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Ein spannendes Kastler Kulturformat: Lagerfeuergeschichten im Schlosshof

Kastl. Zum vierten Mal lud Bürgermeister Hans Walter zu den „Lagerfeuergeschichten“ im historischen Schlosshof von Wolframshof ein. Die Veranstaltung erlebte in diesem Jahr mit über 80 Teilnehmern einen Besucherrekord.

Ein spannendes Kastler Kulturformat: Lagerfeuergeschichten im Schlosshof

Der Bürgermeister hatte viel zu erzählen. Foto: Gemeinde Kastl

Die Kulisse hätte nicht stimmungsvoller sein können. Das knisternde Lagerfeuer und die bunt illuminierten Wirtschaftsgebäude, kombiniert mit dem imposanten Anblick des Schlosses und seiner alten Bäume, schufen eine unvergleichliche Atmosphäre. Ein besonderer Dank galt dem Hausherrn Maximilian Freiherr von Grundherr. Er stellte nicht nur den idyllischen Ort zur Verfügung, sondern war auch maßgeblich an den Vorbereitungen beteiligt.

Das Ziel der Veranstaltung ist, die historische Identität der Region zu wahren, aber auch aus der Geschichte zu lernen. Zugleich haben sich die Lagerfeuergeschichten inzwischen als ein festes Highlight im Kulturkalender etabliert.

Bürgermeister Hans Walter

Das Herzstück der Veranstaltung waren Geschichten, Sagen und Legenden aus der Gemeinde und der Region. Bürgermeister Hans Walter tauchte dabei tief in die Erzählungen über die verschollene Stadt Mirga am Barbaraberg ein und beleuchtete die wechselhafte Geschichte der dortigen Kirchenruine. Auch Geschichten über den mysteriösen Bonifatiusstein von Kastl, den Bilmesschneider und zahlreiche alte Wirtshaus-Anekdoten fesselten die Zuhörer, brachten sie aber auch zum Schmunzeln und Lachen.

Der Baumeister und seine Sau

Langeweile? Fehlanzeige. Foto: Gemeinde Kastl

Einen besonderen Platz im Programm nahmen die Berichte über den tatkräftigen Geistlichen Rat Alexius Sperl ein, der vor über 100 Jahren in Kastl eher als Baumeister bekannt war – und für eine außergewöhnlich breit gewachsene Sau in seinem Stall. Spannend wurde es vor allem beim Bericht über den früheren Schlossbesitzer Ernst Sauer von Kaibitz, der im Keller seines Schlosses Falschgeld druckte und als fanatischer Nazi bekannt war. Bürgermeister Walter will damit nicht nur unterhalten, sondern eine Botschaft vermitteln: „Dieser Bericht soll auch zeigen, wie die Menschen im Dritten Reich in der Region unter der Diktatur litten.“

Die Texte verfasst Hans Walter vorwiegend selbst, wofür teils sehr aufwendige und lange Recherchearbeiten notwendig sind. Den „Erzählstoff“ sammelt er das ganze Jahr über. Er forderte außerdem dazu auf, weitere Geschichten aus alter Zeit mit ihm zu teilen, um sie für künftige Generationen zu bewahren.

Musik darf nicht fehlen

Musikalisch umrahmt wurde der Abend von “Couch Acoustics”, bestehend aus Thomas Kneidl aus Kastl und Frank Unterburger aus Fichtelberg. Mit ihrem Gitarrensound präsentierten sie Hits von Künstlern wie Tracy Chapman, CCR, Beatles, Johnny Cash, Toto, Abba und STS. Nach fast drei Stunden offiziellem Programm und einer ausgiebigen Zugabe, rückten die Gäste am Lagerfeuer enger zusammen, wo Hans Walter nochmals auf die Hintergründe einzelner Geschichten einging und weitere Anekdoten zum Besten gab.

Die „Lagerfeuergeschichten“ im Schlosshof waren nicht nur eine unterhaltsame Zeitreise in die Vergangenheit, sondern boten auch Anlass für Austausch und gemeinsames Gedenken. Der wachsende Zuspruch gibt dem Bürgermeister recht. „Eine Fortsetzung ist auf jeden Fall geplant.“ Die Geschichten dafür gehen mit Sicherheit so schnell nicht aus.

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