Ministranten eröffnen Fasching mit buntem Abend in Grafenwöhr

Ministranten eröffnen Fasching mit buntem Abend in Grafenwöhr
Einen absolut gelungenen Faschingsauftakt feierten die Grafenwöhrer Ministranten, Ehemalige und Freunde mit ihrem traditionellen Bunten Abend im großen Jugendheimsaal, der viele Besucher aller Altersklassen anzog. Zum Thema „Après-Ski“ durften die Piste, die Berghütte oder die Sauna und eine zünftige Ski-Bar sowie die beliebte, sehr gut bestückte Tombola nicht fehlen. Laura Rubner, Leona Wolf und Marie Dostler führten vom Dreier-Sessellift aus informativ, charmant, manchmal etwas kernig, aber immer mit einem Witz auf der Lippe durch das Programm, inklusive Seitenhieben auf das Lokalgeschehen, die Politik und das sprichwörtlich ambivalente Verhältnis zur Nachbarstadt Pressath.
Sketche, Persiflagen und viel Applaus
Schon die jüngsten Minis zeigten mit den Sketchen „Chaos auf der Almhütte“ und „Après-Ski und andere Lawinen“ wahrhaft „epische“ Leistungen und durften sich des begeisterten Applauses des Publikums sicher sein. „Des is doch koi Fußball, des is Pilates, oder besser: Bodenturnen“, hörte man beim Fußball-Sketch „Fairness am Spielfeldrand“ rufen. Im „Sandmann-Prozess“ wurde dem angeklagten Sandmann zur Last gelegt, er würde Kinder quälen, Schichtarbeiter um 19 Uhr in den Schlaf schicken und statt teurem Sand auch mal Grieß oder Brotbrösel zum Einsatz bringen. Um diesem Dilemma zu entkommen, griff der Sandmann zu seiner besten Strategie: Er stimmte ein Schlaflied an. „Ich bin so froh“, meinte das Aschenbrödel. „Ich bin sooo schön“, antwortete der Prinz bei der sehr witzigen Aschenbrödel-Persiflage, die die Minis aus Gmünd auf die Bühne zauberten.
Mit Neuerungen von der „Erfindermesse des Jahres“ für Ministranten soll in Zukunft durch eine Art Verkehrsleitsystem Chaos im Altarraum verhindert werden. Man darf gespannt sein, ob sich das in der Praxis durchsetzt. Nico Hofmann hatte in seiner durchaus überzeugenden Rolle als Pfarrer bei „Liturgie mit Nebenwirkungen“ sein Gfrett mit den ihm zugewiesenen Ministranten. Die Lektorin Sophie Rubner entpuppte sich zudem als übermotivierte Predigerin und hatte die Lacher auf ihrer Seite.
Kino ohne Worte und starke Bühne
Nonverbal und urkomisch präsentierte sich die Theatertruppe des Pfarrgemeinderats zusammen mit Pfarrer Daniel Fenk und Gemeindereferentin Waltraud Dobmann bei einem gespielten Kinobesuch. Wer es nicht gesehen hat, hat etwas verpasst. Das Publikum lachte Tränen. Schwer zu beschreiben – hier müssen Bilder sprechen.
Die Wahl der Glücksfeen für die Tombola erwies sich als schwieriger als gedacht. Letztendlich durften Moritz Marbuger und Pfarrer Daniel Fenk dafür sorgen, dass viele der Loskäufer attraktive Preise mit nach Hause nehmen konnten.
Tombola und Après-Ski-Stimmung
Premiere als Damenrunde feierte diesmal das „Stadtgespräch“ (siehe unten). Mit einem großen Dank an alle Helfer und Unterstützer sowie einem Tanz zu Après-Ski-Hits und einer langen Polonaise durch den Saal beendeten die Minis das Bühnenprogramm. Die Polonaise endete für so manche in der Skihütten-Bar, wo die Party noch einige Stündchen weiterging. Hut ab vor der Leistung der Ministrantinnen und Ministranten – ein solch ausgefeiltes Bühnenprogramm mit toller Moderation, Deko und Bewirtung für durstige und hungrige Gäste, Technik und vieles mehr auf die Beine zu stellen.
