Die 12. Plößberger Krippenschau – Ein ganz besonderes Erlebnis!

Die 12. Plößberger Krippenschau – Ein ganz besonderes Erlebnis!
In der Marktgemeinde Plößberg denkt man schon seit Monaten an die Weihnachtszeit und vor allem an die 12. Krippenschau vom 28. November bis zum 10. Januar. Organisator ist der Oberpfälzer Waldverein Zweigverein Plößberg e.V. Die mittlerweile international bekannten Plößberger Weihnachtskrippen werden wieder im örtlichen Kultursaal ausgestellt. Mit über 25.000 Gästen war die letzte Krippenschau im Winter 2022/2023 ein Besuchermagnet.
Tradition bewahren und Brauchtum leben
Der Markt Plößberg hat eine lange Tradition im Glasschmelzofenbau und ist in diesem Sektor aufgrund der vielen Innovationen international bekannt. Den Plößberger Glasofenmaurern des 19. Jahrhunderts und ihren Arbeitseinsätzen in Tirol, Thüringen, Böhmen und so weiter entspringt auch die Tradition des Schnitzens von Weihnachtskrippen.
Bekannt ist Plößberg für seine zahlreichen Hauskrippen. Von Generation zu Generation werden sie weitergegeben, gepflegt und ergänzt. In über Jahrhunderten gewachsener Tradition entstanden die von Hand geschnitzten Weihnachtskrippen in den Wohnstuben der Plößberger Familien. Das Aufbauen der Krippen ist hier fester Bestandteil des jährlichen Weihnachtsrituals und gelebtes Brauchtum.
Heimatpreis Nordbayern für die Plößberger Krippenschau
Das hatte im Markt Plößberg vor über 55 Jahren niemand so erwartet. 1970 hat der OWV Plößberg sechs große Hauskrippen für die erste Krippenschau aufgebaut. Alle fünf Jahre gewährten seitdem die Krippenfreunde Plößberg im Rahmen einer Ausstellung faszinierende Einblicke in ihre Kunst.
Eine besondere Auszeichnung erhielt in Nürnberg am 15. Juni 2023 der OWV Plößberg. Als Anerkennung für herausragende Verdienste um die bayerische Heimat zeichnete Finanz- und Heimatminister Albert Füracker im Rahmen eines Festakts die Plößberger Krippenschau mit dem Heimatpreis Nordbayern aus. Zusammen mit Bischof Voderholzer nahm die Delegation des OWV Plößberg die Urkunde und den Porzellanlöwen entgegen.
Rückblick auf frühere Schauen
Bei der 9. Krippenschau 2010/11 waren im „verschneiten“ Kultursaal über 30 Hauskrippen und Krippenexponate in den Gebäuden der nachgebauten zwei Oberpfälzer Vierseithöfe ausgestellt. Bei der Herstellung der Vierseithöfe kam auch handbehauenes Altholz mit zum Einbau. Die Vorbereitungs- und Aufbauarbeiten erforderten einen Arbeitseinsatz der freiwilligen Helfer*innen von mehr als 7.000 Stunden.
Für die 10. Krippenschau 2015/2016 hatten sich die Verantwortlichen einmal mehr etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Der Kultursaal wurde innerhalb von sechs Wochen mit über 70 Helfer*innen zu einer Karawanserei umgestaltet. In den Arkaden und auf den Händlertischen hatten die Aussteller 38 Krippen mit großer Mühe und viel Geschick aufgebaut.
Konzept der 12. Krippenschau 2026/27
Der leider inzwischen verstorbene Schreinermeister Hubert Haubner, unser Krippenschau-Leiter und „Bauchef“ der letzten vier Ausstellungen, hatte lange an der Idee für die neue Krippenschau getüftelt.
Der Kultursaal wird dieses Mal nach der Anlage der Brotvermehrungskirche in Tabgha umgestaltet. Die Kirche am See Genezareth im Norden Israels erinnert an das Wunder Jesus. Nach biblischer Überlieferung fand dort die wundersame Brotvermehrung statt. Jesus hat mit fünf Broten und zwei Fischen 5.000 Menschen gespeist.
