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Gitarrengenuss in Pressath stieß auf großen Anklang

Pressath. Das Programm-Motto „Von Vivaldi bis Spain“ des Münchner Gitarrentrios beinhaltete sowohl musikalische Tiefe als auch spielfreudigen Witz. Die drei Künstler auf der Gitarre boten in ihrem Konzert das Spannungsfeld zwischen italienischem Barock und der spanisch-lateinamerikanischen Tanzmusik des 20. Jahrhunderts.

Gitarrengenuss in Pressath stieß auf großen Anklang

Das Münchner Gitarrenensemble mit (von links) Mikhail Antropov, Alexander Leidolph und Thomas Etschmann in Pressath. Foto: Heiner Brückner

Der vornehmlich in Arrangements gespannte Bogen erstreckte sich von Antonio Vivaldis „Concerto D-Dur“ über Luigi Boccherinis „Fandango“ und den Bearbeitungen zweier ursprünglich für Klavier geschriebener Tänze von Enrique Granados bis hin zu dem wohl bekanntesten Werk des amerikanischen Jazzpianisten Chick Corea: „Spain“.

Saitenvirtuosen präsentieren Hörerlebnis

Das Trio der geradezu perfekten Saitenvirtuosen präsentierte ein außergewöhnlich neues Hörerlebnis auf dreimal sechs Saiten, als konzertierte ein ganzes Orchester, wie etwa bei Vivaldi, bei dem eine Gitarre das Solo übernahm und die beiden anderen die Begleitung. Dabei schufen sie mit intensivster Instrumentenbeherrschung eine Atmosphäre hoher Intensität. Sie kommunizierten mit den Augen, harmonierten mit den Fingern und ließen die Saiten in rhythmisch genialer Übereinstimmung tanzen. Diese dichte Stimmungslage der musikalischen Hoch-Saiten-Tänzer gelang auch durch die konzentrierte Bereitschaft der zahlreichen Zuhörer, sich von der perfekten Dreisamkeit der Gitarristen anstecken zu lassen.

Spielwitz der Ausnahmegitarristen

Die Fertigkeit ihrer technischen Möglichkeiten und der präzise Vortrag zogen vollständig in den Bann. Die einzige Originalkomposition des Abends wirkte dennoch wie der Höhepunkt. Thomas Etschmann, der auch die später folgenden Tangos von Piazzolla „Oblivion“ und „Adios Nonino“ arrangierte, hat mit seiner Sonate eine intensive und zugleich elegante Komposition des Themas in drei Sätzen geschaffen. Zwischen dem kubanischen und dem ländlich-bewegten Tanz bot das „Capricho“ einen innig meditativen, fantastischen Satz mit ganz besonderem Zauber. Ihm folgte eine feierliche, getragene „Pavane“ von Gabriel Fauré. In den Zugaben mit Ohrwürmern aus der Oper „Carmen“ strahlte der Spielwitz der Münchner Ausnahmegitarristen ein letztes Mal auf.

Ihr wollt mehr über die drei Musiker erfahren? Hier gibt es noch mehr zu lesen.

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