Staupe in Eschenbach - Hunde anleinen und Impfschutz prüfen

Staupe in Eschenbach - Hunde anleinen und Impfschutz prüfen
„Kein Grund zur Hysterie – aber Hundehalter sollten jetzt handeln“: Im Gespräch mit OberpfalzECHO erklärt Revierförster Martin Gottsche, warum ihn die aktuellen Funde rund um Eschenbach aufhorchen lassen und worauf Hundehalter jetzt besonders achten sollten.
„Mehrere tote Füchse ohne sichtbare Krankheitssymptome“
Bereits vor einigen Wochen sei ihm aufgefallen, dass sich die Situation im Revier verändert habe. „Zunächst wurden mehrere tote Füchse gefunden, die äußerlich gar kein typisches Krankheitsbild gezeigt haben“, berichtet Gottsche. Kurz darauf seien dann immer häufiger verhaltensauffällige Tiere beobachtet worden. Insgesamt wurden innerhalb von nur zwei Monaten rund 20 tote Füchse entdeckt – allein im vergleichsweise kleinen Bereich rund um Eschenbach und Thomasreuth. Inzwischen gebe es Hinweise, dass sich die Fälle auch Richtung Grafenwöhr ausweiten.
„Die Impfung ist das A und O“
Besonders wichtig sei jetzt die Sensibilisierung von Hundehaltern. „Die Impfung ist das A und O“, betont Gottsche. Für ungeimpfte Hunde bestehe eine hohe Infektionsgefahr, denn Staupe sei nicht behandelbar. Die Kosten für eine Schutzimpfung lägen bei etwa 30 bis 50 Euro.
Menschen und Katzen seien nach aktuellem Stand durch das Virus nicht gefährdet. Hundehalter sollten ihre Tiere dennoch aufmerksam beobachten und insbesondere den Kontakt zu Wildtieren oder Kadavern vermeiden.
Staupe ist eine alte Krankheit, die lange kaum Thema war. Jetzt beginnt eben die Sensibilisierung der Bevölkerung.
Martin Gottsche – Forstrevier Schwarzenbach
Toter Fuchs auf Spielplatz entdeckt
Auch Spaziergänger sollten derzeit aufmerksam sein. Immer wieder würden tote Tiere direkt neben Wegen liegen. Zuletzt sei sogar ein auffälliger Fuchs auf einem Spielplatz in Apfelbach gemeldet worden. Wer einem kranken oder verhaltensauffälligen Wildtier begegne, solle Abstand halten und keinesfalls versuchen, das Tier anzufassen oder zu vertreiben. Findet jemand ein totes Tier, sollte dies der Polizei gemeldet werden. Die Tiere könnten anschließend entsprechend überprüft und entsorgt werden.
Landratsamt plant aktuell keine Maßnahmen
Vom Landratsamt Neustadt an der Waldnaab sind derzeit keine besonderen Maßnahmen geplant. Die Behörde verweist darauf, dass Staupe nicht meldepflichtig ist. Staatliche Stellen bekämpfen die Krankheit deshalb aktuell nicht aktiv.
„Kein Grund für Hysterie“
Trotz der ungewöhnlichen Häufung mahnt Gottsche zur Besonnenheit. Gleichzeitig appelliert er an Hundehalter, ihre Tiere im Wald und auf Spazierwegen unter Kontrolle zu halten und den Kontakt zu toten Füchsen konsequent zu vermeiden. „Es gibt keinen Grund für Hysterie – aber Hundehalter sollten ihre Tiere schützen.“




