Feuriger Faschingsabschied mit Jesse-James-Band in Eslarn

Feuriger Faschingsabschied mit Jesse-James-Band in Eslarn
Die Jesse-James-Band bläst zum Halali und verabschiedet sich nach der fünften Jahreszeit für ein Jahr von ihren Anhängern. Vom „Naschn Pfinsda“ bis zum Faschingsdienstag heizten die „Islouer“ Vereine und Musikgruppen den Eslarnern und Gästen gehörig ein. So wurde zum Endspurt nicht einfach nur gefeiert – sondern mit leidenschaftlicher Energie musiziert und vorher gemeinschaftlich gebeichtet. Der berüchtigte Regisseur „Fasching“ persönlich gab den Befehl, und die Jesse-James-Band unter Kapellmeister Manuel Meckl stürmte die Sportheim-Bühne für den ersten Akt des „Fosnd-Agroms“.
Die Combo, deren Name wohl nach einer besonders geselligen und vermutlich hopfenlastigen Nacht entstand, war so international wie ein G7-Gipfel – zumindest für Oberpfälzer Verhältnisse. Die Eslarner wurden durch Musiker aus Schönsee, Pfrentsch, Teunz, Weiding und Schwarzenfeld verstärkt, und sogar aus der Landeshauptstadt München war einer angereist. Mittendrin: Das zwölfjährige Nachwuchstalent Teresa Kaiser, die an den Tschinellen den Takt angab – vermutlich, um die älteren Herren rhythmisch wieder auf Spur zu bringen. Im wirklichen Leben spielt die junge Eslarnerin seit ihrem achten Lebensjahr die steirische Harmonika und hat mit ihren Eltern schon so manchen Auftritt gemeistert.
Beichte, Bußgeld und flüssige Seelsorge
Bevor der Trauermarsch starten konnte, hieß es: Ab in den Büßerwinkel zur Faschingsbeichte bei Faschingspater Daniel Bäumler. Notfalls war auch für einen Backup gesorgt, der nur anwesend sein sollte, falls „Herr Merkwürden“ selbst im Sündensumpf versinken sollte. Auch wenn Pater „Merkwürden“ bei den Zwiegesprächen kräftig ins Schwitzen kam, hielt er standhaft durch.
Das Prinzip war simpel: Je mehr hochprozentige Ausrutscher man in der Faschingszeit verbucht hatte, desto tiefer musste man in die Tasche greifen. Dieses „Bußgeld“ floss natürlich direkt zurück in die flüssige Seelsorge der „Schäflein“ – eine Win-win-Situation für Leib und Seele! Zum Ende brannten nicht nur die Kehlen, sondern auch der Prinz.
Trauerzug, Hymne und brennender Prinz
Nachdem das „Teufelszeug“, ein Gemisch, das die Sünden noch einmal kurz hochschwappen ließ, die Kehlen geölt hatte, setzte sich der Tross in Bewegung. Die Vorsitzende Steffi Kaiser-Lehner vom Förderkreis bremste den kleinen Faschingszug mit ihrem Musikwunsch „Paul und sein Gaul“ noch einmal. Kapellmeister Manuel Meckl erklärte die Melodie kurzerhand zur „Islouer Fosnd-Hymne“. Im Anschluss setzte sich der Trauerzug mit Musikern und Fackelträgern in Bewegung. Vier sportlich bekleidete TSV-Mädels übernahmen die Trage mit dem Prinzen. Mit schmissigen Klängen der Jesse-James-Band ging es durch Eslarn direkt zum Gasthof „Böhmerwald“ und nach einer Stunde unter erschwerten Bedingungen wieder zurück zum Sportheim. Vor Ort löste sich „Erwin I.“ im Flammenmeer auf, und Witwe alias Lukas Dobmeier jammerte mit den Umstehenden um ihren in Rauch auflösenden, strohigen Prinzen. Im warmen Sportzentrum erwartete die Trauergäste zum Faschingsende eine kräftige Stärkung vom Gasthaus Hösl mit einer ordentlichen Brotzeit. Nach einer ausgiebigen Feier verschwand die Jesse-James-Band wieder in der Anonymität, und die Musiker mischten sich wieder unter ihre Stammkapellen.




