Jetzt Tickets für die kommenden Jahn-Spiele sichern!
okticket – Kultur
okticket – Kultur

Gemeinde feiert 50-jähriges Jubiläum der Martin-Luther-Kirche in Neustadt

Neustadt/WN. Mit einem festlichen Gottesdienst und einem bunten Programm hat die evangelische Gemeinde das 50-jährige Bestehen der Martin-Luther-Kirche gefeiert und ein Zeichen für Glaube, Gemeinschaft und Zuversicht gesetzt.

Neustadt/WN. Mit einem festlichen Gottesdienst und einem bunten Programm hat die evangelische Gemeinde das 50-jährige Bestehen der Martin-Luther-Kirche gefeiert und ein Zeichen für Glaube, Gemeinschaft und Zuversicht gesetzt.
50. Jubiläumsfest der Martin-Luther-Kirche verband Glauben, Gemeinschaft und Zuversicht. Foto: Reinhard Kreuzer

Gemeinde feiert 50-jähriges Jubiläum der Martin-Luther-Kirche in Neustadt

Mit einem festlichen Gottesdienst und einem bunten Programm für alle Generationen feierte die evangelische Kirchengemeinde das 50-jährige Bestehen der Martin-Luther-Kirche am Felixberg. Zahlreiche Gläubige, Ehrengäste und Besucher füllten den Kirchenraum bis auf den letzten Platz und setzten das Jubiläum anschließend bei einem Pfarrfest auf der Kirchenwiese fort. Im Mittelpunkt standen der Dank für ein halbes Jahrhundert gelebten Glaubens, die Gemeinschaft sowie der Blick in die Zukunft der Kirche.

Festlicher Auftakt mit Band und Leitwort

Bereits zu Beginn sorgte die Band „Ephesus“ für eine mitreißende Atmosphäre. Mit dem Lied „Wir feiern heut ein Fest“ eröffnete sie den Gottesdienst und lud die Besucher zum Mitsingen ein. Pfarrer Ulrich Gruber animierte die Gemeinde dazu, die Hände zu heben und mitzuschwingen. Schnell sprang der Funke auf die Gottesdienstbesucher über, die den Auftakt voller Freude mitgestalteten. Pfarrer Gruber stellte den Gottesdienst unter das Leitwort „Lebendige Steine“. Dabei erinnerte er daran, dass nicht allein das Kirchengebäude das Herz der Gemeinde bilde, sondern die Menschen, die ihren Glauben gemeinsam lebten. Zugleich blickte er auf die Geschichte der Gemeinde zurück und erinnerte an den Weg von der kleinen Kirche in der Tirschenreuther Straße bis zum Bau der heutigen Martin-Luther-Kirche in der Schillerstraße.

„Diese Kirche lebt von den Menschen, die sie mit Leben erfüllen. Jeder Einzelne ist ein lebendiger Stein in unserer Gemeinschaft“, sagte Gruber. Die Jugendlichen hatten passend zum Thema Papiersteine gebastelt, die während des Gottesdienstes verteilt wurden. Darauf schrieben die Besucher persönliche Gedanken auf – etwa, wofür sie dankbar waren oder worüber sie sich freuten. Anschließend sammelten Helfer die beschrifteten Steine ein und legten sie auf den Altar, wo sie den gesamten Festtag über sichtbar blieben. So entstand ein eindrucksvolles Zeichen dafür, dass jede einzelne Lebensgeschichte ihren Platz in der Gemeinschaft fand.

50. Jubiläumsfest der Martin-Luther-Kirche verband Glauben, Gemeinschaft und Zuversicht. Foto: Reinhard Kreuzer
50. Jubiläumsfest der Martin-Luther-Kirche verband Glauben, Gemeinschaft und Zuversicht. Foto: Reinhard Kreuzer
50. Jubiläumsfest der Martin-Luther-Kirche verband Glauben, Gemeinschaft und Zuversicht. Foto: Reinhard Kreuzer
50. Jubiläumsfest der Martin-Luther-Kirche verband Glauben, Gemeinschaft und Zuversicht. Foto: Reinhard Kreuzer
50. Jubiläumsfest der Martin-Luther-Kirche verband Glauben, Gemeinschaft und Zuversicht. Foto: Reinhard Kreuzer
50. Jubiläumsfest der Martin-Luther-Kirche verband Glauben, Gemeinschaft und Zuversicht. Foto: Reinhard Kreuzer

Predigt von Regionalbischof Klaus Stiegler

Die Lesung übernahmen Gemeindemitglieder. Anschließend trat Regionalbischof Klaus Stiegler aus Regensburg an das Rednerpult und hielt die Festpredigt. Er spannte den Bogen von der Geschichte der Kirche bis in die Gegenwart und machte deutlich, dass Kirchen weit mehr seien als Bauwerke aus Stein. „Dieser Ort erzählt Geschichten. Hier wurden Menschen getauft, konfirmiert, getraut und verabschiedet. Hier erlebten sie Glück, aber auch Zweifel und Schmerz. Gerade deshalb ist diese Kirche ein Schatz für unser Leben“, sagte Stiegler.

