DGB Stiftland fordert bedarfsgerechte Gesundheitsversorgung in Tirschenreuth

DGB Stiftland fordert bedarfsgerechte Gesundheitsversorgung in Tirschenreuth
Der DGB-Kreisvorstand Stiftland fand sich zur ersten Sitzung des Jahres in der Gaststätte „Treffpunkt am Anger“ ein. Ziel war es, die Aktivitäten im ersten Halbjahr zu besprechen und sich mit der Gesundheitsversorgung der Region näher zu befassen. Im ersten Punkt wollen sich die Gewerkschaften mit Wahlen befassen. Das sind auch die Kommunalwahlen, aber besonders die Personal- und Betriebsratswahlen. Dazu kommt natürlich der Tag der Arbeit.
Zum Schwerpunkt der regionalen medizinischen Versorgung hatte sich Manfred Haberzeth mit den Rahmenbedingungen befasst. Sein Fazit: Finanzen und Bevölkerungszahl als Grundlage der Gesundheitsversorgung verstärken die Nachteile beim Anspruch auf gleiche Lebensverhältnisse in allen Landesteilen entsprechend der bayerischen Verfassung. Im Landkreis Tirschenreuth hat sich die Bevölkerungszahl seit 2000 um circa zehn Prozent verringert. Neben den erheblichen Einschnitten durch die verschiedenen Gesundheitsgesetze hat diese Veränderung ebenfalls Einfluss auf die Rahmenbedingungen. So wird die Versorgung durch niedergelassene Ärzte am errechneten Bedarf bei 100.000 Einwohnern geplant. Daraus ergibt sich das Bild der Unter- oder Überversorgung.
Regionale Gesundheitsversorgung im Fokus
Damit einher gehen Terminvergabe, Wartezeiten bis hin zu Aufnahmekapazitäten. Verstärkt wird diese Entwicklung noch durch den erheblichen Fachkräftemangel in den Pflegeberufen.
Die gesetzlichen Möglichkeiten der privaten Rechtsform beinhalten auch die Freiheit, sich auf „lukrative Behandlungsfelder“ zu konzentrieren. Gleiches gilt im niedergelassenen Bereich. Die Niederlassungsfreiheit beinhaltet das Recht, nicht nur den Ort beziehungsweise die Region frei zu wählen, sondern auch den Patientenkreis. Damit die Daseinsvorsorge nicht weiter ausgedünnt wird, sieht der DGB-Vorstand auf allen Feldern Handlungsbedarf. Gesetzliche Rahmenbedingungen sichern derzeit die Gesundheitsversorgung nur unzureichend – besonders in der Fläche.
Handlungsbedarf und Maßnahmen
Die Alterung der Bevölkerung zeigt einen steigenden medizinischen Versorgungsbedarf. Danach ist das Angebot auszurichten. Ob dabei die bisherigen finanziellen Unterstützungen bei Studium und Praxisübernahme die Lücken in der Ärzteversorgung schließen können, ist zweifelhaft. Tarifliche Ausgestaltung und Unterstützung für verbesserte Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf können die Beschäftigungslücke entschärfen. Dazu zählen Ganztagsbetreuung, gleiche Grundlagen der Arbeitsverhältnisse und die Umsetzung gesetzlicher Vorgaben statt fast täglicher Ankündigungen von Initiativen aus dem bayerischen Gesundheitsministerium.


