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Siedlergemeinschaft in Eslarn droht Auflösung mangels Ehrenamtlicher

Eslarn. Die Siedlergemeinschaft kämpft um ihre Zukunft: Nicht Geld, sondern fehlende Ehrenamtliche gefährden den Verein. Ämter bleiben unbesetzt, die Beteiligung sinkt; eine Versammlung Ende Juni soll die Weichen stellen.

Eslarn. Die Siedlergemeinschaft kämpft um ihre Zukunft: Nicht Geld, sondern fehlende Ehrenamtliche gefährden den Verein. Ämter bleiben unbesetzt, die Beteiligung sinkt; eine Versammlung Ende Juni soll die Weichen stellen.
Eslarn. Die Siedlergemeinschaft kämpft um ihre Zukunft: Nicht Geld, sondern fehlende Ehrenamtliche gefährden den Verein. Ämter bleiben unbesetzt, die Beteiligung sinkt; eine Versammlung Ende Juni soll die Weichen stellen.

Siedlergemeinschaft in Eslarn droht Auflösung mangels Ehrenamtlicher

Die Siedlergemeinschaft (SG) Eslarn steht vor einer ihrer größten Herausforderungen seit ihrer Gründung. Nicht finanzielle Schwierigkeiten, sondern der Mangel an ehrenamtlichem Engagement gefährdet derzeit den Fortbestand des traditionsreichen Vereins. Bei der Mitgliederversammlung Ende März wurde deutlich, dass die Gemeinschaft dringend weitere Verantwortliche benötigt. Andernfalls könnte langfristig sogar die Auflösung des Vereins drohen.

Ehrenamtliche fehlen: Führungswechsel in der Siedlergemeinschaft Eslarn

Bereits seit längerer Zeit sind die Ämter des zweiten Vorsitzenden und des Schriftführers vakant. So stellte sich das langjährige Vorstandsmitglied Josef Maier bereits 2024 als zweiter Vorsitzender nicht mehr zur Wahl. „Ein Nachfolger wurde nicht gefunden“, fügte Kassier Peter Renger an. Im letzten Jahr war es Schriftführer Hanns Winkelmann, der alters- und krankheitsbedingt das Amt nicht mehr ausführen konnte. Hinzu kommt, dass der langjährige Vorsitzende Robert Hantzsch angekündigt hat, nach Ablauf der aktuellen Wahlperiode nicht mehr für das Amt des ersten Vorsitzenden zur Verfügung zu stehen. Auch Kassier Peter Renger erklärte nach zehnjähriger Tätigkeit, dass er bei der nächsten Wahl nicht mehr kandidieren werde. Damit droht der Siedlergemeinschaft innerhalb kurzer Zeit der Verlust nahezu der gesamten Führungsmannschaft. Schuld an dieser „Amtsmüdigkeit“ gibt Kassier Renger auch der Coronazeit und der rund dreijährigen Bautätigkeit an der Brennerstraße und am Feuerwehrhaus. „Aufgrund der Bauarbeiten, von denen auch das Vereinsheim betroffen war, waren Aktivitäten der SG am Vereinsheim nicht möglich.“

Nach Angaben der Vorstandschaft wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Gespräche mit Mitgliedern geführt. Trotz intensiver Bemühungen gelang es jedoch nicht, Interessenten für eine Mitarbeit in der Vorstandschaft oder im Ausschuss zu gewinnen. Die schwierige Situation spiegelt sich auch in der Beteiligung der Mitglieder wider. Von rund 250 Mitgliedern nahmen lediglich 15 Personen an der Mitgliederversammlung teil. Bereits eine Mitgliederbefragung im Jahr 2023 hatte nur acht Rückmeldungen ergeben.

Neuwahlen vertagt – Appell an die Mitglieder

Eigentlich hätten bei der Mitgliederversammlung Neuwahlen stattfinden sollen. Da jedoch für keine der offenen Funktionen ein Kandidat gefunden werden konnte, wurde die Wahl einstimmig vertagt. Die derzeit noch aktiven Vorstandsmitglieder bleiben bis zur außerordentlichen Versammlung kommissarisch im Amt. Dann soll ein neuer Anlauf zur Besetzung der Führungsämter unternommen werden. Sowohl der anwesende stellvertretende Bezirksvorsitzende Franz Heininger als auch Markträtin Agnes Härtl appellierten in der letzten Mitgliederversammlung an die Mitglieder, Verantwortung zu übernehmen. Beide betonten die wichtige Rolle der Siedlergemeinschaft für das gesellschaftliche Leben im Markt Eslarn.

Finanziell befindet sich der Verein laut Kassier Peter Renger nicht in einer existenzbedrohenden Situation. Das Vereinsjahr 2025 wurde mit einem Defizit von lediglich 200 Euro abgeschlossen. Daneben verfügt die Siedlergemeinschaft weiterhin über Rücklagen von knapp 10.000 Euro. Diese Rücklagen stehen jedoch teilweise im Zusammenhang mit noch offenen Fragen aus dem Nutzungsvertrag für das Siedlerheim und einem früher vorhandenen Heizölbestand, dessen abschließende Bewertung gemeinsam mit der Marktgemeinde noch erfolgen muss. „Die laufenden Vereinsgeschäfte können daher aktuell weiterhin finanziert werden“, so Renger.

