Wassernot damals in Döllnitz - Bundeswehr und Feuerwehr helfen

Wassernot damals in Döllnitz - Bundeswehr und Feuerwehr helfen
Wassernot, wie seit Kurzem sehr aktuell, ist nichts Neues; das gab es in der ehemaligen Gemeinde Döllnitz schon in den sechziger Jahren. Bedingt durch die alte Wasserleitung kam es im Sommer bei Hitze und im Winter bei lang anhaltenden kalten Monaten immer wieder zu Wasserknappheit. Um Trinkwasser zu bekommen, wurde die Bundeswehr eingeschaltet. Sie kam täglich mit ihren Fahrzeugen und lieferte Trinkwasser für die Dorfbewohner.
Wasserversorgung früher in Döllnitz
Das Wasser wurde mit 20-Liter-Milchkannen, die im Stall bei den Kühen für die Milchlieferung benötigt wurden, abgeholt. Jeder Bauer hatte schließlich mehrere solcher Kannen, und so konnte diese Not gelöst werden. Für die Tiere im Stall wurde das Wasser aus dem Dorfbrunnen gepumpt; somit brauchte niemand Durst leiden. Im Winter war das nicht so einfach, und es musste im Stall gelagert werden, damit es normale Temperatur bekam; denn sonst wurden die Tiere vom eiskalten Wasser krank.
Alltag mit Trockenklos und Zinkbadewanne
Einst war der Wasserverbrauch auch nicht so groß wie heute, denn die meisten hatten Trockenklos (Toiletten). Geduscht und gebadet wurde auch nicht täglich, sondern es ging oft nur einmal in der Woche in die Zinkbadewanne. Auch eine Waschmaschine stand nicht in jedem Haushalt. Meist wurde nur alle ein bis zwei Wochen der Waschkessel im Waschhaus angeheizt, um anschließend die Wäsche im Waschtrog zu waschen. Also alles enorme Handarbeit, und das ersetzte wiederum die Fitnessstudios, die es eh nur selten gab.
Trockenheit 1990: Einschränkungen
Noch in den 1990er-Jahren herrschte in Döllnitz, das bereits zur Marktgemeinde Leuchtenberg eingemeindet war, Wasserknappheit. Der August 1990 sorgte durch die lang anhaltende Trockenheit für Knappheit des Trinkwassers. So wurde durch den damaligen Wasserwart bekannt gegeben, dass nicht mehr mit Leitungswasser in den Gärten gegossen werden darf. Laut Gemeindeverordnung durften auch keine Autos mehr gewaschen werden. Damals hieß es auch: Obwohl einige Gewitterregen niedergingen, brachte dies keine Änderung – es müsste schon über eine Woche immerzu regnen.
Feuerwehr unterstützt Versorgung
Aus der Quelle kamen pro Minute nur acht Liter; in normalen Zeiten lieferte der Brunnen 30 Liter in der Minute, so die Aussagen des damaligen Wasserwartes. Damit aber damals die Gemüsegärten, Blumen und Gräber auf dem Friedhof nicht austrockneten, rückte jeden zweiten Tag die Feuerwehr aus. Aus dem nahegelegenen Fluss Pfreimd in Tanzmühle, nur zwei Kilometer von Döllnitz entfernt, wurde mit der Feuerwehrspritze Wasser herausgepumpt. So konnten die Döllnitzer hier ihre Jauche- und Güllefässer befüllen lassen und dann gießen.
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