Donnerwetter bei Gold & Silber – Einstieg oder Verkauf sinnvoll? Was Finanzexperten jetzt empfehlen
Donnerwetter bei Gold & Silber – Einstieg oder Verkauf sinnvoll? Was Finanzexperten jetzt empfehlen
Etwa 10 Prozent Minus betrug der Goldpreis am Freitag. Silber hatte zwischenzeitlich sogar etwa ein Drittel seines Werts eingebüßt. Ein enormes Donnerwetter hat die Edelmetall-Anleger durchgeschüttelt. Welche Gründe waren ursächlich, was spricht für weiter anziehende Preise und was sagen oberpfälzer Finanzexperten hierzu?
Nachfrage bei Gold und Silber weiterhin enorm
Für den jüngsten Kursanstieg – von 2.000 Dollar je Unze Anfang 2024 ging es auf 5.500 Dollar steil empor, bei Silber von 20 Dollar auf über 120 Dollar – sind verschiedene Ursachen bekannt. So hat das Abschneiden von Iran und Russland aus dem globalen Zahlungssystem SWIFT zu einem Umdenken vieler Notenbanken geführt. Anstelle von US-Anleihen wird der Anteil an Gold der Notenbankreserven massiv aufgestockt. Ebenso hat die Einflussnahme der US-Regierung auf die Zinspolitik der FED zu Sorgen vor fehlender Unabhängigkeit beigetragen – in Zeiten extremer Staatsverschuldungen ein wichtiger Aspekt.
Kein Wunder, dass auch große Vermögen in den USA und Europa ihren Anteil erhöht haben. So gilt Gold als Schutz vor Unsicherheit und Inflation, beides Themen, die durch die Politik der USA deutlich zugenommen haben. Zeitgleich hat der Bitcoin als digitales Gold geschwächelt und viele Anleger zum Umswitchen animiert.
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Der jüngste Kursrutsch
Die jüngste Kurskorrektur kam, nachdem die US-Edelmetallbörse die Sicherheitsanforderungen für Options- und Future-Geschäfte angehoben hatte. So mussten Marktteilnehmer erheblich mehr Kapital als Sicherheiten hinterlegen, was wiederum zu Verkäufen und Gewinnrealisierungen geführt hat. Die Gründe für Gold, Silber & Co. bleiben laut Fondsmanager Tobis Tretter jedoch bestehen. Bei Silber als Industriemetall wird seiner Aussage zufolge seit Jahren weniger gefördert als verbraucht. In der Folge sind die Silberbestände massiv zusammengeschrumpft. Ohne neue Mienen, die es kaum gibt, lässt sich die Lücke nur über den Preis schließen.
Der Kampf um Rohstoffe, neben Edelmetallen haben auch Kupfer und Zinn massiv an Wert gewonnen, bleibt jedoch hoch. Die US-Regierung investiert enorme Summen in die Unabhängigkeit, Datencenter, Stromleitungen und Co. benötigen weiter kaum vorhandene Mengen.
Ein Bereich, der derzeit für Tobias Trettner noch unterrepräsentiert ist: Energie. Die KI-Datencenter benötigen Unmengen davon. Kein Wunder, dass er und viele US-Milliardäre erhebliche Mengen in Mini-AKWs investieren.
Goldminen und Energieaktien mit guten Aussichten
Obwohl Goldminen im letzten Jahr deutlich zugelegt haben, bleiben die Aussichten positiv. Der Anstieg des Goldpreises führt zu noch größeren Gewinnanstiegen vieler Minen. Dies ist kaum im Kurs berücksichtigt. Auch andere Rohstoffunternehmen aus den Bereichen Kupfer, Zinn usw. verdienen exzellent und haben seiner Ansicht nach Kurspotential.
Energieaktien, sowohl aus den klassischen Bereichen Öl und Gas, als auch aus den erneuerbaren Energien, werden benötigt, um den Strombedarf der Datencenter zu decken. Das einzige, was hierbei kurzfristig hilft, ist Solar. Ob Silber bei 20 oder 120 Dollar steht, spielt nur eine untergeordnete Rolle. Für ihn sind beides – Edelmetalle/Rohstoffe und Energie – Bereiche, die extrem aussichtsreich bleiben.
Welcher Anteil empfehlenswert ist
Der Goldpreis hatte – trotz der Korrektur von Freitag – einen der besten Monate aller Zeiten. Dennoch gehören Schwankungen dazu. Für Finanzexperten bleiben Gold sowie Aktien auf Gold und Rohstoffe attraktiv und für einen Teil des Vermögens eine interessante Beimischung. Je nach persönlicher Neigung wird im vertraulichen Gespräch ein Anteil von 5 bis 20 Prozent genannt, der sinnvoll ist. Denn auch wenn die Aussichten weiter glänzend sind, sind Schwankungen auch künftig zu erwarten.




