Ein neues Zuhause in Weiden für die Kapellensteine von Bildhauer Mauermann
Ein neues Zuhause in Weiden für die Kapellensteine von Bildhauer Mauermann
Ein Stück Weidener Geschichte hat einen neuen Platz gefunden: Zwischen dem neuen Pfarrheim und der Stadtpfarrkirche St. Konrad steht seit Sonntag die Skulptur „Kapellensteine“ des Weidener akademischen Bildhauers Günter Mauermann. Vor zehn Jahren hatte der Künstler das Werk geschaffen. Nun wurde es von Bischof Rudolf Voderholzer bei leichtem Regen gesegnet.
Darstellung der Mutter Gottes mit dem Jesuskind
Auf den ersten Blick wirkt das Kunstwerk wie ein steinernes Geflecht. Helle, kantige Steinquader bilden einen Rahmen, in dessen Mitte sich eine stark strukturierte, reliefartige Fläche befindet. In dem scheinbar ungeordneten Gefüge ist die Darstellung der Mutter Gottes mit dem Jesuskind zu erkennen. Die Figuren sind nicht glatt und detailgetreu ausgearbeitet, sondern scheinen aus dem Stein herauszuwachsen. Licht und Schatten verleihen der rauen Oberfläche zusätzliche Tiefe.
Bewusst archaisch
Über der eigentlichen Darstellung liegt ein weiterer massiver Steinblock, während ein niedriger Steinblock den unteren Abschluss bildet. Die bewusst archaisch wirkende Gestaltung gibt der Skulptur etwas Geheimnisvolles. Wer näher hinsieht, entdeckt immer neue Formen und Vertiefungen.
Steinblock aus der alten Klinikum-Kapelle
Eine besondere Geschichte steckt auch im Material. Mauermann fertigte die „Kapellensteine“ aus einem Steinblock, der aus der inzwischen abgerissenen alten Weidener Klinikum-Kapelle stammte. Für andere war der schwere Stein offenbar nicht mehr interessant. Der Künstler jedoch erkannte darin die Möglichkeit, etwas Neues entstehen zu lassen.
Religiöses Kunstwerk
Damit ist die Skulptur nicht nur ein religiöses Kunstwerk, sondern auch ein Beispiel für einen nachhaltigen Umgang mit vorhandenen Materialien. Aus einem Teil der alten Kapelle wurde ein neues Zeichen geschaffen. Vergangenes wurde nicht einfach beseitigt, sondern in anderer Form bewahrt.
Abdeckplatte einstiger Ambo
Auch räumlich hat das Werk inzwischen einen passenden Ort gefunden. Nur wenige Schritte hinter der Skulptur befindet sich die Marienkapelle von St. Konrad. Die Verbindung zur früheren Klinikum-Kapelle reicht sogar bis in ein Detail des Kunstwerks: Die Abdeckungsplatte auf der Mariendarstellung war einst der Ambo in der damaligen Klinikum-Kapelle.
Am Sonntag offiziell geweiht
„Die Skulptur ist somit zweimal gesegnet“, erklärte Mauermann bei der Feier. Nun kam die zweite Segnung hinzu, als Bischof Voderholzer das Kunstwerk am Sonntagvormittag offiziell weihte. Ein Marienbildnis als Erinnerung an einen Ort, der längst nicht mehr existiert.