Beitragserhöhung erneut beschlossen

Für Diskussionen sorgte insbesondere eine bereits im Jahr 2024 beschlossene Beitragserhöhung. Obwohl die Mitgliederversammlung damals einer Anhebung der Mitgliedsbeiträge um lediglich zwei Euro zugestimmt hatte, konnte die erforderliche Erhöhung und die Angleichung zum steigenden Verbandsbeitrag nicht umgesetzt werden. Grund hierfür ist auch das Fehlen eines rechtsverwertbaren Protokolls der damaligen Versammlung. Da der Beschluss nicht ausreichend dokumentiert wurde, konnte die Beitragserhöhung weder vereinsintern noch gegenüber Behörden und Registergericht nachgewiesen werden. Nach Berechnungen des Kassiers entgingen dem Verein dadurch in den Jahren 2025 und 2026 Einnahmen von insgesamt rund 1.000 Euro. Die Mitgliederversammlung beschloss deshalb in der letzten Sitzung die Beitragserhöhung erneut einstimmig.

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Ein weiterer Diskussionspunkt und Klärungsbedarf betraf die Abrechnung des Geräteverleihs und fehlender Vereinsunterlagen. Im Rahmen der Kassenprüfung wurden Unstimmigkeiten bei einzelnen Positionen festgestellt. Nach Auffassung der Kassenprüfer fehlen noch Erläuterungen zu bestimmten Buchungen aus den Jahren 2024 und 2025. Die Kassenprüfer bescheinigten dem Kassier eine ordnungsgemäße und sorgfältige Kassenführung. Die offenen Fragen betreffen nach ihrer Einschätzung nicht die Kassenführung selbst, sondern die zugrunde liegenden und nicht erbrachten Unterlagen und Abrechnungen. Darüber hinaus bestehen weiterhin Unklarheiten hinsichtlich älterer Vereinsunterlagen, insbesondere bei Protokollen und Satzungsfragen. Nach Angaben des Kassiers stimmen die vorhandenen Dokumente teilweise nicht vollständig mit den Einträgen im Vereinsregister überein. „Auch diese Punkte sollen in den kommenden Monaten aufgearbeitet werden“, fügte Vorsitzender Robert Hantzsch an.

Entlastung teilweise verweigert

Während Kassier Peter Renger aufgrund der ordnungsgemäßen Kassenführung entlastet wurde, verweigerte die Mitgliederversammlung den übrigen Vorstandsmitgliedern zunächst die Entlastung. Erst nach Klärung der noch offenen Sachverhalte soll im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung erneut darüber abgestimmt werden. Dieser ungewöhnliche Schritt verdeutlicht die angespannte Situation innerhalb des Vereins und die ungewisse Zukunft.

Nach Abschluss der laufenden Baumaßnahmen im Bereich des Feuerwehrhauses und der Brennerstraße sowie im Zusammenhang mit der geplanten Fernwärmeversorgung sollen Gespräche mit der Marktgemeinde über die künftige Nutzung des Gebäudes geführt werden. Dabei geht es unter anderem um Fragen der Energieversorgung, der langfristigen Nutzung sowie um noch offene Punkte aus dem bestehenden Benutzervertrag. Nach Ansicht der Vorstandschaft wird dies eine der wichtigsten Aufgaben für eine künftig neu gewählte Vereinsführung sein.

Außerordentliche Mitgliederversammlung als Weichenstellung

Trotz aller organisatorischen und finanziellen Herausforderungen sehen die Verantwortlichen das eigentliche Problem an anderer Stelle. Die größte Gefahr für die Siedlergemeinschaft ist die mangelnde Bereitschaft zur Übernahme von Ehrenämtern. Ohne aktive Mitglieder können weder Veranstaltungen organisiert noch gesetzliche Verpflichtungen erfüllt oder die Interessen der Gemeinschaft vertreten werden. Die außerordentliche Mitgliederversammlung, die voraussichtlich am Freitag, 26. Juni stattfinden soll, wird deshalb zu einer richtungsweisenden Entscheidung für die Zukunft der Siedlergemeinschaft Eslarn. Die Vorstandsmitglieder hoffen, dass eine neue Vorstandschaft gebildet und die Vereinsarbeit fortgesetzt werden kann. Finden sich weiterhin keine Kandidaten, könnte erstmals ernsthaft über eine Auflösung des traditionsreichen Vereins diskutiert werden müssen.

Damit steht die Siedlergemeinschaft exemplarisch für eine Entwicklung, die viele Vereine in ländlichen Regionen betrifft. Nicht fehlende Mitgliederzahlen oder finanzielle Probleme gefährden bei vielen Vereinen ihre Zukunft, sondern die immer schwieriger werdende Bereitschaft, ehrenamtliche Verantwortung zu übernehmen. Keiner der aktuellen Vorstandsmitglieder möchte, dass sich die Siedlergemeinschaft wie kürzlich der örtliche VdK-Verein auflöst. Beim VdK-Ortsverein war es die komplette Vorstandschaft, die nach wenigen Wochen nach der Wahl zurückgetreten war.

Vereinsgeschichte und anstehende Termine

In der Vereinsgeschichte der Siedler übernahmen bisher die Vorsitzenden Konrad Härtl (Gründungsvorsitzender 1983 bis 2004), Josef Maier bis 2016, Hans Menzel im Jahr 2017, Erich Brunner bis 2019, Angelika Zahradnik im Jahr 2018 und Robert Hantzsch bis 2026 die Führungsarbeit. Bereits am Dienstag, 9. Juni, findet eine interne Vorstandssitzung und am Freitag, 29. Juni, die Mitgliederversammlung mit Neuwahlen statt. Die aktuelle Vorstandschaft bittet die Mitglieder um rege Teilnahme.

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