FUXI KRAXI verbindet Kunst, Geschichte und Menschen

FUXI KRAXI verbindet Kunst, Geschichte und Menschen
Einfach anfangen. Etwas ausprobieren. Gemeinsam kreativ werden – und schauen, was daraus entsteht. Genau darum ging es beim deutsch-tschechischen Kreativtag FUXI KRAXI, der im Rahmen des Projekts „Lebensraum Goldene Straße“ im Bundesförderprogramm Aller.Land stattfand und Bärnau in einen lebendigen Ort für Kunst, Musik, Workshops, Begegnungen und gemeinsames Experimentieren verwandelte. Im Mittelpunkt stand die Einladung an alle, selbst mitzumachen, eigene Ideen einzubringen und den Tag mitzugestalten.
Mitmachen statt Zuschauen
FUXI KRAXI – auf Tschechisch etwa „Čáry Máry“, also „Hokuspokus“ – stand für eine einfache Idee: Einfach mal machen! Kreativität sollte nicht nur präsentiert, sondern gemeinsam erlebt und gestaltet werden. Die Besucherinnen und Besucher waren deshalb nicht nur Zuschauer, sondern wurden selbst aktiv. Sie konnten Airbrush ausprobieren, mit Textilien arbeiten, bildhauern, schmieden, Schmuck aus Recyclingmaterialien gestalten oder eigene Animationen entwickeln. So entstanden Bilder, Objekte, kurze Animationsfilme und viele weitere kreative Arbeiten.
Von zeitgenössischer Kunst bis zur Knopffabrik
Der Tag begann im Deutschen Knopfmuseum mit einer Führung des tschechischen Künstlers Michal Škapa durch seine Ausstellung „Light Interchange“ und einem anschließenden Airbrush-Workshop.
Am Nachmittag ging es im Geschichtspark Bärnau-Tachov weiter. Ein besonderer Programmpunkt war die seltene Gelegenheit, die ehemalige Knopffabrik zu besichtigen – ein außergewöhnliches Zeugnis der Bärnauer Industriegeschichte, das weitgehend im ursprünglichen Zustand erhalten ist.
So verband FUXI KRAXI das industrielle Erbe der Stadt mit zeitgenössischer Kreativität und lud dazu ein, Geschichte nicht nur zu betrachten, sondern selbst zu entdecken und neue Perspektiven darauf zu entwickeln.
Zwei neue Kunstwerke an der Goldenen Straße
Ein Höhepunkt war die feierliche Enthüllung zweier neuer Kunstwerke an der Goldenen Straße. Beide entstanden im Rahmen des Projekts „Lebensraum Goldene Straße“.
Der fünf Meter hohe Granitmeilenstein von Herbert Lankl erinnert an die historische Bedeutung der Goldenen Straße als europäische Verkehrs- und Handelsroute. Der „Meilenstein der Zeit“ von Roman Soukup verweist auf die Entstehung des Geschichtsparks Bärnau-Tachov und die langjährige Partnerschaft der Vereine Via Carolina und Terra Tachovia.
Die Enthüllung war zugleich der Erinnerung an Alfred Wolf, den kürzlich verstorbenen Vorsitzenden des Via Carolina – Goldene Straße e. V., gewidmet. Er hatte das Projekt maßgeblich angestoßen und dessen Umsetzung begleitet. Damit wurde auch sein langjähriges Engagement für Kultur, Geschichte und die deutsch-tschechische Zusammenarbeit gewürdigt.
„Vom Knopf zur Kreativregion“
Den Abschluss bildete die Podiumsdiskussion „Vom Knopf zur Kreativregion – Wie industrielles Erbe neue kulturelle Möglichkeiten schafft“. Künstlerinnen und Künstler, Kulturschaffende sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Museen und Stadt diskutierten darüber, wie die Geschichte der Bärnauer Knopfindustrie bewahrt und zugleich als Inspiration für die Zukunft genutzt werden kann.
Dabei wurde deutlich: In Bärnau und der Region gibt es bereits ein dichtes Netzwerk kreativer Menschen, Vereine, Kulturorte und Initiativen. Entscheidend ist, diese Kräfte noch besser miteinander zu verbinden und Räume zu schaffen, in denen Bürgerinnen und Bürger eigene Ideen einbringen und gemeinsam aktiv werden können – auch über die deutsch-tschechische Grenze hinweg.
Ein Tag, der zeigte, was möglich ist
FUXI KRAXI war selbst ein Beispiel für diese Form der Beteiligung: Geschichte traf auf zeitgenössische Kunst, Profis auf Anfänger, Deutsche auf Tschechen und Kinder auf Erwachsene. Vor allem aber brachte der Tag Menschen zusammen, die nicht lange fragten: „Kann ich das?“
Sie fingen einfach an. Und genau darin lag die besondere Stärke von FUXI KRAXI: Es ging nicht um perfekte Ergebnisse, sondern darum, Menschen zum Mitmachen zu ermutigen, eigene Ideen auszuprobieren und gemeinsam etwas entstehen zu lassen.
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