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OTH Amberg-Weiden
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Pfingstlicher Glaubensweg durch die Flur

Weiden. Rund 250 Gläubige begleiten die Prozession von St. Josef nach Tröglersricht. Feierliche Messe vor der Dorfkapelle unter blauem Himmel.

Pfingstlicher Glaubensweg durch die Flur

Flurprozession von St. Josef zur Dorfkapelle von Tröglersricht. Foto: Helmut Kunz
Flurprozession von St. Josef zur Dorfkapelle in Tröglersricht. Foto: Helmut Kunz
Gottesdienst vor der Dorfkapelle in Tröglersricht mit Kaplan Wolfgang Weyer. Rund 250 Gläubige feierten mit. Foto: Helmut Kunz

Weihrauch zog durch das frühe Sonnenlicht. Im goldenen Schein der aufgehenden Sonne entstand um die Dorfkapelle von Tröglersricht herum eine beinahe mystische Atmosphäre. Was am Pfingstmontag kurz nach sieben Uhr mit einer kleinen Gruppe vor der Josefskirche begann, entwickelte sich zu einem eindrucksvollen Bekenntnis des Glaubens: Rund 250 Gläubige nahmen schließlich an der traditionellen Flurprozession nach Tröglersricht und der anschließenden Heiligen Messe vor der Dorfkapelle teil.

Herrliches Frühsommerwetter

Bei herrlichem Frühsommerwetter setzte sich die Prozession von der Pfarrkirche St. Josef aus in Bewegung. Kaplan Wolfgang Weyer führte den Zug an, begleitet von Ministranten und den ersten Gläubigen. Noch war die Gruppe überschaubar. Doch mit jedem Abschnitt des Weges schlossen sich weitere Teilnehmer an. Menschen kamen aus den umliegenden Straßen, vor allem aus dem Weidener Osten hinzu. Nach eineinhalb Stunden war aus dem kleinen Anfang ein stattlicher Pilgerzug geworden.

Geschmückte Fluraltäre

Immer wieder machte die Prozession Halt an geschmückten Fluraltären. Dort wurde gebetet, gesungen und um Gottes Segen für Menschen, Felder und Fluren gebeten. Besonders feierlich wirkte der Baldachin über der Monstranz, den vier Männer auf dem Weg trugen. Er erinnerte daran, dass Christus selbst im Mittelpunkt der Prozession stand. Gebete und gemeinsame Lieder verliehen dem Glaubensweg seinen festlichen Charakter.

Dorfkapelle

Ziel war die restaurierte Dorfkapelle von Tröglersricht, die auf einer kleinen Anhöhe über dem Ort thront. Dort warteten bereits zahlreiche Besucher. Viele standen auf dem Platz vor der Kapelle, andere hatten auf Bänken und mitgebrachten Sitzgelegenheiten Platz genommen. Vor der idyllischen Kulisse und unter strahlend blauem Himmel feierte Kaplan Weyer die Heilige Messe im Freien.

Suche nach Wahrheit und Einheit mit Gott

In seiner Predigt sprach er über die Suche nach Wahrheit und die Einheit mit Gott. Noch nie sei die Menschheit so eng miteinander vernetzt gewesen wie heute, gleichzeitig erlebe man aber tiefe Spaltungen. Jeder entwickle zunehmend seine eigene Wahrheit. Dadurch drohe Wahrheit beliebig zu werden und ihren verbindenden Charakter zu verlieren.

Keine Ideologien

Die Kirche dürfe sich deshalb nicht vom Zeitgeist oder von wechselnden Strömungen leiten lassen, betonte der Geistliche. Maßstab bleibe das Wort Gottes. Nicht Ideologien oder die Lautstärke gesellschaftlicher Debatten könnten den Menschen Orientierung geben, sondern der Heilige Geist und die Wahrheit des Glaubens.

Witron Zoiglbrotzeit
Witron Zoiglbrotzeit

Gemeinsamer Gesang

Für die feierliche musikalische Gestaltung sorgte der Kirchenchor von St. Josef unter der Leitung von Piotr Pająk. Die Sängerinnen und Sänger verliehen dem Gottesdienst einen festlichen Rahmen und begleiteten auch die Gemeinde beim gemeinsamen Gesang.

Marienlied

Zum Abschluss erklang ein Marienlied. Viele der Gottesdienstbesucher sangen andächtig mit und richteten den Blick zur Kapelle, über der die Sonne inzwischen hoch am Himmel stand. Danach setzte man sich zum Frühschoppen an die Biertische, die Christsoziale des CSU-Ortsvereins Weiden-Ost unter Vorsitz von Hans Forster anlässlich des Tröglersrichter Dorffests aufgestellt hatten. Wie Forster erzählte geht die Prozession auf die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen zurück. Sie gibt es seit nunmehr 1920.