Lauter Lieben präsentiert von dem Amadeus-Chor Neuendettelsau
Lauter Lieben präsentiert von dem Amadeus-Chor Neuendettelsau
Die über 40 Sängerinnen und Sänger, die aus ganz Süddeutschland zu Proben und Konzertwochenenden in Neuendettelsau zusammenführt, imponierten mit einer bemerkenswerten Acapella Klangkultur. „Lauter Lieben“ nannte die künstlerische Konzertleitung unter Julian Hauptmann, ehemals Mitglied des berühmten Windsbacher Knabenchores, die musikalischen Kostbarkeiten aus der Zeit des Barock bis zur Spätromantik und eben aus der Windsbacher Tradition.
Die mehrdeutige Programmübersicht entnahm der Maestro dem Bachchoral „Ist’s doch nichts als lauter Lieben, das sein treues Herze regt, das ohne Ende hebt und trägt, die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit“. Bachs Musik als Trost und Therapie für eine aus den Fugen geratene Welt. Dass Musik und Gesang an sich die Menschen milde stimmen, mit Zuversicht erfüllen und dazu motiviert, die Welt ein wenig besser zu machen: Auch diese Botschaft übermittelte der Chor mit weiterer Bach’scher Literatur, etwa mit „Herr, nun lass in Friede“ oder „Komm, o Tod, Du Schlafes Bruder“.
Botschaften die Seelen berühren
Der Chor übermittelte Botschaften, die die Seele berührten. Auch das anrührende Orgelspiel von Reinhold Weber, Kantor, Organist und Chorleiter der katholischen Gemeinde St. Clemens in Nürnberg Thon, entführte das Publikum mit virtuosem Spiel an der Steinmeyer-Orgel in die Klangwelten von George Thalben-Ball (Elegy) und von Josef Gabriel Rheinberger (Cantilene).
In der einzigartigen Atmosphäre des barocken Kirchenraumes ging der Chor auf weitere
entspannende und hochkarätige Entdeckungsreisen, die in die Gefilde der Komponisten Felix
Mendelssohn Bartholdy, Anton Bruckner und Gottfried Müller führten. Einem Komponisten, der den Bogen des Bejahens über den Abgrund des Unvereinbaren spannte, so der Verkündungsauftrag Gottfried Müllers.
Inspiration durch Max Reger
Ein weiterer Programmschwerpunkt möge dafür stehen: die sprühenden Werke Max Regers. In diesem Jahr jährt sich Regers Geburtstag, dem gebürtigen Brander, zum 150. Mal. Seine Musik verführte und faszinierte. Auch der Amadeus-Chor verneigte sich in der Oberpfälzer Heimat des Komponisten vor dem Genie. Kostbar, wild, zärtlich, gefühlvoll und farbig: der Hörerschaft empfahl sich ein zweites Hinhören.
Tief berührend öffnete der Chor neue Klangräume. Kostbare Momente mit sprudelnden Einfällen. Es lohnte sich, mit Regers geistlichen Gesängen „im Glauben an den einen Gott“ oder im „höchsten Licht, ewiger Schein“ zu leiden. Dieser „Leidensdruck“ verwandelte sich auf Einladung der internationalen Begegnungsstätte bei Klosterbier und Klosterwein beim harmonischen Ausklingen des Konzertnachmittags im Konventgang der Prämonstratenserabtei rasch ins Gegenteil.




