Himmlische Rhythmen in Speinshart zwischen Sonnenfinsternis und Sternschnuppen

Himmlische Rhythmen in Speinshart zwischen Sonnenfinsternis und Sternschnuppen
Open-Air-Konzert zwischen Sonnenfinsternis und Sternschnuppen. Kloster Speinshart – wo Musik zur Magie wird. Eine selbstbewusste Abtei gibt ihrer Lebens- und Glaubensfreude beim „Celestial Rhythms“ der Christian Benning Percussion Group eine himmlische Note.
Himmlische Klänge im Kloster Speinshart
Sechs Künstler spielten auf 100 Instrumenten wie Marimba, Vibrafon, Xylofon, Pauken, Toms, Bassdrums, Congas und Bongos. Mit völlig neuen Klangfarben diverser Schlaginstrumente in Kombination mit einem Programm, das das Ensemble ganz dem Universum widmete, bereicherte die Christian Benning Percussion Group „Celestial Rhythms“, so der Titel des Speinsharter Sommerkonzerts im Rahmen des Festivals Junger Künstler Bayreuth, mit „himmlischen Resonanzen“.
Zwischen Sonnenfinsternis und Perseiden
Befeuert durch das Schauspiel der partiellen Sonnenfinsternis und der Hoffnung, Sternschnuppen über sich funkeln zu sehen, verzückten die „Resonanzen“ des Ensembles mit Christian Benning, Felix Kolb, Marcel Morikawa, Godwin Schmid, Patrick Stapleton und Daan Wilms unter freiem Himmel in der sinnlichen Atmosphäre des Klosterinnenhofs der Prämonstratenserabtei eine riesige Besucherschar. Für Künstler und Publikum ein außergewöhnliches Event zwischen zwei Naturschauspielen, das eigentlich schon vor den ersten Drumgeräuschen begann.
Gegen 20.15 Uhr konnten die Konzertbesucher außerhalb des Klosterhofs mit der spektakulären Sonnenfinsternis ein besonderes Himmelsereignis beobachten. Fast fließend ging das Staunen über das seltene Geschehen mit Einbruch der Dunkelheit in eine Nacht der Perseiden-Sternschnuppen über. Eine Erscheinung, der die Percussion-Gruppe mit einem dezenten Kunstlicht Rechnung trug. „Ein Abend an einem magischen Ort zum Träumen zwischen Musik, zornigen Göttern und Sternen“, so die Ankündigung von Elisabeth Fichtner, Leiterin der Internationalen Begegnungsstätte, konnte beginnen.
Schwerelose Werke und wandernde Klangsterne
Nach der ergänzenden Einladung des Chef-Perkussionisten an das Publikum im voll besetzten Rund des Innenhofs, sich auf das Gefühl der Schwerelosigkeit einzulassen und neue akustische Perspektiven zu entdecken, zelebrierten die „glorreichen Sechs“ „schwerelose“ Werke. Zunächst beeindruckten Kompositionen von Steve Reich (Mallet Quartet) und dem arabisch-israelischen Tonschöpfer Samir Odeh-Tamimi mit „Roaikron“, dessen Stück die Gruppe bei der Biennale in Venedig uraufführen durfte. Es war eine Art kosmischer Botschaft, bei der sich die Akteure mit Handtrommeln durch die Besuchermassen bewegten, um klanglich einen wandernden Sternenschwarm zu demonstrieren.
Nach der Umbaupause erklang „Pléiades“ von Iannis Xenakis, ein ebenfalls zentrales Werk der modernen Schlagzeugliteratur, das – wie schon der Programmtitel zeigte – nach einer Sternkonstellation benannt ist. Der Titel verwies auf das Sternbild des Sternenhaufens der Plejaden. Die Spielfreude und die klangliche Perfektion der Gruppe beglückten schon das Publikum in Hamburg, Berlin, Paris und Tokio. In Speinshart verzückte das Ensemble im zweiten Teil des Konzerts mit der kompletten Klangpalette des Schlagzeugs, von klassischen Fellinstrumenten bis zu den eigens entwickelten Sixxen, mit Rhythmen voller Urgewalt und mit rasenden Akkorden, die an kosmische Energie erinnerten.
Kosmische Klanglandschaften und irdische Begegnungen
Es war eine sensationelle Symphonie, die mit ihren visionären Klanglandschaften und mit Blick auf die Unendlichkeit des Alls zu einem eindrucksvollen Gesamterlebnis verschmolz. Allerdings warteten nach dem Konzert-Highlight die vielen Stammgäste des blauen Planeten bei Secco, Klosterbier und launigen Begegnungen vergeblich auf eine Botschaft der Aliens. Ungeachtet der vielen Signale aus dem Kosmos lassen Begegnungen mit den Außerirdischen weiter auf sich warten.
Einen musikalischen Aufbruch in die Zukunft wagte die Christian Benning Percussion Group bei einem Open-Air-Konzert in Speinshart im Rahmen des Festivals Junger Künstler Bayreuth. Bewusst setzte das Ensemble auf wenig Kunstlicht, um die Sicht auf die Sterne nicht zu stören. Hin und weg waren viele Hundert „Erdenbewohner“ vom außergewöhnlichen Musikspektakel zwischen Sonnenfinsternis und Sternschnuppen.
Wenn Du OberpfalzECHO als bevorzugte Quelle hinterlegst, tauchen unsere Inhalte dort häufiger für Dich auf.
Füge jetzt OberpfalzECHO Deinen Quellen hinzu!


