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Schunkeln, mitklatschen und genießen – die Südtiroler Weihnacht in Neustadt/WN

Neustadt/WN. Wer die Weihnachtszeit mit Skifahren in Südtirol verbindet, vielleicht sogar im Bereich der Seiser Alm oder im Grödner Tal, wird Weihnachtslieder im dortigen Dialekt hören. Auch wenn vor der Stadthalle der Schnee gefehlt hat, brachte die „Südtiroler Weihnacht“ die besondere Atmosphäre an Weihnachten den vielen Besuchern nahe.

Schunkeln, mitklatschen und genießen – die Südtiroler Weihnacht in Neustadt/WN

Ewald Mahlknecht liest eine Weihnachtsgeschichte. Foto: Walter Beyerlein

Die „Südtiroler Weihnacht“ in der Stadthalle war für viele der Besucher eine Einstimmung auf Weihnachten, auch wenn im ersten Teil des Konzertes der Blick auf den Gardasee mit Bardolino und die Segelboote um Sirmione eher noch an heiße Sommermonate erinnerten. Dann aber im zweiten Teil des rund dreistündigen Konzertes boten „Die Ladiner“, das Kastelruther Männerquartett und der Sänger Graziano volkstümliche Weihnachtsgrüße aus ihrer Heimat.

Auf der Leinwand hinter den Interpreten untermalten beeindruckende Videos die Lieder. Die Bühne war mit einem Nikolaus geschmückt, der sich in dem ihm umgebenden Berg von Paketen wohlfühlte und einem Kamin mit flackerndem Feuer ohne jegliche Unfallgefahr. Natürlich durfte auch ein Christbaum nicht fehlen.

“Weltliche“ Lieder und alte Hits

Foto: Walter Beyerlein
Foto: Walter Beyerlein
Foto: Walter Beyerlein

„Die Ladiner“, ihren Fans als Joakin und Otto bekannt, eröffneten den Nachmittag mit dem Lied „Es ist Weihnacht“. Und sie kündigten an, dass es im ersten Teil von ihnen auch „weltliche“ Lieder und alte Hits zu hören gebe. Dazu gehörte dann ihr Hit „Beuge dich vor grauem Jahr“, einst Siegertitel des nur noch in den Geschichtsbüchern zu findenden „Grand Prix der Volksmusik“.

“I mog Südtirol”

Foto: Walter Beyerlein
Foto: Walter Beyerlein

Das „Kastelruther Männerquartett“ leitete seinen ersten Auftritt mit „Du stille Zeit“ ein. „Südtirol, du bist mein Land, du bist meine Heimat, du bist mein Zuhaus“, folgte nach der Anmerkung des Sprechers des Quartetts, dass der letzte Auftritt auf den Tag genau vor einem Jahr in der Stadthalle war. „Gern hom, tut guat“, waren dann die richtigen Worte für ein Gefühl, das in jeder Partnerschaft nie vergessen werden sollte. „I mog Südtirol“, die Richtigkeit dieses Liedtextes bestätigten die wunderbaren Videobilder aus diesem Landesteil und seinen kulinarischen Genüssen.

Weihnachtsgruß aus Bozen

Foto: Walter Beyerlein
Foto: Walter Beyerlein
Foto: Walter Beyerlein

Dann hatte Sänger Graziano aus Bozen seinen Auftritt, der vor vielen Jahren bei Pleysteins Brigitte-Traeger-Serenade schon die Besucher begeisterte. Er präsentierte dem Publikum Hits, die trotz vorweihnachtlicher Zeit einfach zum Mitklatschen einluden, zum Mitsingen oder gar zum leichten Schunkeln, wie bei „Rot, rot, rot sind die Rosen“ einluden.

Ein breites Repertoire

Glockengeläut aus den Türmen der Kastelruther Kirche kündigten den zweiten Teil des Konzertes an, den das Kastelruther Männerquartett Stefan Kaser, Ewald Mahlknecht, Robert Sattler und Josef Gruber mit dem Trompetenstück eröffnete. Dann sang Graziano sein neues Lied „Jeder Stern ein Brief, den die Liebe schrieb“, das mit seinem Text auch zur „Südtiroler Weihnacht“ passte, ebenso „Wie ein Gebet soll dieses Lied sein“. Und zuletzt hatte Graziano den Klassiker vom „Weißen Winterwald“ in seinem Repertoire, um dann mit „Time, to say good bye“ eine gekonnte Anleihe bei Andrea Bocelli zu nehmen.

Spedition Wagner
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Auch Zeit für Nachdenkliches

Nach dem Stimmgewalt Grazianos brachten das Kastelruther Männerquartett wieder die Nachdenklichkeit und die Ruhe in den Saal. Sie sangen vom Schlern, dem Hausberg auf der Seiser Alm, im Bild natürlich hinter den Sängern zu sehen. Ewald Mahlknecht, Mitglied des Männerquartetts, ließ sich dann in einer ruhigen Ecke auf der Bühne nieder und trug die Geschichte „Advent und Weihnachten bei uns dahoam“ vor, die übers Beschenken vor langer Zeit erzählte, lustig und nachdenklich, einfach so wie’s früher war.

„Die Ladiner“ zündeten dann gedanklich die kleinen Feuer auf den Kerzen an, öffneten so auch die Fensterchen vom Adventskalender und brachten Licht in die Herzen. Joakin erzählte die Geschichte eines Buben, der schlagartig mangels anderer Geschenke das Schnitzen von Weihnachtsfiguren erlernte. Mit dem „Ave Maria der Weihnacht“ und nochmals einem wunderschönen Bild auf der Leinwand beendeten „Die Ladiner“ die „Südtiroler Weihnacht“.

Stürmischer Beifall des Publikums und Standing Ovations in der sehr gut besuchten Stadthalle zeigten, dass die musikalischen Gäste aus Südtirol mit ihrem abwechslungsreichen Programm den Geschmack der Gäste getroffen haben.