Drohne trifft Diensthund: Polizei testet ungewöhnliches Team in Weiden

Drohne trifft Diensthund: Polizei testet ungewöhnliches Team in Weiden
„Wir wollen herausfinden, inwieweit die Zusammenarbeit von Diensthundeführern mit den Drohnen-Experten der Verkehrspolizei Weiden sinnvoll ist“, erklärt Alexander Wächter, stellvertretender Leiter der Verkehrspolizei Weiden. Die Idee: Die Drohne verschafft sich zunächst den Überblick und grenzt das Suchgebiet ein. Anschließend übernehmen die Hunde die gezielte Suche am Boden.
Wächter sieht einen entscheidenden Vorteil in der Technik: „Ich setze darauf, dass die Drohne, auch durch ihre Wärmebildtechnik, gerade im Wald mehr sieht.“ Und noch etwas unterscheidet sie vom vierbeinigen Kollegen: Sie hat unerschöpfbare Energie – es wird einfach der Akku gewechselt. Ein Hundeführer bringt den praktischen Nutzen spontan auf den Punkt: „Das ist eine Supersache, bevor ich planlos herumsuche.“
Zehn Diensthunde allein beim ZED in Weiden
Allein beim Zentralen Ergänzungsdienst (ZED) in Weiden, der im Gewerbegebiet an der Neustädter Straße angesiedelt ist, gibt es derzeit zehn Diensthunde und sieben Hundeführer. Vier der zehn Hunde befinden sich noch in Ausbildung.
Zur Übung in Frauenricht sind allerdings nicht alle Arten von Polizeihunden vertreten, sondern ausschließlich die Fährtenleser. Aus dem ganzen Präsidiumsbereich Oberpfalz sind Diensthundeführer mit Suchhunden angereist. Für die Suche eignen sich besonders Jagdhunderassen. Im Einsatz waren eine Weimaraner-Hündin, Labradore und Deutsche Jagdterrier.
Spezialspürhunde verfügen zusätzlich über eine spezielle Ausbildung. Je nach Training können sie etwa Sprengstoff, Drogen oder Banknoten aufspüren. Neuerdings werden Hunde auch auf Datenträger wie Mikrochips oder Speicherkarten spezialisiert.
Davon unterscheiden sich klassische Schutzhunde deutlich. Sie kommen vor allem bei kritischen Einsatzlagen zum Einsatz und sind darauf trainiert, ihre Hundeführer zu schützen oder Personen zu stellen. Dafür setzt die Polizei nach wie vor bevorzugt auf Belgische Schäferhunde, insbesondere Malinois, und Deutsche Schäferhunde.
Lilli sucht – die Drohne schaut von oben zu
Kathrin Bauer von der Verkehrspolizei Weiden ist für die Drohnengruppe verantwortlich. Mit einer handelsüblichen Hobbydrohne hat deren Ausrüstung wenig gemeinsam. Die Kamera verfügt über Infrarot, Wärmebild, Weitwinkel und Tele.
Während die Drohne von oben in das bewaldete Gelände blickt, macht sich unten Lilli an die Arbeit. Die fünfeinhalb Jahre alte Weimaraner-Hündin ist einer von zwei Mantrailer-Hunden in der Oberpfalz und fertig ausgebildet. Ihr Hundeführer ist Michael Dirscherl.
Für die Übung wird eine Person „ausgelegt“, wie es im Fachjargon heißt: Ein Kollege versteckt sich im Wald, Lilli bekommt eine Geruchsprobe und nimmt die Spur auf. Ihr Ziel ist Polizeibeamter Markus Stopfer. Lange muss der nicht auf seine Entdeckung warten. Nach wenigen Minuten hat Lilli ihn gefunden. Am Bildschirm des Drohnenteams ist jede einzelne Person – auch der Hund – als roter Fleck gut zu sehen.
Vom Vermissten bis zum Verkehrsunfall
Alexander Wächter sieht für die Polizeidrohnen noch eine ganze Reihe weiterer Einsatzmöglichkeiten. Nach Verkehrsunfällen kann die Drohne schnell ein Lagebild aus der Luft liefern. Denkbar sei außerdem der Einsatz bei Demonstrationen, um Personenströme im Blick zu behalten, oder bei Bränden, um deren Ausbreitung aus der Luft zu beobachten.
Die Übung in Frauenricht sollte zunächst zeigen, ob aus zwei längst etablierten polizeilichen Einsatzmitteln ein noch besseres Team werden kann. Zumindest Lilli brauchte für ihren Teil des Tests nicht lange: Die Nase führte sie zielsicher zum versteckten Kollegen.



















