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Siedlergemeinschaft in Eslarn ohne Vorstandschaft vor Auflösung

Eslarn. Die Siedlergemeinschaft fand in der außerordentlichen Versammlung keine neue Führung. Der Verein wird kommissarisch geführt. Im Herbst folgt wohl die letzte Chance zur Neuwahl, sonst droht die Auflösung.

Eslarn. Die Siedlergemeinschaft fand in der außerordentlichen Versammlung keine neue Führung. Der Verein wird kommissarisch geführt. Im Herbst folgt wohl die letzte Chance zur Neuwahl, sonst droht die Auflösung.
Die drohende Auflösung durch die Bereitschaft zur Übernahme eines Ehrenamtes abzuwenden, baten Bürgermeister Thomas Kleber und stellvertretenden Bezirksvorsitzenden Arthur Weber vergeblich als Wahlleiter. Foto: Karl Ziegler

Siedlergemeinschaft in Eslarn ohne Vorstandschaft vor Auflösung

Auch die außerordentliche Mitgliederversammlung der Siedlergemeinschaft (SG) Eslarn e.V. im Gasthof „Böhmerwald“ brachte am Freitagabend keine Lösung der Führungsfrage. Nachdem bereits bei der vorausgegangenen Versammlung keine neue Vorstandschaft gefunden werden konnte, bleibt der Verein weiterhin kommissarisch in den Händen der bisherigen Amtsinhaber. Robert Hantzsch als Vorsitzender und Kassier Peter Renger führen kommissarisch gemeinsam mit den Ausschussmitgliedern die Vereinsgeschäfte bis auf Weiteres fort. Vorsitzender Robert Hantzsch begrüßte die anwesenden Mitglieder, besonders Bürgermeister Thomas Kleber und den stellvertretenden Bezirksvorsitzenden Arthur Weber. Entschuldigt hatten sich Kreisvorsitzender Helmut Grünbauer sowie Bezirksvorsitzender Reinhard Ott.

Appell an Mitglieder und Unterstützung der Gemeinde

In seinem Grußwort zeigte sich Bürgermeister Thomas Kleber erfreut über die trotz des schwierigen Anlasses zahlreich erschienenen Mitglieder. Er erinnerte an die erfolglose Versammlung zuvor und betonte, dass die mangelnde Bereitschaft zur Übernahme von Ehrenämtern längst kein Problem der Siedlergemeinschaft allein sei. Immer weniger Menschen seien bereit, Verantwortung in Vereinen zu übernehmen. Er appellierte eindringlich an alle Mitglieder, sich aktiv einzubringen. Der Aufbau eines Vereins koste viel Zeit und Energie, zudem sei über Jahrzehnte viel investiert worden. Dies dürfe nicht leichtfertig aufgegeben werden. Zwar hätten sich inzwischen viele Mitglieder eigene Geräte angeschafft, wodurch die Ausleihe zurückgegangen sei, dennoch sichere die Gemeinde ihre Unterstützung für den Verein zu.

Die Siedlerfeste wie hier 2019 gehörten alljährlich zu den Jahreshighlights. Foto: Karl Ziegler
Der Nutzungsvertrag für das Siedlerheim am Feuerwehrhaus besteht bis zu den Neuwahlen weiterhin. Foto: Karl Ziegler

Leistungen des Siedlerbundes und nächste Schritte

Arthur Weber verwies auf die Leistungen des Siedlerbundes, insbesondere auf die im Mitgliedsbeitrag enthaltene Haftpflicht- und Rechtsschutzversicherung sowie die Möglichkeit der Geräteausleihe. Er sprach von einer schwierigen Zeit für die Siedlergemeinschaft, hoffte aber weiterhin auf eine erfolgreiche Neuwahl. Bis zu einer möglichen Auflösung bestehe noch die Chance auf eine weitere außerordentliche Mitgliederversammlung. Der vorgelegte Rechenschaftsbericht konnte nach Aussage von Kassenprüfer Robert Werner bestehende Unklarheiten bei der Geräteausleihe beseitigen.

