Millionen-Erbe: Prozess gegen mutmaßlichen Testamentsfälscher startet neu

Millionen-Erbe: Prozess gegen mutmaßlichen Testamentsfälscher startet neu
Der Prozess gegen einen mutmaßlichen Testamentsfälscher geht in die zweite Runde. Ein 61-Jähriger muss sich vor dem Landgericht Weiden wegen Betrugs verantworten. Er soll einen Abschiedsbrief und ein Testament seiner Lebensgefährtin selbst geschrieben haben.
Dem 61-jährigen Angeklagten, einem Landschaftsarchitekten aus dem Rheinland, wird vorgeworfen, das Testament sowie einen Abschiedsbrief seiner verstorbenen Lebensgefährtin gefälscht zu haben. Bei der Verstorbenen handelte es sich um eine wohlhabende Rechtsanwältin aus Parkstein. Durch die gefälschten Dokumente hätte er sich ein Millionenvermögen von über 3 Millionen Euro erschleichen wollen, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft Weiden. Den Fall hatten Mitarbeiter des Weidener Nachlassgerichts ins Rollen gebracht.
Ein erster Prozess hatte im April 2026 vor der 1. großen Strafkammer am Landgericht Weiden begonnen. Noch am ersten Verhandlungstag wurde der Angeklagte wegen Verdunkelungsgefahr in Untersuchungshaft genommen. Durch den Einstieg eines zusätzlichen Wahlverteidigers, Adam Zurawel aus Nürnberg, und das Einreichen von insgesamt 45 Beweisanträgen zog sich das Verfahren über Wochen in die Länge.
Alle Zeugen müssen noch mal ran
Im Juni kam es dann zur Aussetzung: Am eigentlich geplanten Tag der Urteilsverkündung stimmte das Gericht dem Antrag auf ein psychiatrisches Gutachten zu. Pflichtverteidiger Dominic Kriegel hatte den entsprechenden Antrag gestellt. Eine Aussetzung bedeutet, dass das Hauptverfahren komplett wiederholt werden muss.
Alle Zeugen waren schon gehört worden. Im neuen Prozess können diese Aussagen aber nicht verwertet werden. Ein Großteil von ihnen ist deshalb nach Auskunft von Landgerichtssprecher Florian Bauer erneut geladen worden. Neuer Auftakt ist am 12. August, 8 Uhr. Weitere Verhandlungstage sind der 14., 17., 18. und 21. August (Beginn jeweils 9 Uhr), zudem sind Prozesstage im September vorgesehen. Den Vorsitz der Strafkammer hat wieder Landgerichtsvizepräsident Markus Fillinger, neben ihm wird eine neue beisitzende Richterin Platz nehmen.
Psychiater hat Angeklagten untersucht
Am achten Verhandlungstag forderte der Pflichtverteidiger Dominic Kriegel erfolgreich ein psychiatrisches Gutachten an. Es soll geprüft werden, ob beim Angeklagten eine Schuldunfähigkeit wegen seelischer Störungen vorliegt. Das Gericht beauftragte daraufhin den Nürnberger Psychiater Dr. Thomas Lippert mit der Untersuchung. Er hat den Angeklagten in den letzten Wochen dazu in der Justizvollzugsanstalt untersucht. Der Sachverständige wird den ganzen Prozess verfolgen und am Ende seine Expertise abgeben.

Testamentfälscher: Gericht setzt Prozess aus – Psychiater soll Angeklagten untersuchen
Weiden. Der Prozess gegen einen mutmaßlichen Testamentfälscher wurde am Montagabend überraschend ausgesetzt. Das Gericht will den Angeklagten von einem Psychiater untersuchen lassen. Damit muss der komplette Prozess zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal neu beginnen.