Das Stadtgespräch
Vier Damen entspannen nach der anstrengenden Skigymnastik in der Sauna – beste Voraussetzungen für ein humorvolles „Stadtgespräch“! Mit scharfem Blick und spitzer Feder umrissen Milena Wegmann, Johanna Baumann, Sophie Liessmann, Sophie Rubner und Luisa Wolf das Stadtgeschehen der letzten zwölf Monate. So wurde die Fusion der Sparkassen ebenso thematisiert wie der Zusammenschluss der Pfarrgemeinden Grafenwöhr und Pressath. Zumindest eine Hoffnung verbinden die Damen damit: Dass genug Geld da sein wird für die Renovierung der Orgel in der Friedenskirche. „Die pfeift und quietscht und ist überhaupt niat gestimmt!“, erklärte Johanna. Immer größerer Beliebtheit erfreuen sich die Rorate-Gottesdienste. Ob das wohl am kostenlosen Frühstück liegt, fragten sich die Saunadamen.
Aufguss! Saunameister Daniel im neckisch knappen Saunatuch um die Hüfte heizte mit Ingwer-Zitrone mit einem Hauch von Rosmarin ordentlich ein und sorgte mit der einen oder anderen Flasche „Schampus“ für Abkühlung. Denn: „Wasser wird ganz schön teuer“.
„Außerdem hat’s diverse Jubiläen gegeben, so dass Grafenwöhr aus dem Feiern gar nicht mehr rausgekommen ist“, konnte man erfahren. Unter anderem 30 Jahre Helfer vor Ort, 30 Jahre Städtepartnerschaft mit Grafenwöhr in Niederösterreich, 40 Jahre Theatergruppe, 50 Jahre Michaelswerk, 80 Jahre CSU Grafenwöhr „und vor 80 Jahren san die Amerikaner nach Grafenwöhr einmarschiert“.
In der Geschäftswelt hat sich im letzten Jahr auch einiges bewegt. Offenbar mehr als unterm Strich auf der Baustelle zur Sanierung der Verwaltungsgebäude. „Da san Knochen gfunden worden, dann sind Archäologen angereist, weil man einen Grafenwöhrer Tutanchamun vermutet hat!“
Bauprojekt, Adventsmarkt und Fußball-Derbys
„Und was is rauskommen bei de Archäologen?“, wollte Milena wissen. „Nix. Unterm Gebäude war ein Friedhof, also kein Wunder, dass da Knochen waren. Satte zwölf Millionen Euro wurden da in den Sand gesetzt und das Bauprojekt wurde auch noch verzögert“, erklärte Sophie.
Begeistert zeigte sich die Saunarunde von der Verlegung des Adventsmarkts auf den Festplatz am Stadtweiher. „Des ist viel gemütlicher dort“, und wegen der Hackschnitzel am Boden, die auch noch vorn und hinten abgerundet sind, fallen die fleißigen Glühweintrinker weicher, ist man sich sicher.
Etliche Vereine hatten im vergangenen Jahr Änderungen in der Vorstandsriege, die einzige Konstante ist hier der Reiter Thomas beim SV Grafenwöhr. Viel Veränderung gab es dagegen bei den Fußballern: Die sind in die Kreisliga abgestiegen. „Jetzt gibt’s richtige Derbys“, ist sich Luisa sicher, „vor allem gegen Trabitz. Da spielt ja auch halbert Grafenwöhr!“
Humorvoll thematisiert wurden auch die anstehende Kommunalwahl, der Wechsel der Kapläne, das Baugebiet in Hütten, das Deutsch-Amerikanische Volksfest mit dem Nichterscheinen von Ministerpräsident Markus Söder, das Dilemma mit der Bewirtung, wenn eine Veranstaltung vom Schönberg in die Stadthalle verlegt wird, und viele weitere lokale Begebenheiten.
„Es war unglaublich kurzweilig. Ich bin erstaunt, dass es schon so spät ist“, fasst ein Besucher treffend zusammen. 2027 gibt es wieder einen Bunten Abend der Ministranten. Sie sind herzlich eingeladen!




