Luftmuseum Amberg feiert 20 Jahre

Luftmuseum Amberg feiert 20 Jahre
650 Quadratmeter, drei Etagen, unzählige Perspektiven – und ein einziges Thema: Luft. Was zunächst abstrakt klingt, wird im Luftmuseum sinnlich erfahrbar. Luft lässt sich hier sehen, hören, fühlen, begreifen. Mal spielerisch, mal poetisch, mal technisch, mal spirituell. Vom Airparc mit Luftdusche, Luftharfe und fliegendem Teppich bis zur gotischen Hauskapelle mit biblischen Luftzitaten spannt sich ein Erlebnis, das Besucher jeden Alters überrascht – und oft auch begeistert.
Gegründet wurde das Museum 2006 auf Initiative des Künstlers Wilhelm Koch, der sich selbst als „Luftbildhauer“ bezeichnet. Seine Überzeugung: Luft ist weit mehr als eine chemische Mischung aus Stickstoff und Sauerstoff. Sie ist Lebensgrundlage, Gestaltungsmaterial, Inspirationsquelle. Oder, wie Koch es formuliert: „Luft ist nicht nichts, sondern alles.“ Zum 20-jährigen Bestehen zeigt sich das Luftmuseum so lebendig wie eh und je. Die Sonderausstellung „Luftlinie“ zeigt Installationen von Heiko Börner, die sich auf künstlerische Weise mit Verbindung, Bewegung und Zwischenräumen beschäftigen. Die Künstlerin Uli Schulz lädt in der gotischen Hauskapelle dazu ein, „Zeit zu sehen“ – eine Ausstellung, die Luft, Wahrnehmung und Vergänglichkeit miteinander verknüpft.
Kulturraum mit Programm: Ausstellungen, Lesungen und Konzerte
Das Luftmuseum ist heute weit mehr als ein klassisches Ausstellungshaus. Getragen vom Luftmuseum e. V. und finanziert durch Eintrittsgelder, Spenden, Vereinsbeiträge und engagierte „Lufthelfer“, versteht sich das Haus als offener Kulturraum. Vorträge, Lesungen, Führungen und Konzerte gehören ebenso zum Programm wie regelmäßig wechselnde Ausstellungen zu Design, Architektur, Technik, Kunst und Alltagskultur im Erdgeschoss.
Mit dem Luftmuseum hat sich auch die Stadt Amberg neu erfunden. Seit Jahren trägt sie offiziell den Titel „Luftkunstort“ – und füllt ihn mit Leben. Große Events wie die „Luftnacht“, das Luftboottreffen oder das Luftmuseumsfest ziehen Besucher aus nah und fern an. Kunstobjekte im öffentlichen Raum, etwa das Eisen-Schlauchboot von Jean-Marc Gaillard, machen Luft auch außerhalb der Museumswände sichtbar.
Im Sommer erklingt in der Schulkirche die Königin der Luftinstrumente bei Orgelmusikmatineen, während moderne Luftarchitektur im Stadtbild Akzente setzt – vom transparenten Dach des Hallenbads bis zu den pneumatisch gedehnten Lichtkuppeln des Vesunaturms. 20 Jahre nach seiner Gründung ist das Luftmuseum Amberg nicht nur ein außergewöhnliches Museum, sondern ein kulturelles Statement: neugierig, verspielt, nachdenklich – und immer ein bisschen schwerelos. Wer hier eintritt, verlässt festen Boden und taucht ein in eine Welt, in der das Unsichtbare plötzlich ganz nah ist.
Infos
weitere Informationen gibt es auf den Seiten des Luftmuseums Amberg.


