Feierliche Eröffnung Weißer Turm in Auerbach
Feierliche Eröffnung Weißer Turm in Auerbach
Nach vielen Jahren voller Verzögerungen, Abstimmungen und schwieriger Entscheidungen ist es nun endlich so weit: Der Vollhannturm (er heißt jetzt wieder Weißer Turm) in Auerbach wurde offiziell eröffnet und seiner neuen Bestimmung übergeben. Trotz starken Schneefalls, der die Sicht auf das frisch sanierte Bauwerk trübte, zeigte sich Bürgermeister Joachim Neuss in seiner Ansprache spürbar bewegt und sprach von einem bedeutsamen Tag für die Stadt. Schon seit Jahrzehnten beschäftigte das Projekt die kommunale Politik.
Seit fast 30 Jahren ein Thema
Neuss selbst, seit 1996 im Stadtrat, erinnerte sich daran, dass der Turm bereits damals ein ungelöstes Problem darstellte. Auch sein Stellvertreter, Zweiter Bürgermeister Norbert Gradl, trug die Idee einer sinnvollen Nutzung seit vielen Jahren mit sich herum. Lange kursierten verschiedenste, teils unrealistische Vorschläge, bis 2010 erstmals ein Konzept Form annahm, das sowohl nutzbar als auch mit denkmalpflegerischen Vorgaben vereinbar schien: Die Umgestaltung zu einem hochwertigen Ferienapartment.
Zahlreiche Gespräche mit dem Landesamt für Denkmalpflege folgten, denn der Turm ist Teil der historischen Auerbacher Stadtbefestigung und steht unter strengem Denkmalschutz. Erst der 13. Entwurf erhielt schließlich die erforderliche Zustimmung – ein Prozess, der ganze 15 Jahre in Anspruch nahm.
Förderung des Freistaates Bayern
In der öffentlichen Diskussion wurde das Projekt häufig kritisch betrachtet, insbesondere mit Blick auf die erforderlichen Investitionen. Neuss stellte jedoch klar, dass es für die Stadt keine Alternative gab: Als Eigentümerin eines denkmalgeschützten Gebäudes sei die Kommune verpflichtet, dieses zu erhalten. Gleichzeitig dankte er dem Freistaat Bayern, der mit einer Förderquote von 80 Prozent die Umsetzung maßgeblich ermöglicht habe.
Neues Schmuckstück in Auerbach
Heute präsentiert sich der Weiße Turm als kleines architektonisches Schmuckstück. Über ein neu angebautes Treppenhaus sind alle drei Ebenen bequem erreichbar. Im Erdgeschoss befindet sich eine kompakte Küche mit Essecke, im ersten Stock ein Schlafzimmer mit Vorraum, Dusche, WC und Waschbecken. Das oberste Zimmer wird über eine Innentreppe erschlossen und beeindruckt mit großen Fenstern, viel Licht und einem offenen Blick bis zur Dachspitze, da bewusst auf eine Zimmerdecke verzichtet wurde. Die Stadt legte zudem fest, dass die Ausstattung dem Standard der Ferienwohnungen der neuen Besitzer aus Degelsdorf entspricht.
Nach der Segnung des Gebäudes durch Pfarrer Marek Flasinski, der den Turm „unter den Schutz Gottes“ stellte, übernahm das Betreiberpaar Susanne und Johannes Trenz – bekannt vom Landgasthof Leonie in Degelsdorf – offiziell die Verantwortung für das neue Feriendomizil. Sie berichteten, dass sie zunächst nur mit dem Gedanken spielten, sich zu bewerben, die Stadt jedoch aktiv auf sie zukam. Nach kurzer Bedenkzeit sagten sie zu und investierten viel Zeit und Engagement in die Einrichtung und Vorbereitung.
Eine Mitarbeiterin, die ganz in der Nähe wohnt, wird künftig die Betreuung der Feriengäste übernehmen. Während die Küche bereits vorhanden war, wurde die restliche Ausstattung sorgfältig ergänzt. Der Pachtvertrag läuft über drei Jahre, und die ersten Buchungen sind bereits eingegangen – ein gutes Zeichen für den Auftakt des touristischen Projekts.
Planungen für ein weiteres Projekt
Parallel arbeitet die Familie Trenz bereits an den Plänen für den „Goldenen Löwen“, den sie im kommenden Jahr wiederbeleben möchten, auch wenn hier noch keine endgültige Garantie möglich ist. Interessierte Gäste können sich über die Internetseite des Landgasthofs Leonie bereits jetzt über das neue Feriendomizil informieren und ihren Aufenthalt im frisch restaurierten Wahrzeichen der Stadt Auerbach planen.
Das neue Feriendomizil und die Buchungen können über die Webseite
Start – landgasthof-zurleonies Webseite!
eingesehen werden.




