Patrozinium verbindet Gemeinschaft und Tradition in Eslarn

Patrozinium verbindet Gemeinschaft und Tradition in Eslarn
Ein Patrozinium bezeichnet die Schutzherrschaft eines Heiligen über eine Kirche, das dazugehörige Kirchenfest sowie den historischen Kirchennamen. Die Pfarreiengemeinschaft Eslarn-Moosbach feierte am Hochfest Mariä Himmelfahrt das Patrozinium der Eslarner Pfarrkirche, die der Gottesmutter Maria geweiht ist und auf eine rund 700-jährige Geschichte zurückblicken kann. Das Patrozinium verbindet damit die religiöse Feier mit der langen Geschichte und Tradition der örtlichen Pfarrgemeinde.
Feierlicher Auftakt und Beteiligung der Vereine
Der eigentliche Festtag wurde bereits am Freitagabend mit einer feierlichen Marienvesper in der Pfarrkirche eingeleitet. Am Samstag wurden die fahnentragenden Vereine von der Musikgruppe „Die Patroziner“ an ihren jeweiligen Standorten abgeholt und musikalisch zum Gottesdienst begleitet. Dadurch waren neben den Gläubigen auch zahlreiche Vereine und Organisationen sichtbar in das Patroziniumsfest eingebunden. Den Festgottesdienst zelebrierte Pfarrer Udo Klösel, während Diakon Johannes Theissinger aus Regenstauf die Predigt hielt. Für die musikalische Gestaltung war der Kirchenchor unter der Leitung von Organistin Martina Brenner verantwortlich. Zu den Gästen gehörten unter anderem Bürgermeister Thomas Kleber mit dem Gemeinderat, kirchliche Abordnungen sowie Vertreter zahlreicher Vereine, Organisationen, Gäste und Bürgerinnen und Bürger. Die große Beteiligung verlieh dem Gottesdienst einen besonders festlichen und gemeinschaftlichen Charakter.
In seinen Begrüßungsworten stellte Pfarrer Klösel die Bedeutung Mariens für das christliche Verständnis des Menschen heraus. Er bezeichnete Maria als „Prototyp des vollendeten Menschen“. Das Fest Mariä Himmelfahrt beziehungsweise der Aufnahme Mariens in den Himmel stehe für die Hoffnung auf die Vollendung des Menschen bei Gott. Gerade dort, wo der Mensch an die Grenzen des Lebens und des Todes gelangt, würden nach Klösels Worten Gottes Möglichkeiten sichtbar. Das Patrozinium sei deshalb zugleich ein Fest der Hoffnung und der Dankbarkeit. Maria symbolisiere die Vollendung des Menschen bei Gott – mit Leib und Seele.
Predigt von Johannes Theissinger und Botschaft für das Miteinander
Der 36-jährige Prediger Johannes Theissinger ist ehrenamtlicher Diakon und hauptberuflich als Verwaltungsleiter und Betreuer zweier Pfarrgemeinschaften mit insgesamt 14 Kirchenstiftungen tätig. Mit Pfarrer Klösel verbindet ihn eine langjährige Bekanntschaft aus der Katholischen Landjugendbewegung. Theissinger war bereits zum zweiten Mal in Eslarn und zeigte sich besonders beeindruckt vom Zusammenhalt der Pfarrgemeinde, vom Kirchenchor sowie von der großen Beteiligung der Vereine mit ihren Fahnen.
Im Mittelpunkt seiner Predigt stand die Begegnung Marias mit ihrer schwangeren Verwandten Elisabeth. Theissinger stellte heraus, dass Elisabeth Maria mit Freude und ohne Vorurteile aufnahm. Sie bot ihr einen geschützten Raum, in dem Verständnis, Vertrauen und gegenseitige Unterstützung möglich waren. Auch die Rolle Josefs wurde angesprochen: Nach anfänglichen Zweifeln stellte er sich schließlich zu Maria. Für Maria war die Schwangerschaft in der damaligen Zeit mit erheblichem gesellschaftlichem Druck verbunden, da sie unverheiratet schwanger war.
Aus dieser biblischen Geschichte leitete Theissinger eine aktuelle Botschaft für das gesellschaftliche Zusammenleben ab. Gerade in einer teilweise von Egoismus geprägten Welt sei es wichtig, aufeinander zuzugehen und anderen Menschen ohne Vorurteile zu begegnen. Die Begegnung von Maria und Elisabeth könne als Beispiel dafür dienen, wie Menschen einander Schutz, Verständnis und Hoffnung geben können. Das bewusste Gestalten des Miteinanders und die Bereitschaft zur gegenseitigen Unterstützung seien daher nicht nur biblische Werte, sondern auch für das heutige Leben von großer Bedeutung.
Dank und jahrhundertealte Brautradition
Zum Abschluss des Festgottesdienstes sprach Pfarrer Klösel allen Beteiligten seinen Dank mit einem herzlichen „Vergelt’s Gott“ aus. Sein Dank galt insbesondere dem Kirchenchor für die musikalischen Darbietungen, den politischen und kirchlichen Vertretern, den Vereinen und Organisationen sowie allen Gläubigen, die durch ihre Teilnahme zum Gelingen des Patroziniums beigetragen hatten. Als besondere Geste überreichte Klösel dem Prediger Theissinger ein Tragerl des traditionellen, naturtrüben „Islouer Kommune“. Damit wurde zugleich auf eine weitere jahrhundertealte Tradition der Eslarner Geschichte verwiesen: Das örtliche Kommunbrauwesen reicht mehr als 500 Jahre zurück.
Das Patroziniumsfest in Eslarn war nicht nur ein kirchlicher Festtag zu Ehren der Gottesmutter Maria, sondern zugleich ein Ausdruck der Gemeinschaft, der Tradition und der Verbundenheit der Bevölkerung. Die rund 700-jährige Geschichte der Pfarrei, die Beteiligung der Vereine, die musikalische Gestaltung und die große Zahl der Gottesdienstbesucher machten die enge Verbindung zwischen Kirche und örtlicher Gemeinschaft sichtbar. Inhaltlich stand besonders die Botschaft im Mittelpunkt, einander offen, ohne Vorurteile und mit gegenseitiger Unterstützung zu begegnen. Maria und Elisabeth wurden dabei als Vorbilder für ein menschliches und von Vertrauen geprägtes Miteinander dargestellt.
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