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Garten Punzmann – Großbäume
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Wenn Enkel und Großeltern sich nicht sehen dürfen - Selbsthilfegruppe fordert mehr Unterstützung

Weiden. Großeltern spielen im Leben vieler Kinder eine wichtige Rolle. Sie schenken Zeit, Geborgenheit und Lebenserfahrung und prägen ihre Enkel oft über viele Jahre. Doch nicht alle Großeltern dürfen diese Beziehung pflegen.

Weiden. Großeltern spielen im Leben vieler Kinder eine wichtige Rolle. Sie schenken Zeit, Geborgenheit und Lebenserfahrung und prägen ihre Enkel oft über viele Jahre. Doch nicht alle Großeltern dürfen diese Beziehung pflegen.
Der „Großeltern-Enkel-Baum“ in Weiden-Ost erinnert an die besondere Verbindung zwischen den Generationen. Mitarbeiter des städtischen Bauhofs, Mitglieder der Selbsthilfegruppe „Großeltern Nordoberpfalz“ und Brigitte Lindner von der Diakonie-Selbsthilfekontaktstelle beteiligten sich an der Pflanzaktion. Foto: Reinhard Kreuzer

Wenn Enkel und Großeltern sich nicht sehen dürfen - Selbsthilfegruppe fordert mehr Unterstützung

Die Selbsthilfegruppe „Großeltern Nordoberpfalz“ machte anlässlich des Großelterntags, dem zweiten Sonntag im Oktober, auf Familien aufmerksam, in denen Eltern den Kontakt zwischen ihren Kindern und deren Großeltern erschweren oder vollständig unterbinden.

„Großelterntag – großartig“, lautet das Motto der Gruppe. Gleichzeitig verbindet sich damit eine traurige Seite: Denn längst nicht alle Enkelkinder können diesen besonderen Tag gemeinsam mit ihren Großeltern verbringen. Nach Einschätzung der Selbsthilfegruppe sind in Deutschland Hunderttausende Menschen von solchen Kontaktabbrüchen betroffen.

Die Gründe für einen fehlenden Kontakt seien vielfältig und für Außenstehende nicht immer nachvollziehbar, erklärte die Gruppe in ihrer Pressemitteilung. Unter einem Kontaktabbruch litten häufig beide Generationen. Besonders schwierig sei die Situation für die Enkelkinder, die eine vertraute Beziehung zu ihren Großeltern verlören, ohne selbst Einfluss darauf nehmen zu können.

Auch Großeltern stießen dabei an Grenzen. Die Gruppe verwies auf die rechtlichen Möglichkeiten, mit denen Eltern den Kontakt unterbinden könnten. Ob und unter welchen Voraussetzungen Großeltern einen Umgang mit ihren Enkeln beanspruchen können, richtet sich in Deutschland nach den gesetzlichen Regelungen des Familienrechts. Maßgeblich ist dabei das Wohl des Kindes. Die seit 2022 bestehende Selbsthilfegruppe „Großeltern Nordoberpfalz“ bei der Diakonie versteht sich als Anlaufstelle für Betroffene. Sie ermöglicht den Austausch unter Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, und bietet gegenseitige Hilfestellung und Beratung. Betroffene können ihre Sorgen teilen, Erfahrungen austauschen und Unterstützung im Umgang mit ihrer persönlichen Situation finden.

Die Gruppe setzte sich für Veränderungen ein

Über die unmittelbare Unterstützung hinaus verfolgt die Selbsthilfegruppe ein weiteres Ziel: Gemeinsam mit der Bundesinitiative BIGE will sie auf Veränderungen der gesetzlichen Grundlagen hinwirken. Dabei stehen die Interessen der Kinder und Großeltern im Mittelpunkt. Die Gruppe möchte erreichen, dass familiäre Beziehungen stärker berücksichtigt werden und Kinder die Möglichkeit erhalten, wertvolle Kontakte zu ihren Großeltern zu pflegen, sofern dies ihrem Wohl entspricht.

Der Großelterntag bietet dafür einen passenden Anlass. Das Bayerische Kabinett führte ihn im Oktober 2019 auf Initiative des damaligen Ministerpräsidenten Markus Söder ein. Seitdem steht der zweite Sonntag im Oktober im Zeichen der Großeltern. Bayern wollte damit deren hohen Stellenwert innerhalb der Familie würdigen und ihren Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt hervorheben.

Witron – Nachmittag der Ausbildung
Witron – Nachmittag der Ausbildung

Ein Baum als Zeichen der Verbundenheit

Auch in Weiden gibt es ein sichtbares Zeichen für die besondere Beziehung zwischen den Generationen. Am Spazierweg hinter der Clausnitzerschule in Weiden-Ost steht ein Großeltern-Enkel-Baum. Bei einer Pflanzaktion beteiligten sich Mitarbeiter des städtischen Bauhofs, der damalige Oberbürgermeister, die Selbsthilfegruppe „Großeltern Nordoberpfalz“ und Brigitte Lindner von der Selbsthilfekontaktstelle Nordoberpfalz.

Die gemeinsame Pflanzung sollte die Verbundenheit zwischen Großeltern und Enkeln symbolisieren. Der Baum erinnert daran, wie wichtig familiäre Beziehungen für das Aufwachsen von Kindern und das Leben älterer Menschen sind.

Für die Selbsthilfegruppe bleibt der Großelterntag deshalb mehr als ein symbolischer Gedenktag. Er soll Freude über gelingende Familienbeziehungen wecken, zugleich aber auch Menschen sichtbar machen, denen der Kontakt zu ihren Enkelkindern fehlt. Die Gruppe will Betroffenen Mut machen, ihnen einen Ort für den Austausch bieten und sich dafür einsetzen, dass die Interessen der Kinder und ihrer Großeltern Gehör finden.

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