Spatenstich für 41-Millionen-Projekt: In Wernberg entsteht die ILS Oberpfalz-Nord

Spatenstich für 41-Millionen-Projekt: In Wernberg entsteht die ILS Oberpfalz-Nord
Optisch war’s ein bisschen wie bei einer Beerdigung: Die über hundert Mitarbeiter des ZRF (Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Oberpfalz-Nord) tragen schwarze Dienstkleidung. Der Anlass war umso freudiger: Endlich startet der Neubau der neuen Riesen-Leitstelle für die ganze nördliche Oberpfalz.
Vorne schippten die Ehrengäste für den Spatenstich, darunter Landrat Thomas Ebeling (Schwandorf), OB Rudolf Cerny (Amberg), Landrat Andreas Meier (Neustadt/WN), Bürgermeister Lothar Höher und der designierte OB Benjamin Zeitler (Weiden) sowie Landrat Roland Grillmeier (Tirschenreuth). Hinter ihnen schaufelten die ersten Bagger im Erdreich. Im Frühjahr 2027 soll der dreistöckige Rohbau für rund 130 Mitarbeiter stehen. Für Mitte 2028 ist die Fertigstellung geplant.
Der Zweckverband baut im Gewerbegebiet Wernberg-Köblitz (gleich hinter Conrad), unmittelbar an der Autobahn. Verbandsvorsitzender und Landrat Thomas Ebeling: „Wir freuen uns, dass wir jetzt loslegen können.“ Von Wernberg aus werden künftig alle Notfalleinsätze für rund 520.000 Einwohner der nördlichen Oberpfalz koordiniert. ILS Amberg und Weiden haben dafür fusioniert.
41 Millionen Euro werden verbaut, die von den Verbandsmitgliedern – den Kommunen – gestemmt werden müssen. Alles in allem keine einfache Situation, so Ebeling. Entsprechend lang war die Vorlaufzeit. Am Ende konnten „gute Lösungen“ gefunden werden.
Eine Million kommt vom Landtag
Der Landtag unterstützt den Bau mit einer Fraktionsinitiative von CSU/Freien Wählern in Höhe von einer Million Euro. Landtagsvizepräsident Tobias Reiß sprach von einem „Meilenstein des Zusammenhalts“ in der Region. Ziel ist es, die Notfallversorgung für die Menschen der Region effektiver zu gestalten. Neben Reiß waren die Landtagsabgeordneten Alexander Flierl (CSU), Laura Weber (Grüne) und Nicole Bäumler (SPD) vor Ort.
Der Wernberg-Köblitzer Bürgermeister Konrad Kiener pries sein Gewerbegebiet direkt an der A93 und A6 an: „Man hört’s: der ideale Standort.“ Und wenn sich der ein oder andere der 130 Mitarbeiter in Wernberg niederlassen wolle: „Alles da. Baugebiet, Einkaufsmöglichkeiten, Wohnungen.“
Neue ILS: Volumen entspricht 25 Einfamilienhäusern
Regierungspräsident Walter Jonas sprach von einem „großen Tag für 500.000 Menschen“ sowie die Einsatzkräfte der „Blaulicht-Familie“. Die neue ILS werde eine optimale Infrastruktur bieten, um den Menschen in der Region schnell und professionell zu helfen. Er gratulierte zum Mut zur Fusion, eine in Bayern (noch) einmalige Entscheidung.
Architekt Peter Bielmeier (Winkler Architekten) nannte Zahlen: 4.400 Quadratmeter werden bebaut. Der umbaute Raum umfasst 25 000 Kubikmeter, was 25 Einfamilienhäusern entspricht. Auf drei Ebenen entstehen rund 50 Büros, Sozial- und Besprechungsräume. Herzstück ist die Einsatzzentrale mit modernster Technik. Im 24/7-Betrieb werden die rund 130 Mitarbeiter ein zeitgemäßes Umfeld finden, versprach der Planer.
Die Investitionskosten liegen – inklusive Leitstellen-Technik – bei 41 Millionen Euro. Die tragende Konstruktion besteht überwiegend aus Stahlbeton (insgesamt werden 4.000 Kubikmeter Beton verwendet). Die Firma Otto Heil aus Bad Kissingen führt die Arbeiten aus.













