Jetzt Tickets für die kommenden Jahn-Spiele sichern!
VR Bank Nopf
VR Bank Nopf

Die Schwammerlsaison 2026 hat endlich begonnen

Nordoberpfalz. Die Schwammerlsucher in der Nördlichen Oberpfalz können wieder ihre Körbe hervorholen. Nach einem heißen und trockenen Sommer zeigen sich inzwischen die ersten Anzeichen für eine bessere Pilzsaison. Der Weidener Pilzexperte Norbert Griesbacher blickt jedenfalls optimistisch auf die kommenden Wochen.

Die Schwammerlsaison 2026 hat endlich begonnen

Schwammerlsaison 2026
Die Schwammerlsaison 2026 ist eröffnet: Die Regenfälle der vergangenen Tage zeigen Wirkung. Die „Krause Glucke“ ist als klassischer Schwammerl eher unbekannt. Foto: Martin Stangl

Die Schwammerlsaison 2026 erfreut die Schwammerlsucher in der Nordoberpfalz. Aus den Landkreisen Tirschenreuth, Neustadt/Wn., Amberg und Schwandorf gibt es erfreuliche Meldungen. Auch rund um Weiden sind die Schwammerlkörbe gut gefüllt. OberpfalzEcho hat den langjährigen Weidener ehrenamtlichen Pilzberater Norbert Griesbacher (85) befragt.

Regen bringt das Pilzwachstum in Gang

Früher begann die Schwammerlsaison nach Griesbachers Erfahrungen häufig bereits im Juli. In diesem Jahr mussten sich die Pilzfreunde dagegen gedulden. Hitze und Trockenheit in der Oberpfalz verzögerten das Wachstum. Erst die Niederschläge der vergangenen ein bis zwei Wochen brachten die notwendige Feuchtigkeit.
Entscheidend ist für Griesbacher dabei nicht ein kurzer Regenschauer. Damit Pilze wachsen können, muss der Boden ausreichend und möglichst gleichmäßig durchfeuchtet werden.

„Wir brauchen ausgedehnte Regengüsse und keine kurzfristigen Schauer. Der Boden muss richtig mit Wasser durchdrungen werden.“

Kurze Gewitter und heftige Schauer seien weniger hilfreich, weil ein großer Teil des Wassers oberflächlich abfließe. Ideal sei dagegen länger anhaltender, gleichmäßiger Regen.

Bodennebel und moderate Temperaturen helfen den Pilzen

Neben der Bodenfeuchtigkeit spielt nach Griesbachers Erfahrung auch eine hohe Luftfeuchtigkeit eine wichtige Rolle. Besonders günstig seien die im Herbst typischen Bodennebel.
Auch die Temperaturen müssen passen. Moderate Wärme fördert das Pilzwachstum, während tiefer Bodenfrost die Saison schnell ausbremsen kann. Ebenso ungünstig sind intensive Sonneneinstrahlung und starker Wind, weil beide dem Boden Feuchtigkeit entziehen. Ein bedeckter Himmel kann für Schwammerlsucher deshalb durchaus eine gute Nachricht sein.

Pilzsaison verschiebt sich zunehmend in den Oktober

Über viele Jahre galt der September als Hauptmonat für Schwammerlsucher. Griesbacher beobachtet jedoch eine Verschiebung der Saison. Nach seiner Einschätzung spielt inzwischen der Oktober eine zunehmend wichtige Rolle. Der Klimawandel zeigt auch in der Nordoberpfalz seine Spuren.
Die lange sommerliche Trockenheit kann den Beginn des Pilzwachstums deutlich verzögern. Umso wichtiger seien ab sofort ausreichende Niederschläge ohne anschließende längere Trockenphase.

Erste Schwammerl rund um Weiden gefunden

Interessant ist nach Griesbachers Beobachtungen, dass sich das derzeitige Pilzaufkommen weniger in den Wäldern zeigt. Funde gebe es momentan insbesondere verstärkt an Waldrändern und entlang von Wegen.
Aus der Umgebung von Etzenricht, Fischerberg, Letzau und Pirk sind ihm bereits verschiedene Funde bekannt. Dazu gehören unter anderem Goldröhrlinge, Butterpilze und die Krause Glucke.

Viele Pilze sind an bestimmte Bäume gebunden

Wer Schwammerl sucht, sollte nicht nur auf den Boden schauen, sondern auch auf die Bäume in der Umgebung achten. Verschiedene Pilzarten bevorzugen bestimmte Baumarten als Partner.
Ein bekanntes Beispiel ist die Krause Glucke, die vor allem an Kiefern beziehungsweise im Bereich ihrer Wurzeln wächst. Auch der Birkenpilz verrät schon durch seinen Namen, welchen Baum Schwammerlsucher in seiner Umgebung erwarten können.

