Mehr Unfälle und 68 Verkehrstote in der Oberpfalz 2025

Mehr Unfälle und 68 Verkehrstote in der Oberpfalz 2025
Das Polizeipräsidium Oberpfalz legt die Verkehrsunfallstatistik 2025 vor. Zahlen aus dem Regierungsbezirk zeigen Anstiege bei der Gesamtzahl der Unfälle und in mehreren Zielgruppen. Mit insgesamt 68 Verkehrstoten verzeichnet die Oberpfalz deutlich mehr Todesopfer als im Vorjahr mit 43. Die Polizei bewertet diese Entwicklung mit Sorge und setzt auf verstärkte Prävention sowie Kontrollen.
Mehr Unfälle, mehr Tote, weniger Schwerverletzte
Im Jahr 2025 registrierte die Polizei 35.958 Verkehrsunfälle, ein Plus von 4,9 Prozent gegenüber 2024. Die Zahl der Unfälle mit Personenschaden stieg auf 4.058 Fälle (+ 1,9 Prozent). Insgesamt erlitten 5.289 Menschen Verletzungen (+ 2,1 Prozent). Gleichzeitig sank die Zahl der Schwerverletzten auf 760 (- 7,9 Prozent) und markiert damit den niedrigsten Wert im Langzeitvergleich. Die Polizei zählte 7.651 angezeigte Sachschadenunfälle (+ 2,2 Prozent) und 24.249 Kleinunfälle ohne Anzeige (+ 6,3 Prozent).
Im Vergleich zum Bezugsjahr 2019 ordnet die Statistik die aktuelle Entwicklung ein. Die Gesamtzahl der Unfälle liegt 4,4 Prozent unter dem Niveau von damals (2019: 37.616), die Zahl der Verletzten reduzierte sich um 10,2 Prozent, während die Zahl der Getöteten um 30,8 Prozent anstieg. Der Fahrzeugbestand in der Oberpfalz nahm seit 2019 um 6,3 Prozent zu.
Tödliche Unfälle: Muster, Altersstruktur und fehlende Sicherung
Bei 62 tödlichen Verkehrsunfällen starben 68 Menschen. Den Straßenklassen nach entfielen 14 Todesopfer auf Autobahnen, 11 auf Bundesstraßen, 17 auf Staatsstraßen, 5 auf Kreisstraßen und 21 auf Gemeindestraßen. Betrachtet man die Beteiligungsarten, so starben 38 Auto-Insassen oder -Fahrer, 12 Motorrad- oder Leichtkraftradnutzer, 8 Fahrrad- beziehungsweise Pedelec-Nutzende, 3 Fußgänger, 2 Insassen eines leichten vierrädrigen Kraftfahrzeugs, 2 an oder in einem Sattelzug Beteiligte, 1 Fahrer eines Segways und 1 Nutzer eines Kleinkraftrads. In 19 der 62 tödlichen Unfälle verunglückten die Getöteten alleinbeteiligt; etwa in der Hälfte dieser Fälle spielte nicht angepasste Geschwindigkeit mit. Knapp 60 Prozent der Getöteten waren 45 Jahre oder älter (39 von 68). Bei 20 Todesopfern stellte die Polizei fehlende Sicherung fest: 12 trugen keinen Gurt bzw. keine Kinderrückhalteeinrichtung, 8 Fahrrad- beziehungsweise Segwayfahrende nutzten keinen Helm. Häufig traten Frontalzusammenstöße sowie das Abkommen von der Fahrbahn auf, oft in Verbindung mit überhöhter oder nicht angepasster Geschwindigkeit, Alkohol oder anderen berauschenden Mitteln. Bei etwa einem Viertel der tödlichen Unfälle bleibt die Ursache ungeklärt. Im Zehnjahresvergleich liegt der Durchschnitt der Getöteten bei rund 55.
Auf Landstraßen setzte sich der Schwerpunkt des Unfallgeschehens fort. Dort ereigneten sich 14.736 Unfälle (+ 7,9 Prozent), die Zahl der Verkehrstoten stieg auf 36 (+ 11), die Zahl der Verletzten sank auf 2.031 (- 1,8 Prozent). Mehr als die Hälfte aller Getöteten (53 Prozent) und der Schwerverletzten (50 Prozent) entfielen auf Landstraßen. Die Polizei setzt hier weiterhin auf gezielte Überwachung und arbeitet in Unfallkommissionen und Verkehrsschauen mit den zuständigen Behörden zusammen.
