Kräuterbüschel-Tradition trotzt Hitze in Schirmitz zu Maria Himmelfahrt

Kräuterbüschel-Tradition trotzt Hitze in Schirmitz zu Maria Himmelfahrt
Der Sommer hatte es den Kräutersammlerinnen nicht leicht gemacht: Die lang anhaltende Hitze ließ viele Pflanzen bereits vertrocknen. Trotzdem fanden die Frauen des Katholischen Frauenbundes Schirmitz genügend Kräuter und Blumen, um ihre jahrzehntelange Tradition zu Mariä Himmelfahrt fortzusetzen. Zehn Frauen banden daraus zahlreiche duftende Kräuterbüschel.
Kräutersuche trotz Hitze: Vielfalt für Mariä Himmelfahrt
Schon Tage vor dem Fest zogen die Helferinnen durch Gärten, an Waldrändern und über Felder. Sie suchten nach allem, was sich für die traditionellen Büschel eignete. Dank einiger Spender und einer erweiterten Suche kamen schließlich Rosen, Sonnenblumen, Minze, Zitronenmelisse, Salbei, Rosmarin, Kamille, Johanniskraut, Ringelblumen und Getreideähren zusammen.
Verkauf und Segnung der Kräuterbüschel
Mit geschickten Händen fügten die Frauen die verschiedenen Pflanzen zu farbenprächtigen Sträußen zusammen. Am Festtag boten sie die Kräuterbüschel vor dem Gottesdienst zum Verkauf an. Ruhestandspfarrer Andreas Hanauer segnete sie anschließend während des Gottesdienstes.
„Dieses Brauchtum liegt uns seit Jahrzehnten sehr am Herzen“, sagte die Vorsitzende Sabine Bäumler. „Wir freuen uns, dass wir die Tradition auch in diesem Jahr trotz der schwierigen Bedingungen weiterführen konnten.“ Den Erlös aus dem Verkauf leitete der Frauenbund erneut für einen sozialen Zweck weiter.
Tradition und Nutzung der geweihten Sträuße
Die geweihten Kräuterbüschel erfüllten dabei nicht nur einen dekorativen Zweck. Viele Menschen hängten sie zu Hause in den sogenannten Herrgottswinkel. Andere brachten sie unter dem Dach an und verbanden damit den alten Brauch, Haus und Hof vor Blitz und Hagel zu schützen. In der Landwirtschaft fanden die Kräuter ebenfalls Verwendung: Manche räucherten damit Stallungen aus, andere hängten die Büschel dort auf oder mischten Teile davon unter das Futter der Tiere.
So verband der Frauenbund mit den Kräuterbüscheln religiösen Glauben, überliefertes Wissen und gelebtes Brauchtum – und ließ eine Tradition lebendig bleiben, die in Schirmitz seit vielen Jahrzehnten ihren festen Platz hat.
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