Krause Glucke gehört zu Griesbachers Lieblingspilzen

Nach seinen persönlichen Favoriten gefragt, muss Norbert Griesbacher nicht lange überlegen. Ganz oben steht für ihn der Steinpilz. Aber auch die Krause Glucke schätzt er besonders.
Der ungewöhnliche Pilz, der wegen seines Aussehens auch Fette Henne genannt wird, entspricht so gar nicht dem klassischen Bild eines Pilzes mit Hut und Stiel. Griesbacher schätzt sowohl seinen Geschmack als auch seine knackige Konsistenz.

Eine Schwammerlbrühe braucht Vielfalt

Besonders gerne genießt Griesbacher eine traditionelle Schwammerlbrühe. Nach alten Kochrezepten sollte eine solche Pilzmischung möglichst aus mindestens sechs verschiedenen Arten bestehen.
Dafür kommen beispielsweise Pfifferlinge, Sandröhrlinge, Butterpilze, Rotkappen und Goldröhrlinge infrage. Auch der weniger bekannte Mehl-Räsling, ein Lamellenpilz, kann Bestandteil einer solchen Mischung sein.
Entscheidend bleibt jedoch: In den Kochtopf gehören ausschließlich Pilze, die zweifelsfrei als essbar bestimmt wurden.

Seit Jahrzehnten Pilzberater der Stadt Weiden

Norbert Griesbacher beschäftigt sich seit Jahrzehnten intensiv mit der heimischen Pilzwelt. Er ist ehrenamtlicher Pilzberater der Stadt Weiden und Pilzsachverständiger der Deutschen Gesellschaft für Mykologie.
Sein Wissen hat er auch in dem Bestimmungsbuch „Schwammerlsuche in Bayern – Heimische Speisepilze sammeln, bestimmen und verarbeiten, Giftpilze sicher erkennen!“ zusammengefasst. Das Werk erschien 2023 in einer überarbeiteten und erweiterten vierten Auflage und wird von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie empfohlen.
Das Buch behandelt heimische Speise- und Giftpilze und legt besonderes Augenmerk auf mögliche Verwechslungen. Gerade für weniger erfahrene Schwammerlsucher kann dies entscheidend sein.

Pilzexperten treffen sich in Tännesberg

Auf ein Ereignis freut sich Griesbacher in diesen Tagen besonders: Die 18. Bayerische Mykologische Tagung findet vom 9. bis 13. September 2026 in Tännesberg statt – für den Weidener Experten also praktisch vor der Haustür.
Griesbacher gehört zu den Gründungsmitgliedern der Bayerischen Mykologischen Gesellschaft. Bei der Tagung kommen Pilzexperten zusammen, tauschen Beobachtungen aus ihren Regionen aus und beschäftigen sich mit der aktuellen Pilzflora.

Schwammerlwanderung mit Norbert Griesbacher

Sein Wissen gibt der Weidener Pilzberater gerne auch bei geführten Exkursionen weiter. Dabei lernen die Teilnehmer heimische Speise- und Giftpilze unmittelbar in ihrem natürlichen Lebensraum kennen.
Eine geführte Schwammerlwanderung mit dem städtischen Pilzberater ist für den 3. Oktober 2026 in Letzau vorgesehen. Das Angebot geht vom Maria-Seltmann-Haus aus.

Griesbacher hofft auf einen guten Pilzherbst

Für die kommenden Wochen bleibt Norbert Griesbacher optimistisch. Ob aus dem vielversprechenden Beginn tatsächlich eine ergiebige Schwammerlsaison wird, entscheidet allerdings vor allem das Wetter
Gleichmäßiger Regen, ausreichend Bodenfeuchtigkeit, hohe Luftfeuchtigkeit und moderate Temperaturen wären jetzt die ideale Kombination. Starke Sonne, austrocknender Wind oder früher Bodenfrost könnten die Entwicklung dagegen wieder bremsen.
Für die Schwammerlsucher rund um Weiden beginnt damit eine spannende Zeit. 

Pilzbuch Griesbacher
Norbert Griebachers Standardwerk: Schwammerlsuche in Bayern Heimische Speisepilze sammeln, bestimmen und verarbeiten, Giftpilze sicher erkennen!. Foto: Battenberg Verlag

Norbert Griesbachers Favoriten:

Die wichtigsten Schwammerln, die ich in einem Mischpilzgericht esse:

Steinpilze, Rotkappen, Flockenstielige Hexenröhrlinge, Maronenröhrlinge, Goldröhrlinge, Butterpilze, Semmelstoppelpilze, Reifpilze,
Wiesel-, Frauen-, Speise-, Grüngefelderte-, Apfel- , Graustiel-, Heringstäublinge
Rotfußröhrlinge, Ziegenlippen, Kuhmaul, Stockschwämmchen, Rauchblättrige Schwefelköpfe, Trompetenpfifferlinge, Mehlräslinge,

Als Bratpilze: Pfifferlinge, Fichten-, Kiefernreizker, Milchbrätlinge, Krause Glucke, Perlpilze

Achtung: Bei Butterpilzen immer die Huthaut abziehen, da eventuell Allergien ausgelöst werden können.

VR Bank Nopf
VR Bank Nopf