Der Regionalbischof machte deutlich, dass sich die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen seit der Einweihung der Kirche vor 50 Jahren grundlegend verändert hätten. Viele Menschen suchten Orientierung, Halt und Verlässlichkeit in einer Zeit voller Krisen und Unsicherheiten. Gerade deshalb komme den christlichen Gemeinden eine wichtige Aufgabe zu. „Wir sind nicht allein im Angesicht Gottes. Das ist die Botschaft dieser Martin-Luther-Kirche. Wir brauchen Orientierung in einer schwierigen Zeit, die ganz anders ist als die Zeit ihres Neubaus. Unsere Gesellschaft hat sich verändert“, betonte Stiegler. Mit klaren Worten sprach er auch aktuelle politische Entwicklungen an. Er zeigte sich betroffen darüber, wenn Religion zur Rechtfertigung von Gewalt missbraucht werde. „Ich schäme mich, wenn ich sehe, wie der Patriarch an der Seite Putins Krieg segnet. Und ich sehe auch mit Sorge politische Entwicklungen in anderen Teilen der Welt. Gerade deshalb müssen wir deutlich machen: Wir Menschen sind Kirche“, erklärte der Regionalbischof.

Hoffnung, Ökumene und musikalischer Abschluss

Zugleich rief Stiegler dazu auf, den christlichen Glauben glaubwürdig vorzuleben und den zahlreichen Kirchenaustritten nicht mit Resignation zu begegnen. „Kirche ist kein Selbstzweck. Sie muss Hoffnung schenken und Menschen zusammenführen. Gerade in einer Gesellschaft, die auseinanderzudriften droht, braucht es Orte der Gemeinschaft. Die Ökumene hier in Neustadt zeigt, wie das gelingen kann. Kirche bleibt eine trotzige Hoffnungsquelle“, sagte Stiegler. Für diese Worte erhielt er lang anhaltenden Applaus der Gottesdienstbesucher. Zum Abschluss des Gottesdienstes spendete der Regionalbischof den Segen. Musikalisch begleiteten die Band „Ephesus“ und Organistin Edeltraud Fichtner die Feier. Gemeinsam sang die Gemeinde unter anderem das Lied „Von Gott kommt diese Kunde“. In seinem Grußwort hob der katholische Pfarrer Thomas Kopp die enge Verbundenheit mit der benachbarten Pfarrei Heilige Familie Altenstadt hervor. Trotz aller Veränderungen bleibe die Botschaft des Evangeliums unverändert aktuell. Der gelebte Glaube bringe Liebe in die Welt. Kirche bleibe für viele Menschen Heimat, auch wenn sich ihre äußeren Formen wandelten.

Grammer Solar
Grammer Solar

Glückwünsche überbrachte auch Neustadts Bürgermeisterin Tanja Kippes. Sie gratulierte der evangelischen Kirchengemeinde zum runden Jubiläum und überreichte als Zeichen der Verbundenheit ein Geldgeschenk. Gemeinsam mit ihr nahmen Altenstadts Bürgermeister Ernst Schickedanz, der Störnsteiner Zweite Bürgermeister Andreas Müller, Gemeindereferentin Claudia Stöckl von der Pfarreiengemeinschaft sowie zahlreiche Stadträte an der Feier teil.

Pfarrfest mit Begegnungen und Programm

Nach dem Gottesdienst verlagerte sich das Geschehen auf die Pfarrwiese. Zahlreiche Ehrenamtliche kümmerten sich dort um das leibliche Wohl der Gäste. Sie grillten Würstchen und Steaks, schenkten gekühlte Getränke aus und servierten später Kaffee, Kuchen sowie Gemüsesticks. Viele Besucher nutzten die Gelegenheit zu Gesprächen und Begegnungen.

Auch für Kinder und Familien wartete ein abwechslungsreiches Programm. Eine Malstation, Kinderschminken durch die Jugendgarde sowie zahlreiche Spielstationen sorgten für Begeisterung. Beim Torwandschießen, Pferdereiten und weiteren Mitmachaktionen sammelten die jungen Besucher Stempel auf einer Laufkarte, die zehn verschiedene Aufgaben umfasste. Musikalisch setzte sich das Fest mit Live-Musik von Bernd Götz und Helmut Lamcke fort und schuf eine entspannte Atmosphäre auf dem gesamten Festgelände.

Orgel, Quiz und gemeinsamer Ausklang

Großes Interesse fanden außerdem die Orgelführungen mit Annemarie Scholz. Sie erklärte den Aufbau und die Funktionsweise des Instruments, reichte kleine Holzpfeifen zum Ausprobieren herum und überraschte die Teilnehmer zum Abschluss mit einem Kazoo als Erinnerungsgeschenk. Daneben lud ein Kirchenquiz Jugendliche, Familien und Erwachsene dazu ein, die Martin-Luther-Kirche auf spielerische Weise neu zu entdecken. In der Kirche entstand an einer Fotostation mit Engelsflügeln so manches Erinnerungsfoto. Den Schlusspunkt setzte am Abend ein offenes Singen mit Liedern aus dem Kinderkirchenbuch, bei dem noch einmal viele Besucher gemeinsam ihre Stimmen erhoben.

Das Jubiläum zeigte eindrucksvoll, wie lebendig die evangelische Kirchengemeinde auch nach fünf Jahrzehnten geblieben war. Der Festtag verband Dankbarkeit für die Vergangenheit mit Zuversicht für die Zukunft und machte deutlich, dass die Martin-Luther-Kirche weit mehr als ein Gebäude ist; sie bleibt ein Ort des Glaubens, der Begegnung und der Gemeinschaft.

Tipp: Wenn Du etwas googelst, bekommst Du neben den normalen Ergebnissen auch eine Box mit aktuellen News angezeigt.
Wenn Du OberpfalzECHO als bevorzugte Quelle hinterlegst, tauchen unsere Inhalte dort häufiger für Dich auf.
Füge jetzt OberpfalzECHO Deinen Quellen hinzu!