Wildunfälle und Unfallfluchten im Blick
Die Zahl der Wildunfälle stieg um 7,1 Prozent auf 11.168. Gleichzeitig verzeichnete die Polizei 42 weniger Verletzte als im Vorjahr. Zum achten Mal in Folge gab es keine tödlichen Folgen nach Wildunfällen. Wildunfälle machten 31,1 Prozent aller registrierten Unfälle aus.
Bei Verkehrsunfallfluchten registrierte die Polizei 5.780 Fälle (+ 3,1 Prozent). Der Anteil an allen Unfällen lag bei 16,1 Prozent (Vorjahr: 16,4 Prozent), die Aufklärungsquote blieb mit 35,5 Prozent konstant. Unfallfluchten mit Personenschaden nahmen auf 281 Fälle zu (+ 8,5 Prozent); dabei verletzten sich 287 Menschen leicht und 25 schwer, in zwei Fällen endeten Unfallfluchten tödlich. Der Sachschaden durch Unfallfluchten belief sich auf 15,6 Millionen Euro (2024: 13,8 Millionen Euro).
Geschwindigkeit: weniger Unfälle, mehr Todesopfer
Nicht angepasste oder überhöhte Geschwindigkeit spielte 2025 bei 705 Unfällen eine Rolle, was einem Rückgang um 7,7 Prozent entspricht. Trotz sinkender Unfall- und Verletztenzahlen (424 Verletzte, – 10,4 Prozent) stieg die Zahl der Getöteten in diesem Segment von 9 auf 19. Im Rahmen der Geschwindigkeitsüberwachung erstattete die Polizei 33.821 Anzeigen und sprach 37.562 Verwarnungen aus; in 1.075 Fällen folgte neben einer Geldbuße auch ein Fahrverbot. In Regensburg maß die Polizei bei einem 38-jährigen Skoda-Fahrer auf dem Odessaring stadtauswärts auf Höhe Abfahrt An der Irler Höhe bei erlaubten 80 km/h eine Geschwindigkeit von 177 km/h. Mit mobilen Großgeräten führte die Polizei 2.624 Einsätze durch und beanstandete 64.860 Verkehrsteilnehmende; bei 3.298.533 gemessenen Fahrzeugen ergab sich eine Beanstandungsquote von 1,97 Prozent.
Alkoholunfälle nahmen weiter ab. Die Polizei erfasste 385 Fälle (- 9,6 Prozent), 216 Menschen verletzten sich, fünf starben. Parallel dazu setzte das Präsidium Präventions- und Kontrollmaßnahmen fort; Fahrten unter Alkoholeinfluss pendelten sich mit 1.642 Fällen auf Vorjahresniveau ein (2024: 1.652). Drogenunfälle stiegen auf 83 (+ 27,7 Prozent); dabei verletzten sich 82 Menschen, drei starben. Bei sogenannten „folgenlosen“ Drogenfahrten brachte die Polizei 1.340 Verkehrsteilnehmende zur Anzeige (+ 2,5 Prozent).
Radfahrer, Pedelecs, Motorräder und Schwerverkehr
Die Polizei zählte 1.386 Unfälle mit Beteiligung von Radfahrenden (+ 8,2 Prozent). Insgesamt verletzten sich 1.315 Menschen, acht kamen ums Leben. Bei Pedelecs verzeichnete die Statistik 488 Unfälle (+ 9,4 Prozent), 475 verletzte Nutzende (+ 10,0 Prozent) und drei Todesopfer; der Anteil der Pedelec-Unfälle an allen Fahrradunfällen lag bei 35,2 Prozent.
Bei Motorrädern stieg die Zahl der Unfälle leicht auf 490 (+ 1,0 Prozent), 450 Biker verletzten sich (+ 0,9 Prozent), zwölf starben (+ 4). Bei Unfällen mit Beteiligung des Schwerverkehrs setzte sich der Rückgang auf 925 Fälle fort (- 4,2 Prozent); zwei Fahrzeugführer aus diesem Segment starben (Vorjahr: ein Todesopfer).
Programmrahmen und Schwerpunkte 2026
Die Bewertung der Entwicklung erfolgt auch im Rahmen des Verkehrssicherheitsprogramms 2030 „Bayern mobil – sicher ans Ziel“. Dieses Programm zielt darauf, die Zahl der Getöteten und Verletzten so weit wie möglich zu senken, die Sicherheit auf Landstraßen zu erhöhen und besonders gefährdete Verkehrsteilnehmende besser zu schützen. In der Oberpfalz setzt die Polizei 2026 auf Schwerpunktkontrollen auf Landstraßen, intensive Geschwindigkeitsüberwachung, konsequente Ahndung von Alkohol- und Drogenfahrten sowie auf Prävention und Aufklärung zu Schutzsystemen wie Gurt, Kindersitz und Fahrradhelm.




