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Bezirksjugendring Oberpfalz: Oberpfälzer Jugend setzt sich für ein Nie wieder ein

Flossenbürg. Am Wochenende tagte die Vollversammlung des Bezirksjugendrings Oberpfalz, das höchste Gremium der Jugendarbeit in der Oberpfalz, im Begegnungszentrum der KZ-Gedenkstätte.

Bezirksjugendring Oberpfalz: Oberpfälzer Jugend setzt sich für ein Nie wieder ein

Jürgen Preisinger, Kerstin Radler, Jürgen Mistol , Tobias Gotthardt, Philipp Seitz, Monika Schmidt, Richard Gaßner, Thomas Schieder, Jonas Scherer. Foto: Staudinger/BezJR OPf.

Im Studienteil am Vormittag lernten die Delegierten und Gäste in zwei Rundgängen das historische Gelände der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg kennen. Eindrucksvoll wurden die Geschichte und Funktionsweise des ehemaligen Konzentrationslagers aufgezeigt. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass die schreckliche Zeit der Nazidiktatur und ihrer Verbrechen niemals in Vergessenheit geraten darf.

Jürgen Preisinger, Erster Vorsitzender des Bezirksjugendrings, betont, dass der Ausdruck „Nie wieder“ derzeit mit den Terroranschlägen gegen Israel und den zunehmenden antisemitischen Vorfällen und Gewalttaten in Deutschland auf eine harte Probe gestellt wird. Die Mitglieder und Gäste der Vollversammlung bekräftigten, wie wichtig es auch heute noch ist, sich mit der eigenen Geschichte und ihrer Erinnerungskultur auseinander zu setzten. Es ist unabdingbar, allen antidemokratischen, nationalistischen, antisemitischen, fremden- und menschenfeindlichen Haltungen engagiert und mit Courage entgegenzutreten.

Ausbau und Erhalt eines freiheitlichen und sozialen Gemeinwesens

In der Jugendarbeit leisten junge Menschen durch ihr Engagement und die Übernahme von Verantwortung einen wichtigen Beitrag beim Ausbau und Erhalt eines freiheitlichen und sozialen Gemeinwesens beziehungsweise unserer demokratischen Ordnung allgemein, so Jürgen Preisinger. Angesichts der aktuellen Situation ist es für ihn besonders wichtig, dass wir unsere Demokratie, den Rechtsstaat und unseren Freiheitsgedanken noch stärker verteidigen, als es bisher der Fall war. Dazu forderte er aber auch bedarfsgerechte Ausstattung der Jugendarbeit und gezielte Förderprogramme zur Stärkung von Gemeinschaft und Demokratie.

Für Jürgen Preisinger ist die Jugendarbeit zugleich Bildungsarbeit und trägt zu einer guten, sozialen, demokratischen und friedlichen Gesellschaft bei. Deshalb sei die Jugendarbeit so wichtig und unverzichtbar.

Im Konferenzteil der Vollversammlung wurde der ehemalige Kulturreferent der Oberpfalz, Richard Gaßner, verabschiedet und vom Präsidenten des Bayerischen Jugendrings, Philipp Seitz, mit der höchsten Auszeichnung des Bayerischen Jugendrings, dem „Partner der Jugend“ ausgezeichnet.

Die neue Kulturreferentin Kerstin Radler stellt sich vor

Kerstin Radler und Jürgen Preisinger. Foto: Staudinger/BezJR OPf.

Die erst kürzlich vom Bezirkstag neu gewählte Kulturreferentin Kerstin Radler betonte in ihrer Vorstellung die Wichtigkeit der Erinnerungsarbeit und der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit für die Jugend. Die Jugendarbeit nehme für sie einen besonderen Stellenwert ein. Sie möchte sich daher auch in ihrer neuen Funktion für die Jugendarbeit auf allen Ebenen engagiert einsetzen. Jürgen Preisinger hieß Radler herzlich willkommen und freute sich auf die zukünftige enge Zusammenarbeit.

