Dabei geht es um Mengen von mehreren hundert Gramm bis hin zu mehreren Kilogramm Methamphetamin, Amphetamin und Cannabis. Lieferungen sollen unter anderem per Post oder über Kuriere erfolgt sein. Manche Geschäfte scheiterten: In einem Fall erschien der Lieferant nicht, in einem anderen blieb das Auto auf dem Weg zur Drogenübergabe mit einer Panne liegen.
Dem vierten Angeklagten – dem 45‑jährigen Maurer – wirft die Staatsanwaltschaft vor, die mitangeklagte Frau bei ihren Drogengeschäften unterstützt zu haben. Er soll sie zu Abnehmern gefahren und Methamphetamin in seiner Wohnung aufbewahrt haben. Bei einer Durchsuchung im Oktober 2024 wurden dort laut Anklage insgesamt 444,6 Gramm verschiedener Methamphetamin-Gemische sichergestellt.
Die Staatsanwaltschaft legt den Angeklagten Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge zur Last. Die Verteidigung übernehmen die Rechtsanwälte Helmut Mörtl, Oliver Schmidl, Andreas Dräger, Alexander Greithaner, Prof. Dr. Jan Bockemühl und Shervin Ameri.





