Projekt lässt Thumbach wieder frei fließen
Projekt lässt Thumbach wieder frei fließen
Die Bund-Naturschutz-Ortsgruppe Kirchenthumbach, die Gemeinde Kirchenthumbach, Fluss.Frei.Raum und das Wasserwirtschaftsamt Weiden setzen konkrete Maßnahmen für einen naturnahen und durchgängigen Thumbach um.
Spaziergang deckt Hindernisse im Thumbach auf
Mit einem Spaziergang an Ostern entlang des Thumbachs von der Quelle bis nach Metzenhof fing alles an. Schon nach wenigen Metern fiel auf, dass der Bach kein sichtbares Leben enthält. Keine Fische, keine Krebse. Schon bald war eine der Ursachen ausgemacht: Der Bach ist nicht durchgängig, das heißt, durch künstliche Staustufen, Wehre und Verlegungen ist es für Fische unmöglich, bachaufwärts zu schwimmen. Unter Leitung von Vorsitzenden Reinhold Wilterius recherchierte die OG, was hier zu unternehmen wäre.
Konzept und Zuständigkeiten für den Thumbach
Zuständig für Gewässer dritter Ordnung, dazu zählt der Thumbach, ist die Gemeinde Kirchenthumbach. Fachliche Beratung fand die OG beim Wasserwirtschaftsamt Weiden, das sogar schon ein Umsetzungskonzept in der Schublade hatte, das nur wenig bekannt war. Darin sind zwölf Maßnahmen beschrieben, wovon elf fachlich und rechtlich im Rahmen der Gewässerunterhaltung umgesetzt werden können. Fünf verbessern konkret die ökologische Durchgängigkeit. Die OG erkundigte sich auch nach Fördergeldern und fand mit „Fluss.Frei.Raum“ eine Organisation, die sich für frei fließende und naturnahe Gewässer in Bayern einsetzt (1). Bei einer Besprechung mit Bürgermeister Plößner war man sich schnell einig, dass Handlungsbedarf besteht. Wilterius sagte für die OG organisatorische und in ihrem bescheidenen Rahmen auch finanzielle Unterstützung zu.
Erste Maßnahme an der Mittelmühle umgesetzt
Anfang September startete das erste Projekt, die teilweise Beseitigung der Staustufe bei der Mittelmühle. Bauhofleiter Jürgen Adelhardt organisierte schweres Gerät. Zwei Vertreterinnen von Fluss.Frei.Raum sorgten für die fachliche Durchführung und legten auch engagiert Hand an. Zusammen mit einigen Mitgliedern der OG war es nach wenigen Stunden geschafft, und der Bach war an dieser ersten Stelle wieder durchgängig.
Bürgermeister betont pragmatische Zusammenarbeit
Bürgermeister Plößner: „Als Marktgemeinde sind wir immer offen dafür, solche Projekte gemeinsam mit den Fachbehörden und den Partnern voranzubringen – fachlich fundiert, pragmatisch und mit einem klaren Blick darauf, was vor Ort tatsächlich machbar ist.“
Gemeinsames Handeln von Gemeinde, Amt und Naturschutz
Für die OG ist dieses Projekt ein Paradebeispiel, wie fachliche Planung und gemeinsames Handeln vor Ort ineinandergreifen können: ein Umsetzungskonzept des Wasserwirtschaftsamts, die Gemeinde und der Bauhof mit ihrer Ortskenntnis und praktischen Erfahrung, die BUND-Naturschutz-Ortsgruppe Kirchenthumbach mit engagierter Organisation, Materialbeschaffung und Mitarbeit sowie die Organisation „Fluss.Frei.Raum“ mit fachlicher Prozessbegleitung und Förderung. Für Vorsitzenden Wilterius ist es ein gelungener Start; weitere Maßnahmen befinden sich bereits in der Planung.
Projektpartner von Fluss.Frei.Raum
1) Projektpartner sind WWF Deutschland, BUND Naturschutz Bayern, Landesfischereiverband Bayern, Landschaftspflegeverband Rhön-Grabfeld und Bayerischer Kanu-Verband. Gefördert wird vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit.
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