Mehr als 220 Fahrzeuge beim AvD-Oldtimertreffen in Weiden
Mehr als 220 Fahrzeuge beim AvD-Oldtimertreffen in Weiden
Oldtimerfreunde trotzten dem Aprilwetter und besuchten den ATC im AvD.
Beliebtes Oldtimertreffen des ATC im AvD in Weiden
Das Wetter zeigte sich am „Vatertag“ zunächst von seiner unfreundlichen Seite. Nach Regen und frischen Temperaturen am Morgen schien lange nicht sicher, ob sich die Besitzer ihrer automobilen Schätze tatsächlich auf den Weg nach Weiden machen würden. Doch die Sorge erwies sich als unbegründet: Der Automobil-Touringclub (ATC) im AvD richtete auf dem Großparkplatz erneut seine beliebte Oldtimerveranstaltung aus und die Freunde historischer Fahrzeuge kamen zahlreich.
Mehr als 220 Old- und Youngtimer sowie historische Motorräder reihten sich auf dem Gelände auf. Schon früh herrschte zwischen blitzenden Chromteilen, polierten Karosserien und dem typischen Geruch von Benzin reger Betrieb. Besucher aus der gesamten Oberpfalz, dem nördlichen Frankenland sowie aus Sachsen und Thüringen nutzten die Gelegenheit, automobile Geschichte hautnah zu erleben. Die Veranstaltung besitzt inzwischen Tradition. Bereits seit Jahren laden Präsident Manfred Gärber und Organisator Franz Appl gemeinsam mit ihren Helfern die Oldtimerfreunde nach Weiden ein. Früher fand das Treffen auf dem Oberen Markt statt, inzwischen dient der Großparkplatz als Treffpunkt für die historischen Fahrzeuge und ihre Besitzer.
ATC im AvD mit langer Tradition seit 1965
Der Ursprung des Vereins reicht bis ins Jahr 1965 zurück. Damals gründete eine Handvoll motorsportbegeisterter junger Männer den Automobil- und Touringclub Weiden. Als Korporationsclub schloss sich der Verein dem ältesten deutschen Automobilclub AvD an. Bereits ein Jahr später wurde das legendäre Friedenfelser Bergrennen ins Leben gerufen, bei dem internationale Motorsportgrößen ihr Können zeigten. Im vergangenen Jahr feierte der Verein sein 60-jähriges Bestehen. Eine wichtige Säule bildet heute die Abteilung „FIO – Freunde internationaler Oldtimer“.
Wochenlang hatten die Helfer die Veranstaltung vorbereitet. Sie kümmerten sich um Voranmeldungen, Organisation, Streckenplanung und den Ablauf der Rundfahrt. Technischer Vorstand Franz Appl begrüßte die Teilnehmer nach der Ausgabe der Startnummern. Viele Cabriofahrer verzichteten angesichts der kühlen Witterung zunächst auf die offene Fahrt. Dennoch überwog die Vorfreude auf die gemeinsame Ausfahrt.
Vorbereitung und Auftakt der Oldtimer-Ausfahrt
„Oldtimerfreunde dürfen zwischen dem Schnurren der Motoren, den lackierten Karosserien und dem in der Luft liegenden Benzingeruch voll auf ihre Kosten kommen“, sagte Präsident Manfred Gärber bei der Begrüßung der Fahrer, Gäste und Besucher. Unter den Ehrengästen befanden sich die Bürgermeister Lothar Höher und Reinhold Wildenauer sowie mehrere Stadträte und Stadträtinnen. Auch Andrea Glaubitz vom Stadtverband Weiden war gekommen. Die beiden Bürgermeister wünschten den Teilnehmern eine „knitterfreie Fahrt“, bevor sie die Fahrzeuge mit der Startflagge auf die Strecke schickten.
Besonders großes Interesse galt einigen außergewöhnlichen Fahrzeugen. Bewundert wurden unter anderem zwei Ford-A-Modelle aus den 1920er Jahren sowie ein Mercedes 170 aus dem Jahr 1938. Aufmerksamkeit zog auch ein gelber Messerschmitt-Kabinenroller auf sich, den Hans Stock aus Eschenbach präsentierte. Das dreirädrige Fahrzeug wurde einst in Regensburg gebaut und besitzt einen Fichtel-&-Sachs-Motor mit 200 Kubikzentimetern und 10,5 PS.
Seltene Klassiker begeistern Besucher
Zu den Blickfängen gehörte außerdem ein Renault Alpine von Manfred Jeschke aus Illschwang. Der orange, jetzt blau gespritzte Sportwagen zählt zu den letzten gebauten Modellen aus dem Jahr 1976. Der Besitzer hat den Wagen inzwischen technisch überarbeitet und auf rund 160 PS gebracht. Ebenfalls vertreten waren ein DKW Junior von 1962 sowie ein Chrysler „Le Baron“ von 1961.
Auch historische Motorräder standen im Mittelpunkt. Darunter befand sich eine 50er-Zündapp sowie mehrere BMW-Maschinen, unter anderem eine BMW R69S aus dem Jahr 1961 mit 43 PS. Ihr Besitzer restaurierte das Motorrad vollständig, zerlegte den Motor, erneuerte Dichtungen und lackierte die Maschine neu. Mit Freunden unternimmt er regelmäßig Ausfahrten nach Tirol. Pünktlich um 11 Uhr starteten schließlich 78 Teilnehmer zur rund 60 Kilometer langen Rundfahrt. Während Moderator Manfred Gärber die Startnummern aufrief, erläuterte er den Zuschauern interessante Details zu jedem einzelnen Fahrzeug. Inzwischen hatte sich auch die Sonne durchgesetzt, ideale Bedingungen für die Fahrt durch den südlichen Landkreis.
Rundfahrt durch den südlichen Landkreis
Die Strecke führte über Schirmitz, Pirk und Luhe nach Trausnitz sowie weiter nach Saltendorf und Wernberg. Beim Landgasthof Burkhard legten die Teilnehmer eine Pause ein, stärkten sich bei Kaffee und Kuchen und konnten Erinnerungsfotos aufnehmen lassen. Anschließend ging es über Neudorf und Ullersricht zurück nach Weiden. „Es ist schön zu sehen, wie viel Begeisterung und Leidenschaft die Besitzer in ihre Fahrzeuge investieren“, sagte Franz Appl. Besonders erfreulich sei die große Resonanz der Besucher und Teilnehmer gewesen.
Nach der Rückkehr reihten sich die Fahrzeuge erneut auf dem Platz auf. Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit zu „Benzingesprächen“ mit den Besitzern. Fahrer und Beifahrer erklärten technische Besonderheiten, erzählten von Restaurierungen und beantworteten Fragen interessierter Gäste. Auch für Kinder war einiges geboten. Das Technische Hilfswerk stellte Tretroller zur Verfügung. Eine Hüpfburg des TÜV Süd konnte wegen des wechselhaften Wetters allerdings nicht aufgebaut werden.
Ausklang mit Gesprächen, Erinnerungsplaketten und Verlosung
Zum Abschluss erhielten alle Teilnehmer Erinnerungsplaketten der Firma Mirrotech. Zudem wurden unter den Fahrern Preise verlost, darunter Benzingutscheine der Firma Bergler, Essensgutscheine sowie Bierfässchen für die Väter.
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