Podiumsdiskussion: Was bringt die Metropolregion dem Wirtschaftsraum Amberg-Sulzbach?
Podiumsdiskussion: Was bringt die Metropolregion dem Wirtschaftsraum Amberg-Sulzbach?
Kommunalwahlen in herausfordernden Zeiten: Die US-Ideologen der Trump-Administration tüfteln mit ihrem Project 2025 an einer neuen Weltordnung. Europa droht zwischen den neuen und alten Supermächten zur Randnotiz unter russischer Hegemonie zu geraten – und die unberechenbare Wirtschaftspolitik des US-Präsidenten und die immer stärkere Konkurrenz aus China machen auch regionalen Unternehmen zu schaffen.
Die schwierige Haushaltslage und die Stabilisierungsghilfen engendie finanziellen Spielräume der Stadt Sulzbach-Rosenberg weiter ein. Umso mehr stellt sich die Frage: Wie können unsere Kommunen und Unternehmen vor Ort ihre Resilienz angesichts globaler Krisen, geopolitischer Unsicherheiten und notwendiger Transformationen von Industrie, Energie und Mobilität stärken?
Einladung zum Netzwerken
Was also kann eine Region wie Amberg-Sulzbach in dieser Lage von der Europäische Metropolregion Nürnberg erwarten – und was muss sie selbst leisten, damit aus Netzwerken Wirkung wird? Diese Fragen stehen im Zentrum einer öffentlichen Wirtschaftsveranstaltung am Montag, 9. Februar 2026, im Capitol Sulzbach-Rosenberg. Der CSU-Ortsverband Sulzbach-Rosenberg und der Arbeitskreis Wirtschaft und Arbeit laden Unternehmerinnen und Unternehmer, Entscheider und Interessierte ein, gemeinsam Bilanz zu ziehen – und nach vorn zu schauen.
Mit auf dem Podium:
- Stefan Frank, Bürgermeister
- Matthias Franke, Fraunhofer-Institutsteil UMSICHT
- Jörg Bruckner, IHK Amberg-Sulzbach
- Karlheinz Brandelik, Wirtschaftsförderung Amberg
- Hans-Jürgen Strehl, Stadt Sulzbach-Rosenberg
- Stefan Kopp, Probatec Sulzbach-Rosenberg
🎤 Moderation: Jürgen Herda (OberpfalzECHO)
Zwischen Haushaltsdruck und Handlungsspielraum
Zu Beginn richtet sich der Blick bewusst auf den eigenen Tellerrand: Stefan Frank, seit 2024 Erster Bürgermeister, steht vor einer ungewöhnlichen Konstellation. Eine finanziell angespannte Kommune, ein hoher Investitionsbedarf – und eine vorgezogene Wahl, die er selbst angestoßen hat. Wie viel Wirtschaftspolitik ist unter diesen Bedingungen möglich? Und an welchen Stellschrauben kann eine Stadt realistisch drehen, um für Unternehmen und Fachkräfte attraktiv zu bleiben?
An seiner Seite: Hans-Jürgen Strehl, Leiter der städtischen Wirtschaftsförderung. Er kennt die alltäglichen Reibungspunkte zwischen Investitionswunsch und Genehmigungsrealität, zwischen Förderkulisse und Netzanschluss, zwischen Glasfaserplänen und Geduld der Betriebe. Wo hakt es – und was lässt sich beschleunigen?
Wenn Forschung Wertschöpfung wird
Dass Transformation auch außerhalb der großen Zentren funktionieren kann, zeigt Professor Matthias Franke, Leiter des Fraunhofer-Institutsteils UMSICHT in Sulzbach-Rosenberg. Am Demonstrationsstandort Hohenburg wird sichtbar, wie aus Reststoffen neue Wertschöpfung entstehen kann – etwa durch die Umwandlung von Klärschlamm in klimafreundliches Bio-Öl. Die entscheidende Frage lautet: Bleiben solche Projekte Leuchttürme – oder lassen sie sich in die Breite, Richtung Mittelstand und industrielle Anwendung, skalieren?
Genau hier setzt die Diskussion mit Karlheinz Brandelik an. Als Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Amberg kennt er die Perspektive eines Oberzentrums mit starker industrieller Basis und hoher Exportquote. Profitieren Unternehmen in der Region bereits konkret von der Metropolregion – oder fehlen noch Übersetzer, Kümmerer und klare Einstiegspunkte? Auch Jörg Bruckner von der IHK Amberg-Sulzbach bringt die Sicht der Betriebe ein: Wie niedrigschwellig sind die Angebote tatsächlich? Und wo sind Netzwerke zu weit vom Tagesgeschäft entfernt?
Energie, Mobilität – und die Weltlage
Spätestens beim Thema Energie wird klar, dass Standortfragen längst globale Dimensionen haben. Mit Projekten wie der Power-to-Heat-Anlage von Leonhard Kurz zeigt sich, was industrielle Dekarbonisierung vor Ort bedeuten kann. Doch wie lassen sich solche Ansätze verstetigen – und wie kann der Klimapakt 2030plus der Metropolregion dabei helfen, aus Monitoring tatsächliche Entscheidungen zu machen?
Auch die Mobilitätswende wird diskutiert – nüchtern, ohne Ideologie. Zwischen chinesischer Konkurrenz, schwankenden Förderkulissen und einem unklaren Ausstieg aus dem Verbrenner stellt sich die Frage: Welche Rolle spielt Elektromobilität heute tatsächlich für Regionen wie Amberg-Sulzbach – im ÖPNV, in Unternehmensflotten, für Pendler und Fachkräfte?
Resilienz statt Sonntagsrede
Einen besonderen Akzent setzt der Blick auf die neue Weltordnung. Die geopolitische Zeitenwende ist längst in der regionalen Wirtschaft angekommen. Stefan Kopp, Geschäftsführer des stark wachsenden Unternehmens Probatec, steht exemplarisch für eine Branche, deren Entwicklung unmittelbar von sicherheitspolitischen Weichenstellungen abhängt.
Welche Klarheit braucht es von der Politik, damit Unternehmen langfristig investieren und in Deutschland bleiben? Und wie resilient sind Kommunen und Betriebe gegenüber Cyberangriffen, Sabotage und hybriden Bedrohungen?
Die Kernfrage des Abends
Am Ende läuft alles auf eine zentrale Frage hinaus: Was hat uns die Metropolregion bisher konkret gebracht – was fehlt – und wer muss sich auf wen zubewegen?
Die Diskussion ist ausdrücklich als Mitmach-Debatte angelegt. Fragen aus dem Publikum sind willkommen – kurz, präzise, aus der Praxis. Das Thema Industriegebiete wird auf Wunsch des Veranstalters bewusst ausgeklammert. Es geht um Wirkung, nicht um Schlagworte.
📌 Auf einen Blick
Informationsveranstaltung:
Chancen einer Zusammenarbeit der Unternehmen in der Region mit der Metropolregion Nürnberg
📍 Ort: Capitol Sulzbach-Rosenberg
🗓 Datum: Montag, 9. Februar 2026
⏰ Beginn: 18 Uhr
Podium:
- Stefan Frank, Bürgermeister
- Matthias Franke, Fraunhofer-Institutsteil UMSICHT
- Jörg Bruckner, IHK Amberg-Sulzbach
- Karlheinz Brandelik, Wirtschaftsförderung Amberg
- Hans-Jürgen Strehl, Stadt Sulzbach-Rosenberg
- Stefan Kopp, Probatec Sulzbach-Rosenberg
🎤 Moderation: Jürgen Herda (OberpfalzECHO)