Zum erhöhten Stromverbrauch informierte Stefan Fröhlich von der Gemeinde; insbesondere sei der gestiegene Stromverbrauch erläutert worden. Kassier Peter Renger verwies auf den weiterhin bestehenden Nutzungsvertrag mit der Gemeinde. Eine künftige Vorstandschaft müsse Gespräche über die weitere Nutzung des Vereinsheims führen. Dabei sollten neben den Stromkosten auch notwendige Instandsetzungsmaßnahmen thematisiert werden. Kassenprüfer Robert Werner berichtete über die gemeinsam mit Hans-Peter Utz durchgeführte Kassenprüfung.

Kassenprüfung, Entlastung und Vereinsangelegenheiten

Dabei habe Utz insbesondere Unklarheiten angesprochen. Kassier Renger erläuterte außerdem, dass aufgrund eines zunächst unvollständigen Protokolls ein ergänzendes Protokoll fristgerecht beim Registergericht eingereicht worden sei. Offene Unstimmigkeiten seien lediglich auf die fehlende Unterschrift des schwer erkrankten Schriftführers zurückzuführen. Die Entlastung der Vorstandschaft erfolgte anschließend mit zwölf Ja-Stimmen bei sieben Enthaltungen.

Neuwahlen ohne Kandidaten

Beim Tagesordnungspunkt „Neuwahlen der Vorstandschaft und der Delegierten“ übernahmen Bürgermeister Thomas Kleber und der stellvertretende Bezirksvorsitzende Arthur Weber die Wahlleitung. Nach dem Aufruf zu Vorschlägen herrschte jedoch Stille im Saal. Auch der bisherige Vorsitzende Robert Hantzsch erklärte, aufgrund seiner anderweitigen ehrenamtlichen Verpflichtungen nicht erneut kandidieren zu wollen. Weber erinnerte daran, dass neben dem Vorsitz auch die Ämter des zweiten Vorsitzenden, Schriftführers, Kassiers sowie weiterer Beisitzer zu besetzen seien. Der ehemalige zweite Vorsitzende Josef Maier sprach von wenig Perspektive für den Verein.

Witron Bewerbertag 18.07.
Witron Bewerbertag 18.07.

Bei 285 Mitgliedern seien lediglich 19 zur Versammlung erschienen. Es fehle jegliches Interesse, insbesondere jüngere Mitglieder für die Vereinsarbeit zu gewinnen. Er erinnerte daran, dass bereits im Vorfeld zahlreiche persönliche Gespräche geführt worden seien, um Kandidaten zu finden. Auch Bürgermeister Kleber sagte Unterstützung zu und appellierte mehrfach an die Versammlung, Verantwortung zu übernehmen. Arthur Weber zeigte sich enttäuscht, dass trotz des deutlichen Hinweises in der Einladung auf die drohende Auflösung des Ortsvereins lediglich 19 der insgesamt 285 Mitglieder erschienen waren.

Letzte Chance im Herbst

Bemerkenswert sei, dass rund zehn Prozent der Eslarner Bevölkerung Mitglied der Siedlergemeinschaft seien, gleichzeitig aber niemand bereit sei, ein Vorstandsamt zu übernehmen. Trotz mehrfacher Bitten aus der Versammlung sowie persönlicher Ansprachen erklärte sich kein Mitglied zur Übernahme eines Ehrenamtes bereit. Damit bleibt Robert Hantzsch weiterhin kommissarischer Vorsitzender. Die Hoffnung aller Beteiligten richtet sich nun auf eine weitere und voraussichtlich letzte Mitgliederversammlung im Herbst. Gelingt es auch dort nicht, eine neue Vorstandschaft zu bilden, droht der Siedlergemeinschaft Eslarn e.V. die Auflösung.

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