Waltraud und Mariechen im Interview
![Windischeschenbach/Nabburg. Unsere Fan-Star Reporter Sandra und Peter Gattaut aus Windischeschenbach erlebten in der Nordgauhalle Nabburg beim Auftritt von „Heißmann und Rassau“ einen lustigen fränkischen „Unterhaltungsabend“. Von Sandra und Peter Gattaut Im […]](https://oberpfalzecho.de/cache/images/Martin_Rassau_Sandra_und_Peter_Volker_Heissmann-1100.jpeg)
Waltraud und Mariechen im Interview
Windischeschenbach/Nabburg. Unsere Fan-Star Reporter Sandra und Peter Gattaut aus Windischeschenbach erlebten in der Nordgauhalle Nabburg beim Auftritt von „Heißmann und Rassau“ einen lustigen fränkischen „Unterhaltungsabend“.
Von Sandra und Peter Gattaut
Im neuen Programm “Unterhaltungsabend” von Frankens beliebtestem Comedy-Duo Volker Heißmann und Martin Rassau alberten sich die beiden Verwandlungskünstler mit Tempo, Witz und Charme durch jede Menge absurde Situationen. Die beiden konnten es sich natürlich nicht verkneifen, die Besucher und den Veranstaltungsort in ihre Comedy mit einzubeziehen. Auch im 30. Jahr ihrer gemeinsamen Bühnenkarriere verstehen es die beiden Fürther Komiker immer wieder aufs Neue, die Tücken des Alltags zu finden – und in ausgelassenen Sketchen und heiteren Spielszenen zu entlarven.
Natürlich durften die berühmt-berüchtigten scharfzüngigen fränkischen Witwen „Waltraud und Mariechen“ nicht fehlen, die mit bissigen Kommentaren ihre eigene Sicht auf die Ereignisse des Lebens vortrugen. Aber auch zahlreiche andere kuriose Charaktere und schräge Vögel (etwa die männliche Antwort aus Cindy von Marzahn beim Love-Coach oder der zerstreute Bewerber beim Nikolaus-Casting) tauchten im Laufe des „Unterhaltungsabends“ auf und machten die Show zu einem turbulenten Erlebnis für die ganze Familie. Aufgelockert wurde der Abend durch wunderschöne Gesangseinlagen von Volker Heißmann.
So entstanden “Waltraud und Mariechen”
Volker Heißmann und Martin Rassau gehören mittlerweile zu den beliebtesten Komikern Deutschlands. 1991 hörten die beiden in einem Café älteren Damen bei ihren Gesprächen zu. Diese Beobachtungen führten zur „Geburt“ des ewig lästernden Witwenpärchens “Waltraud und Mariechen”. Überregional bekannt wurden die rüstigen etwas männlich wirkenden Rentnerinnen 1997 mit ihrem Auftritt in der Prunksitzung bei „Fastnacht in Franken“ im unterfränkischen Veitshöchheim. Von 2006 bis 2015 waren die beiden Witwen auch Bestandteil des Musikantenstadls.
Waltraud Lehneis, dargestellt von Martin Rassau, und Mariechen Bezold, gespielt von Volker Heißmann, sind waschechte Fränkinnen. Mit derbem Humor in mittelfränkischem Dialekt nehmen sie kein Blatt vor den Mund. Nicht zuletzt diese längst zum Kult gewordenen Figuren begründen das Erfolgsgeheimnis einer außergewöhnlichen und inzwischen fast 30-jährigen gemeinsamen Bühnenkarriere von Heißmann und Rassau.
Die beiden Komiker im Interview
Vor ihrem Auftritt in Nabburg nahmen sich Heißmann und Rassau noch Zeit für ein Interview.
Seit fast 30 Jahre steht ihr erfolgreich gemeinsam auf der Bühne und habt euch auch im Radio und Fernsehen einen Namen gemacht. Stört es euch, dass eure humoristische und musikalische Vielfalt oftmals auf das Witwenpärchen „Waltraud und Mariechen“ reduziert wird?
