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Das Pfingst - Ritual lebt – Lennesriether Pfingstschwanzfahrer

Lennesrieth. Am Pfingstmontag war es wieder so weit: Der Lennesriether Pfingstschwanz zog durch die Straßen der „Perle der Oberpfalz“. Ein seit fast 160 Jahren praktiziertes Ritual lebte auch im Jahr 2026 im schönen Lennesrieth in der Marktgemeinde Waldthurn wieder eindrucksvoll auf.

Das Pfingst - Ritual lebt – Lennesriether Pfingstschwanzfahrer

Lennesriether Pfingstschwanzfahrer 2026. Foto: Franz Völkl
Am Lennesriether Äelbauernhof gibt es für den tanzenden Lennesriether Pfingstschwanz „als Strafe“ eine Erfrischung. Foto: Franz Völkl
Lennesriether Pfingstschwanzfahrer 2026. Foto: Franz Völkl
Lennesriether Pfingstschwanzfahrer 2026. Foto: Franz Völkl
Auch Altbürgermeister Josef Beimler (links) und bürgermeister Georg Bocka erwarten den Lennesriether Pfingstschwanz 2026. Foto: Franz Völkl
Warten – bis der Pfingstschwanz kommt! Foto: Franz Völkl
Lennesriether Pfingstschwanzfahrer 2026. Foto: Franz Völkl

Warm up

Nach dem obligatorischen Pfingst – Flurumgang mit Pfarrer Norbert Götz hatte man sich im Vorfeld beim Waldthurner Kühnhauser zum „Warm up“ getroffen – unter den wachsamen Augen von Lennesriether Dorfsprechers und Waldthurner Bürgermeister Georg Bocka. Dabei mischten Joni Kraus, Maxi Steiner und Konsti Stahl musikalisch kräftig auf und sorgten dafür, dass die Junggesellen emotional bestens auf ihre historische Pfingstschwanzfahrt eingestimmt wurden.

Viel Lärm in Lennesrieth

Am Nachmittag ging es dann – wie nicht anders zu erwarten – alles andere als leise im schönen Dorf Lennesrieth zu. Die bekannten Pfingstschwanzfahrer zogen mit lautem Geschrei, schnalzenden Goaseln und zünftiger Musik durch die Straßen. Mit Lederhosen, kariertem Hemd, Hut und Flederwisch ausgestattet, machten sich die Burschen auf den Weg – jedoch erst, nachdem der diesjährige Pfingstschwanz ausfindig gemacht worden war. Basti Bäumler aus Waldthurn war musikalisch mit eingestiegen, wobei Joni Kraus am Nachmittag nicht mehr „offensichtlich“ zu finden war. Die Identität des Lennesriether Pfingstschwanzes durfte natürlich nicht preisgegeben werden.

Müder Sack

Auch heuer wurde der „müde Sack“ wieder im Vorfeld sorgfältig bestimmt. Als Pfingstschwanz gilt traditionell derjenige, der am Pfingstmontagmorgen als letzter aus den Federn gekommen ist. Mit einem Jutesack über dem Kopf und lediglich mit Badehose bekleidet, musste der auserkorene Langschläfer seine Strafe antreten: tanzen, springen und sich der lautstarken Gaudi hingeben – ganz nach dem Motto, ihm die Faulheit auszutreiben.
Vor jedem Haus erschallte lautstark der bekannte Ruf:
„Pfingstschwanz, Oarschdorm, bist heit Nacht ins Bett eigfrorn. Warst eiher aufgestandn, was das a niat worn. Oier und Schmolz hein mer gern, Kraut und Fleisch essmer gern. Alleluja, Alleluja, da Pfingstschwanz is dou!“
Dabei blieb es nicht nur beim Tanzen: Immer wieder wurde der Pfingstschwanz mit Wasser aus Eimern oder von den zahlreichen Kindern mit Wasserpistolen begossen, was an diesem Tag nicht unbedingt eine Strafe war. Der ohnehin schon nasse „arme Tropf“ hatte somit kaum eine trockene Minute. Wenn er nicht gerade tanzte, wurde er – ganz zur Freude der Zuschauer – auf einem alten Mistkarren durch das Dorf gefahren.
Zahlreiche Besucher verfolgten das Spektakel entlang der Strecke und ließen es sich nicht nehmen, die hungrigen und durstigen Junggesellen mit einer kleinen Spende zu unterstützen. Diese dient traditionell dazu, im Anschluss gemeinsam einzukehren und sich bei Brotzeit und Umtrunk von den Strapazen des Tages zu erholen.
So zeigte sich auch im Jahr 2026 wieder, der Lennesriether Pfingstschwanz ist weit mehr als nur ein Brauch – er ist gelebte Tradition, Dorfkultur und ausgelassener Pfingstspaß zugleich.

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