Im 350 Quadratmeter großen Kultursaal einschließlich Bühne werden im vorderen Teil in dem nachgebauten Innenhof und den Seitengängen über 30 Hauskrippen, Kleinkrippen und Einzelszenen aus dem Marktgemeindebereich Plößberg präsentiert. Über eine Rampe erreichen die Besucherinnen und Besucher den Kirchennachbau. Dieser wird der byzantinischen Architektur von Tabgha angepasst. Hier werden 20 figurenreiche Weihnachtskrippen zu einer Gesamtkrippe zusammengestellt. Und das Besondere: Für diese große Krippe haben unsere Laienschnitzer in den letzten Jahren viele neue Darstellungen aus dem Alten Testament geschnitzt und gestaltet, wie Kains Brudermord, Arche Noah, Abrahams Opferung, Daniel in der Löwengrube, Moses und vieles mehr, und diese werden in der großen Krippenlandschaft integriert.
Für die neue Krippenschau sind bereits seit März die ersten „Bautrupps“ für den Kulissenbau im Einsatz. Ab Mitte Oktober verwandelt sich dann innerhalb von sechs Wochen der Plößberger Kultursaal in die Anlage der Brotvermehrungskirche in Tabgha.
Das Besondere der Plößberger Weihnachtskrippen
Die Plößberger Weihnachtskrippen sind Landschaftskrippen mit ihren typischen Krippenbergen. Neben vielen biblischen Szenen sind auch heimatliche Begebenheiten dargestellt. In keiner Krippe fehlen die Geschehnisse der Geburtsnacht. Die Krippenbauer haben es immer verstanden, wie ein Regisseur, das Weihnachtsgeschehen in der Krippe zu inszenieren und in ganz unterschiedliche Lebensräume und verschiedene Zeitepochen einzubauen. Wie in einem Theater die Schauspieler eine Bühne beleben, so erfüllen die kleinen Holzfiguren die Krippen mit Leben. Die Plößberger „bevölkern“ ihre Weihnachtskrippen mit „Mandln und Stückln“, wie die Figuren und Gruppierungen hier umgangssprachlich genannt werden.
Die Sailer-Krippe entstand um 1900 und lebt von der Bühnenkulisse einer deutschen Stadt des Industriezeitalters. Einzigartig sind in dieser Hauskrippe die Vorstellung der Steinigung des Stephanus und die einmalige Figurengruppe der Steinhauer, mit der vielen Plößbergern „ein Denkmal“ gesetzt wurde.
Die Plößberger Krippen waren ursprünglich eher Krippen der armen Leute! Die Materialien sind Ausdruck der Verbundenheit der Krippenbauer mit ihrer Landschaft. Für die Krippen wurden und werden noch heute nur Naturmaterialien verwendet, die vor der Haustür oder im Wald zu finden sind. Schon im Sommer werden die Baumschwämme aus dem Wald heimgeholt, nur die herrlichsten Exemplare. Auch die Moospolster müssen rechtzeitig gesammelt werden und schon bereitliegen.
Ende November beginnt der Aufbau der Weihnachtskrippe. Kräftige Wurzelstöcke bilden die Grundlage. Der gestalterischen Freiheit scheinen keine Grenzen gesetzt zu sein. Man schafft bewusst Abwechslung durch freie Anordnung von Erhebungen und Vertiefungen. Mit den Baumschwämmen werden imposante Steinformationen gestaltet. Dann wird das Steinmoos für die Wiesen verlegt. Stall, Häuser und Hütten aufgestellt, vielleicht noch ein Schloss oder gar eine Stadt. Zu guter Letzt dann die acht bis zwölf Zentimeter großen Figuren mit viel Gefühl vorsichtig platzieren. Fertig! Eine besondere Atmosphäre und eindrucksvolle Kulisse.
Eröffnung und Öffnungszeiten
Am 27. November wird die 12. Große Krippenschau im Plößberger Kultursaal mit den Ehrenschirmherren Diözesanbischof von Regensburg Dr. Rudolf Voderholzer, dem Bayerischen Staatsminister der Finanzen und für Heimat Albert Füracker, dem Vizepräsidenten des Bayerischen Landtags Dr. Tobias Reiß und dem Bezirksheimatpfleger der Oberpfalz Dr. Tobias Appl feierlich eröffnet.
Die 12. Große Krippenschau ist vom 28. November 2026 bis zum 10. Januar 2027 für Besucherinnen und Besucher geöffnet.

Bildergalerie und Video: Die größte Krippe der Welt steht in Plößberg
Plößberg. Die jahrelange Arbeit hat sich mehr als gelohnt. Bei der Plößberger Krippenschau ist die größte Weihnachtskrippe der Welt entstanden.
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