Callcenter-Betrug am Telefon: Jeder kann betroffen sein!
Callcenter-Betrug am Telefon: Jeder kann betroffen sein!
Fast 40 aufmerksame Zuhörer zeigten im evangelischen Gemeindehaus ihr Interesse an der Information und Sensibilisierung über Erscheinungsformen und Vorgehensweisen von Straftaten. Die kriminalpolizeiliche Fachberaterin Gloria Görner-Degasperi gab auch Tipps und Hinweise, wie die betrügerische Absicht zu erkennen ist und wie man in solchen Situationen am besten reagiert.
Beute in Millionenhöhe
Bei der Kripo-Inspektion Weiden, auch für die Landkreise Neustadt/WN und Tirschenreuth zuständig, wurden 2022 469 Betrugsfälle am Telefon zur Anzeige gebracht und dabei 255.409 Euro ergaunert. Im Jahr zuvor waren es 263 Fälle mit einer Beute von 1,083 Millionen Euro. „Die Dunkelziffer der versuchten und vollendeten Taten liegt jedoch weit höher, da nicht jeder Betrugsfall zur Anzeige gebracht wird“, bemerkte Görner-Degasperi.
Wie gehen die Täter vor?
- Manipulation der Telefon-Nr. (zum Beispiel „110“)
- Vorgaukeln einer Gefahr
- Aufforderung zum Stillschweigen
- Weitervermittlung an andere Amtsträger
- Emotionaler Druckaufbau
- Frage nach Vermögenswerten/Geldforderung
„Seien Sie bei solchen Anrufen immer misstrauisch! Lassen Sie sich am Telefon nie unter Druck setzen! Gehen Sie nicht auf Fragen zu Ihrer finanziellen Situation oder zu Wertsachen bei sich zu Hause oder auf der Bank ein!“, erläuterte Görner-Degasperi eindringlich.
Wie man sich schützen kann
Anhand von Beispielen und jüngsten Vorfällen ging die Kriminalbeamtin auf neue Betrugsmaschen mit Messenger-Diensten ein. Dazu zählten manipulative Nachrichten per SMS, Smartphone-Chatdiensten oder E-Mail. „In diesem Fall persönlich beim Kontakt bezüglich der neuen Telefon-Nr. nachfragen“, riet Görner-Degasperi. Unbekannte Nummern sollten nicht gleich in die Kontakte aufgenommen und abgespeichert werden. Geldzahlungen auf „Zuruf“ und Echtzeitüberweisungen sind zu vermeiden.
Wenn bereits etwas überwiesen wurde, kann über die Bank die Zahlungen rückgängig gemacht werden. Chatverläufe sollten für die polizeilichen Ermittlungen nicht gelöscht werden. Als weitere Empfehlung riet Gloria Görner-Degasperi, Telefonbucheinträge mit Vor- und Nachnamen ändern zu lassen oder keinen Telefonbucheintrag mehr anzulegen. Auch mit der Preisgabe von eigenen Daten sollte sparsam umgegangen werden.
„Bei immer mehr Straftaten spielen Internet und Smartphones eine Rolle“, warnt Kriminaloberkommissarin Gloria Görner-Degasperi.
Hinweise: Wie verhalte ich mich richtig?
- Ohne vorangegangene Anzeige fragt die Polizei nicht nach Wertsachen oder Bargeld.
- Geld oder Wertsachen sollten niemals an unbekannte Personen weitergegeben werden.
- Die Polizei ruft unter keinen Umständen mit der Nummer „110“ an, wenn das der Fall ist, soll unbedingt aufgelegt werden.
- Auch die Namen von Verwandten sollen nicht verraten werden. Es wird dringend abgeraten, die angezeigte Telefonnummer zurückzurufen.
Bei Unsicherheit ist es ratsam, eine Person des Vertrauens zu kontaktieren. Auch die Polizei steht unter der Nummer „110“ für solche Fälle zur Verfügung.