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Rückendeckung vom Wirtschaftsstaatssekretär

Landtagsabgeordneter und Wirtschaftsstaatssekretär Tobias Gotthard, der zugleich Einzelpersönlichkeit im Bezirksjugendring ist, sicherte zu, dass er sich auch im neuen Amt als Wirtschaftsstaatssekretär für die Jugendarbeit starkmachen werde. Der Bezirksjugendring sei für kommende Aufgaben sehr gut aufgestellt und könne so weiterhin wichtige aktuelle Themen in den Fokus nehmen.

Landtagsabgeordneter und Einzelpersönlichkeit Jürgen Mistol begrüßte sehr, dass der Bezirksjugendring gerade jetzt die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg als Veranstaltungsort der Vollversammlung auswählt hat. Wie Thomas Schieder, Leiter des Jugendamtes Amberg-Sulzbach, meint auch er, dass es in diesen Tagen enorm wichtig sei, unsere Demokratie zu verteidigen. Beide dankten den Jugendverbänden, -gruppen und den Jugendringen für ihr großes Engagement.

Personalwechsel und neue Büroräumlichkeiten

Jürgen Preisinger sprach in seinem Zwischenbericht die Personalwechsel und Neuanstellungen in der Geschäftsstelle an. In der Arbeitsgruppe Sprache, Bildung und Sport des Beirats grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Tschechien will sich der Bezirksjugendring demnächst weiter engagieren und die Oberpfälzer Jugend vertreten.

Die Einsendefrist für den Jugendarbeitspreis 2023 zum Thema Landtags- und Bezirkswahl wurde bis zum 27. November verlängert.

Digital Streetwork kommt gut an

Der Präsident des Bayerischen Jugendring Philipp Seitz berichtete, dass im Koalitionsvertrag die Jugend komplett vergessen wurde. Aus der Sicht des Bayerischen Jugendrings wäre es wichtig gewesen, eine bedarfsgerechte Ausstattung der Jugendarbeit im Koalitionsvertrag zu fixieren und somit den Stellenwert der außerschulischen Jugendbildung zu unterstreichen. Die Corona-Pandemie hat junge Menschen stark beeinträchtigt, die Auswirkungen der Lockdowns und anderer Kontaktbeschränkungen hatten drastische Folgen.

Seitz berichtete auch vom Erfolgsprojekt Digital Streetwork. Die vorgelegten Zahlen belegen die enorme Leistung der insgesamt 14 Mitarbeitenden, die für junge Menschen in ihrer digitalen Lebenswirklichkeit bei Fragen, Themen und Problemen ansprechbar sind. Das Pilot-Projekt startete während der Pandemie-Kontaktbeschränkungen und hat sich mittlerweile zu einem völlig neuen Arbeitsfeld entwickelt, wodurch Pionierarbeit in der Jugendhilfe geleistet wird.

Monika Schmidt in den Ruhestand verabschiedet

Verabschiedet wurde Monika Schmidt, die langjährige Geschäftsführerin. Ab 1985 war sie als Medienpädagogin beim Bezirksjugendring im Rahmen eines Projekts tätig und übernahm ab 1991 die Aufgabe der Geschäftsführung. Für Jugendarbeit in der Oberpfalz war sie stets die erste Ansprechpartnerin bei Fragen und Anliegen aller Art, von der Konzeptionserstellung bis hin zu Zuschussangelegenheiten. Die Vorstandschaft sowie die Vollversammlung bedankte sich für ihr großes Engagement und machte damit die Wertschätzung der geleisteten Arbeit deutlich.

Europawahlkampagne „Euthentic Voice“

Im nächsten Jahr wird der Bezirksjugendring Oberpfalz die Europawahlkampagne „Euthentic Voice“ starten. Mit der Entwicklung eines Logos, Postkarten, Kinospots, Pins und eines Films sollen insbesondere die Erstwähler erreicht werden. Zur Europawahl können bereits Jugendliche ab 16 Jahren ihre Stimme abgeben. „Wir wollen motivieren, zur Wahl zu gehen, aber auch über die Europawahl informieren“, so Jürgen Preisinger.