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Naturschutz fordert Ortstermin zu PFAS-Belastung bei Grafenwöhr

Kirchenthumbach. Die Ortsgruppe des Bund Naturschutz warnt vor PFAS-Belastungen am Truppenübungsplatz Grafenwöhr, im Thumbach und in Fischen. Sie rügt die Staatsregierung und beantragt beim LfU einen Ortstermin.

Kirchenthumbach. Die Ortsgruppe des Bund Naturschutz warnt vor PFAS-Belastungen am Truppenübungsplatz Grafenwöhr, im Thumbach und in Fischen. Sie rügt die Staatsregierung und beantragt beim LfU einen Ortstermin.
Symbolbild Gewässerprobe. Foto Christian Göbel - KI-unterstützt

Naturschutz fordert Ortstermin zu PFAS-Belastung bei Grafenwöhr

Wirrwarr um gesundheitsgefährdende PFAS-Belastungen auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr, im Thumbach und in beprobten Fischen. Hanebüchene Aussage der Bayerischen Staatsregierung. Antrag an das LfU für einen Ortstermin.

Bund Naturschutz kritisiert Umgang mit PFAS-Funden

Die spärlichen Informationen zur Belastung von Fischen mit der krebserregenden „Ewigkeitschemikalie“ PFAS (Per- und Polyfluoralkylsubstanzen) und die augenscheinliche Passivität zuständiger deutscher Behörden sind für die Ortsgruppe (OG) Bund Naturschutz in Kirchenthumbach nicht akzeptabel. So wurden zuletzt im Jahr 2024 in Fischen im Thumbach, im Bereich des Truppenübungsplatzes, Belastungen mit PFAS gefunden, die den Normwert wohl um das Vielfache übersteigen. Diese Analysen, die auf Veranlassung der US-Armee erhoben wurden, sind bislang zwar offensichtlich unter Verschluss, führten aber zu einem Angelverbot für US-Soldaten und Zivilisten. Für deutsche Angler allerdings nicht!

Forderungen nach Maßnahmen und Quellensuche

Die Ortsgruppe fordert deshalb Maßnahmen von den zuständigen Behörden, wie sie auch in der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) vorgeschrieben sind. Vor allem seien die Eintragsquellen zu finden. Der Annahme, die gefundenen Belastungen seien ursächlich auf die Nutzung PFAS-haltiger Feuerlöschschäume im Flugplatzbereich Grafenwöhr zurückzuführen, widerspricht die OG ausdrücklich. Schließlich seien Belastungen im Thumbach gefunden worden, 15 km flussaufwärts. Diese können mit den Feuerlöschübungen auf dem Flugfeld nichts zu tun haben.

Kritik an Staatsregierung und fehlendem Angelverbot

Befremdend ist für die OG, warum die Behörden bislang so passiv bleiben, zum Beispiel gibt es immer noch kein Angelverbot für deutsche Angler. Endgültig unverständlich wird es für die OG angesichts der Aussage der Bayerischen Staatsregierung auf eine aktuelle Anfrage der SPD im Bayerischen Landtag (1): „Bei den von der US-Armee untersuchten Fischen handelt es sich nicht um Lebensmittel im rechtlichen Sinne. Daher sind die für Lebensmittel gültigen Höchstgehalte, die zum Teil in manchen Proben überschritten werden, nicht anwendbar.“ Weiterhin steht in der Antwort, dass die Grenzwerte im Allgemeinen nicht überschritten werden. Die Messwerte zum Beispiel aus der Creußen liegen der OG aber vor, und sie überschreiten die Grenzwerte eindeutig!

LfU-Ortstermin beantragt

Für Reinhold Wilterius, erster Vorsitzender der OG, ist diese Aussage der Staatsregierung völlig absurd. Wilterius hatte sich vorab schon an das Landesamt für Umwelt (LfU) gewandt und einen Ortstermin beantragt, in der Hoffnung, offene Fragen nach weiteren Messwerten und Konsequenzen zu klären. Vor allem müsse unverzüglich eine professionelle Suche nach den Eintragsquellen gestartet werden. Die hanebüchene Aussage der Staatsregierung, Fische vom Truppenübungsplatz seien keine Lebensmittel, verdeutlicht die Dringlichkeit einer Diskussion bei einem Ortstermin umso mehr.

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