Martin Rassau: Überhaupt nicht. Diese beiden Figuren haben uns schließlich überregional bekannt gemacht und sind uns im Laufe der Jahre sehr ans Herz gewachsen. Aber wer in unsere Shows kommt, der wird schnell feststellen, dass Waltraud und Mariechen nur ein kleiner Teil unseres Programms sind.
Jeder Tag ist ja bekanntlich nicht gleich. Manchmal ist einem einfach nicht nach Spaß und Albernheit zumute. Wie schafft ihr es dann trotzdem auf der Bühne ein Feuerwerk der guten Laune abzubrennen?
Volker Heißmann: Das gehört einfach zu unserem Beruf dazu. Die Menschen, die für ihre Karten bezahlt haben und gekommen sind, nur um uns zu sehen, haben es verdient, zwei Stunden lang gut unterhalten zu werden. Wenn man uns eine eventuelle schlechte Laune anmerken würde, dann wäre das sehr unprofessionell. Aber es kommt zum Glück auch äußerst selten vor, dass wir mit einem negativen Gefühl auf die Bühne gehen. Und falls doch, ist das dann ganz schnell verflogen…
30 Jahre Bühnenpräsenz beinhalten bestimmt einige Anekdoten und witzige unvorhergesehene Ereignisse. Könnt ihr uns da ein oder zwei Beispiele erzählen?
Martin Rassau: Jeder Auftritt ist ein neues Abenteuer, und keine Show ist genau wie die andere. Insofern passieren immer wieder Dinge, die nicht geplant waren – lustige wie dramatische. Volker musste beispielsweise einmal einen Auftritt abbrechen, weil er eine Nierenkolik erlitten hat. Er ist dann selbst ins Krankenhaus gefahren, und ich hab’ den Abend eben alleine fertig gespielt. Das war natürlich alles andere als witzig, aber so ziemlich das Unvorhergesehenste, was uns bisher passiert ist.
Ihr habt unzählige Kollegen aus Funk und Fernsehen kennengelernt. Gibt es trotzdem eine Künstlerin oder Künstler mit der oder dem ihr gerne einmal gemeinsam auf der Bühne stehen würdet?
Volker Heißmann: Meine Favoriten sind leider alle schon tot. Aber mit Frank Sinatra, Peter Alexander oder Udo Jürgens hätte ich schon gerne mal gesungen. Wenigstens habe ich alle live als Zuschauer erlebt.
Martin Rassau: Nachdem ich ein Faible für Oper und Operette habe, würde ich Jonas Kaufmann bevorzugen.
Was bringt Euch so richtig auf die Palme?
Volker Heißmann: Auf die Palme bringt uns eigentlich nichts, aber wenn die Technik nicht funktioniert, der Ton ausfällt oder das Licht nicht passt, ärgern wir uns schon. Und da wir sehr viel mit dem Auto unterwegs sind, geht uns oft mal ein plötzlicher Stau auf die Nerven…
Was macht ihr in eurer begrenzten Freizeit um die Akkus wieder aufzuladen?
Martin Rassau: Ich gehe gerne auf Kreuzfahrt und schaue mir dabei fremde Länder oder tolle Städte an. Seit einigen Jahren haben’s mir Schiffe wirklich angetan. Ich staune jedes Mal aufs Neue, was es selbst in Europa noch alles zu entdecken gibt.
Volker Heißmann: Mir reichen meistens ein paar Tage in Wien. Dort gehe ich dann abends gut essen und danach meistens ins Theater. Und wenn das Wetter passt, mache ich einen Ausflug in die Weinberge, kaufe mir einen Schoppen und schaue hinunter auf die Donau – herrlich!
Welchen Ratschlag oder welche Lebensphilosophie könnt ihr euren Fans und unseren Lesern mit auf dem Weg geben?
Heißmann und Rassau: Man sollte immer versuchen, den Herausforderungen des Lebens mit einem Lächeln zu begegnen. Und wer so gar nicht über sich und andere lachen kann, der soll sich auf den Friedhof setzen, ein Blumenstöckchen kaufen – und warten, bis er drankommt.




